Spiel gegen die USA

Muss Schweinsteiger in die Startelf?

+
Bastian Schweinsteiger bei seinem Einsatz gegen Ghana.

München - Er war sofort drin im Spiel und brachte Struktur ins Mittelfeld: Sollte Bastian Schweinsteiger gegen die USA anstelle von Sami Khedira in der Startelf stehen?

Am positivsten formulierte es Lukas Podolski. „Intensives Spiel. Wir müssen fokussiert bleiben für das Aufeinandertreffen mit den USA. Alles liegt an uns!“, twitterte der stets auskunftsbereite Gute-Laune-Bär der Nationalmannschaft nach dem 2:2 gegen Ghana.

Für „Prinz Poldi“ ist der Platz auf der Ersatzbank der DFB-Auswahl längst nichts Neues mehr, für seinen Spezl Bastian Schweinsteiger schon. Umso motivierter präsentierte sich der Bayern-Stratege nach seiner Einwechslung für den angeschlagenen Sami Khedira in der 69. Minute. Schweinsteiger war sofort drin im Spiel, brachte Struktur ins uninspirierte, wenig pressingresistente Mittelfeld und erzwang die Ecke, die Edeljoker Miroslav Klose zum 2:2 nutzte.

Gut möglich, dass Schweinsteiger am Donnerstag gegen die USA (18 Uhr, ARD) anstelle von Khedira beginnen darf. „Bei diesem Tempo und bei diesen Bedingungen ist Sami körperlich ein bisschen an die Grenzen gekommen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw. Seinen Kapitän Philipp Lahm, der mit einem schlampigen Pass den Konter zum 1:2 ermöglichte, nahm Löw in Schutz: „Das ist allen Spielern mal passiert, weil der Boden unglaublich hart und aufgrund dieser Temperaturen stumpf war. Man bleibt da hängen.“

International deutliche Kritik an den Deutschen

Gegen die von Jürgen Klinsmann trainierten US-Amerikaner, die nach ihrem Auftaktsieg gegen Ghana gestern nach Redaktionsschluss gegen Portugal ranmussten, reicht Deutschland ein Remis zum Weiterkommen. Aufgrund der klimatischen Bedingungen wäre der Gruppensieg dringend zu empfehlen. Nur dann nämlich dürfte die DFB-Auswahl ihr Achtelfinale im kühlen Porto Alegre bestreiten. Als Zweiter ginge es abermals hoch in den heißen Norden nach Salvador de Bahia.

„Natürlich müssen wir hundert Prozent an die Sache rangehen“, weiß Mesut Özil vor dem Klinsi-Gipfel. „Man sieht, wenn man ein bisschen nachlässig wird, dass man auch gegen Ghana direkt zwei Tore kassiert.“ Für Lahm gibt’s keinen Anlass zur Beunruhigung: „Wenn wir unsere Leistung abrufen, wie im ersten Spiel und phasenweise heute, sehe ich keine Gefahr, dass wir nach Hause fahren.“ Toni Kroos gab zu bedenken: „Hinten raus wurde es einfach ein bisschen zu wild. Das ist nicht unser Spiel. Die letzte Viertelstunde war Harakiri.“

Klinsmann und sein Berater Berti Vogts werden’s genau beobachtet haben. Mit Löw herrscht derzeit Funkstille. „Wir hatten mit Beginn der WM eigentlich keinen Kontakt mehr“, sagt der Bundestrainer. Jeder hat sehr viel zu tun in dieser Phase, ist konzen­triert, hat mit seiner Mannschaft viel zu arbeiten.“

Speziell der für den angeschlagenen Jerome Boateng eingewechselte Rechtsverteidiger Shkodran Mustafi wird aufbauende Worte benötigen. Vor dem 1:1 hatte der DFB-Neuling den Überblick verloren. „Ich habe den Ball nicht richtig gesehen, weil Per Mertesacker vor mir stand, und dann war ich zu spät“, sagte der Mann von Sampdoria Genua.

Das sollte sich nicht wiederholen. Die internationale Presse übte zum Teil deutliche Kritik am deutschen Auftritt. Die Gazetta dello Sport aus Mailand hatte zwar eine „wunderschöne Partie‘ gesehen. „Doch Lob verdient in Wahrheit nur einer: Miroslav Klose“ (siehe Seite 24). Auch El País aus Madrid lobte den Dauerbrenner: „Deutschland greift auf seinen Plan B zurück und erreicht ein Remis gegen ein energisches Ghana. Die Hauptfigur war diesmal nicht Thomas Müller, sondern der Oldtimer Miroslav Klose.“ L’Equipe aus Paris ging d’accord: „Die Ghanaer führten gegen eine deutsche Mannschaft ohne Ideen und Atem, die vor der großen Enttäuschung von Miroslav Klose gerettet wurde.“

Auch am Donnerstag wieder?

tz

Auch interessant

Meistgelesen

So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
Braunschweiger schimpfen über Elfer-Geschenk und Psychotricks
Braunschweiger schimpfen über Elfer-Geschenk und Psychotricks
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare