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Geschockte Italiener müssen zittern - Schweiz fährt zur WM

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Schweiz - Bulgarien
Erzielte das 1:0 beim Sieg der Schweiz gegen Bulgarien: Noah Okafor. © Alessandro Della Valle/KEYSTONE/dpa

Die Schweiz fährt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar. Mit einer furiosen zweiten Halbzeit lösten die Eidgenossen dank eines 4:0-Siegs gegen Bulgarien das Ticket. Die Squadra Azzurra muss in die Playoffs.

Luzern/Belfast - Jubelstürme in Rot in Luzern, blankes Entsetzen dagegen bei der italienischen Fußball-Nationalmannschaft nach ihrem WM-Qualifikationsspiel in Belfast.

In der Schweiz war der Abpfiff noch nicht ertönt, da hielt es die Ersatzspieler und Betreuer vor Freude schon nicht mehr auf den Sitzen. Mit einem 4:0 (0:0) gegen Bulgarien sicherten sich die Eidgenossen den ersten Platz in der Gruppe C und schockten damit Italien. Der Europameister kam im Parallelspiel nicht über ein 0:0 bei Nordirland hinaus. Das sicher geglaubte Ticket für das Turnier 2022 in Katar ist futsch. Stattdessen geht es in die Playoffs, wo unangenehme Gegner wie Portugal, Schweden und Polen warten.

Italien muss bangen

Dabei ist es nicht lange her, da war Italien noch das Maß aller Dinge. 37 Spiele lang blieb das Team von Trainer Roberto Mancini ohne Niederlage, im Juli kam der Titel beim ersten paneuropäischen Turnier der Geschichte dazu. Doch unmittelbar danach schien es so, als sei der Hunger der Tifosi gestillt. Sie strauchelten mit Punkteteilungen gegen Bulgarien und die Schweiz. Die Weltrekordserie endete mit einer 1:2-Niederlage im Halbfinale der Nations League gegen Spanien. Im Rückspiel gegen die Eidgenossen hätte Jorginho schon alles klarmachen können, aber Europas Fußballer des Jahres scheiterte vom Punkt in der Nachspielzeit. „Wir haben in den entscheidenden Spielen gegen die Schweiz zwei Elfmeter verschossen. Es ist klar, dass uns so etwas in Schwierigkeiten bringt, denn wir hatten große Probleme, aus dem Spiel heraus Tore zu erzielen“, erklärte Mancini.

Zum Abschluss rannte Italien 90 Minuten lang vergeblich an. Es erging ihnen aber so, wie zuvor allen anderen Gruppengegnern der Nordiren. Denn in dieser WM-Qualifikation mussten die Hausherren kein einziges Gegentor bei einem Heimspiel hinnehmen.

Torschütze Okafor sprachlos

Die Schweiz verlor dagegen nicht die Nerven. Schon im ersten Durchgang waren die Hausherren überlegen. Es dauerte aber bis nach dem Seitenwechsel, ehe Noah Okafor (48.), Ruben Vargas (57.), Cedric Itten (72.) und Remo Freuler (90. +1) mit ihren Treffern alle Zweifel beseitigten. „Mir fehlen die Worte“, gab Premierentorschütze Okafor zu. „Wir haben immer an uns geglaubt. Wir sind ruhig geblieben und haben es uns als Mannschaft verdient.“

Nordirland - Italien
Federico Chiesa (l) kam mit Europameister Italien in Belfast nicht über ein Remis hinaus. © Liam Mcburney/PA Wire/dpa

Nicht einmal ein 1:0-Sieg hätte Italien aufgrund der Regularien bei Punktgleichheit genügt und so droht die zweite WM nacheinander ohne den vierfachen Titelträger. Mancini, der nach dem Abpfiff sichtlich enttäuscht war, sagte: „Wir werden nach den Playoffspielen im März zur WM fahren und vielleicht gewinnen wir sie. Wir müssen zu unserer Brillanz zurückfinden, und ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.“ dpa

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