Nur sechs Gegentore für Perez?

Gibraltar-Keeper: "Manu, ich will dein Trikot"

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Blick zurück im Frust: Teilzeit-Torwart Jordan Perez kassierte in der EM-Quali schon 17 Tore. Am Donnerstag sollen es nicht mehr als sechs werden.

Nürnberg - Vor dem ungleichen Duell in der EM-Qualifikation gegen Weltmeister Deutschland hat Gibraltars Torhüter Jordan Perez einen kuriosen Wunsch geäußert.

Eigentlich ist Jordan Perez Feuerwehrmann. Am Freitagabend (20.45 Uhr, RTL) muss er allerdings ein Feuer der ganz besonderen Sorte löschen – nämlich das, das Mario Götze, Thomas Müller & Co. in seinem Strafraum legen werden. Der 28-Jährige ist der Keeper Gibraltars, dem kommenden Gegner des DFB-Teams auf dem Weg zur EM 2016 in Frankreich. Die tz interviewte Perez vor der wohl schwersten, aber auch schönsten Aufgabe seiner Karriere.

Herr Perez, haben Sie sich schon auf ein Inferno im Strafraum eingestellt?

Perez: Ich kann einfach nur versuchen, alles zu halten, was auf meinen Kasten kommt – und das könnte eine Menge sein. Aber ich werde alles geben, um das Ergebnis so niedrig wie möglich zu halten.

Was wäre denn ein passables Resultat?

Perez: Alles unter sieben Gegentoren wäre ein Erfolg.

Weil Sie dann besser wären als die Brasilianer bei der WM (1:7, d. Red.)?

Perez: Und weil wir gegen Polen und Irland auch schon sieben gefangen haben.

Erzählen Sie uns von Ihrer Truppe. Profis gibt es ja nur drei, stimmt‘s?

Perez: Richtig. Sonst haben wir noch Anwälte, Polizisten, Zollbeamte und dazu drei Brüder, die Casciaro-Brüder, die auf drei verschiedenen Positionen spielen. Wir sind Amateure ohne Profivertrag, daher brauchen wir einen Job. Mein Vater war Feuerwehrmann, daher hat mir die Idee von klein auf gefallen.

Schon mal das Training wegen eines Einsatzes verpasst?

Perez: Ein Mal! Da war dieser riesige Brand, ein Notfall, da musste ich hin.

Haben sie denn schon immer Brände gelöscht?

Perez: Nein, davor war ich Gefängniswärter.

Was bedeutet Ihnen dieses Spiel gegen den Weltmeister?

Perez: Es ist eine Ehre! Auf der Welt gibt es viele Profis, die noch nie gegen den Weltmeister antreten durften. Dass wir als Amateure diese Gelegenheit bekommen, ist unglaublich.

Ihre Meinung zu Manuel Neuer?

Perez: Im Moment der beste Towart der Welt. Was er in Brasilien gezeigt hat, war einsame spitze. Vielleicht kann ich mir ja morgen das ein oder andere abgucken.

Und danach auch noch sein Trikot ertauschen?

Perez: Wäre auf jeden Fall nicht schlecht. Das von Szczesny (Polen-Keeper, d. Red.) habe ich ja schon, da wäre das von Neuer eine gute Ergänzung.

Was ist größer: der Bammel vor einem Debakel oder die Freude auf den Weltmeister?

Perez: Angst hat hier keiner! Gegen Polen und Irland haben wir schon mal das Eis gebrochen. Wir wissen also, was auf uns zukommt. Klar, sie sind Weltmeister und auf einem ganz anderen Niveau als wir. Aber wir müssen Spaß haben. Es ist das größte Spiel, das wir jemals gespielt haben. In Irland haben wir vor 35000 gespielt, da sind wir die erste Viertelstunde gar nicht aus dem Staunen herausgekommen. Kaum auszumalen, wie das morgen in Nürnberg wird.

Interview: J. Carlos Menzel Lopez

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