Gladbach feiert Favre: "Er kam, sah und siegte"

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Lucien Favre wurde nach dem Klassenerhalt von seinen Spielern gefeiert

Mönchengladbach - Shootingstar Marco Reus schoss das wichtigste Tor für Borussia Mönchengladbach in dieser Saison, doch gefeierter Held nach dem Happy End ist Retter Lucien Favre.

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Als Marco Reus nachts um zwei die Klubhymne „Elf von Niederrhein“ anstimmte und Glatzkopf Dante auch ohne seine Kult-Mähne zum Partylöwen wurde, hielt sich der Retter vornehm im Hintergrund. Lucien Favre verfolgte mit zufriedenem Lächeln und bierdurchtränktem Jackett auf der Feier-Bühne im Borussia-Park den Höhepunkt der wilden Nicht-Abstiegs-Party mit immer noch 6000 glückseligen Fans.

36 Bundesliga-Trainer: Das waren für sie die Stars der Saison

Das offizielle Bundesliga-Magazin der DFL hat in einer Umfrage die 36 Trainer der Mannschaften aus der 1. und 2. Bundesliga befragt: "Wer waren für Sie die Top-Spieler der abgelaufenen Bundesliga-Saison?" Sehen Sie hier die interessanten Ergebnisse. © dpa
Markus Babbel (Hertha BSC): 1. Andre Mijatovic, 2. Christian Lell, 3. Rob Friend (alle Hertha BSC) © Getty
Ewald Lienen (Arminia Bielefeld): 1. Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Zoltan Stieber (Alemannia Aachen), 3. Olcay Sahan (MSV Duisburg) © Getty
Friedhelm Funkel (VfL Bochum): 1. Marcel Maltritz (VfL Bochum), 2. Adrian Ramos (Hertha BSC), 3. Julian Koch (MSV Duisburg) © Getty
Jos Luhukay (FC Augsburg): 1. Simon Jentzsch (FC Augsburg), 2. Nils Petersen (Energie Cottbus), 3. Zoltan Stieber (Alemannia Aachen) © Getty
Heiko Flottmann (VfL Osnabrück): 1. Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC), 3. Peter Niemeyer (Hertha BSC) © Getty
Mike Büskens (SpVgg Greuther Fürth): 1. Stefan Leitl (FC Ingolstadt), 2. Nils Petersen (Energie Cottbus), 3. Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC) © Getty
André Schubert (SC Paderborn): Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Julian Koch (MSV Duisburg), 3. Zoltan Stieber (Alemannia Aachen) © Getty
Peter Hyballa (Alemannia Aachen): 1. Adrian Ramos (Hertha BSC), 2. Nicolai Müller (SpVgg Greuther Fürth), 3. Nils Petersen (Energie Cottbus) © Getty
Benno Möhlmann (FC Ingolstadt): 1. Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Stefan Leitl (FC Ingolstadt), 3. Peter Niemeyer (Hertha BSC) © Getty
Rico Schmitt (Erzgebirge Aue): Simon Jentzsch (FC Augsburg), 2. Stefan Leitl (FC Ingolstadt), 2. Nils Petersen (Ebnergie Cottbus), 3. Julian Koch (MSV Duisburg) © Getty
Claus-Dieter Wollitz (Energie Cottbus): 1. Nils Petersen, 2. Julian Koch (MSV Duisburg), 3. Felix Klaus (SpVgg Greuther Fürth) © Getty
Hans-Jürgen Boysen (FSV Frankfurt): 1. Mike Wunderlich (FSV Frankfurt), 2. Julian Koch (MSV Duisurg), 3. Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC) © Getty
Uwe Neuhaus (Union Berlin): 1. Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Gibril Sankoh (FC Augsburg), 3. Andre Mijatovic (Hertha BSC) © Getty
Reiner Maurer (TSV 1860 München): 1. Adrian Ramos (Hertha BSC), 2. Nils Petersen (Energie Cottbus), 3. Zoltan Stieber (Alemannia Aachen) © Getty
Theo Schneider (Rot Weiß Oberhausen): 1. Uwe Hünemeier (Energie Cottbus), 2. Julian Koch (MSV Duisburg), 3. Marc-André Kruska (Energie Cottbus) © Getty
Norbert Meier (Fortuna Düsseldorf): 1. Nils Petersen (Energie Cottbus), 2. Jens Langeneke (Fortuna Düsseldorf), 3. Mimoun Azaouagh (VfL Bochum) © Getty
Rainer Scharinger (Karlsruher SC): 1. Adrian Ramos (Hertha BSC), 2. Zoltan Stieber (Alemannia Aachen), 3. Gibril Sankoh (FC Augsburg) © Getty
Milan Sasic (MSV Duisburg): 1. Julian Koch (MSV Duisurg), 2. Nils Petersen (Energie Cottbus), 3. Pierre-Michel Lasogga (Hertha BSC) © Getty
BUNDESLIGA: Marco Pezzaiuoli (1899 Hoffenheim): 1. Mario Götze (Borussia Dortmund), 2. Papiss Demba Cissé (SC Freiburg), 3. Mats Hummels (Borussia Dortmund) © Getty
Dieter Hecking (1. FC Nürnberg): 1. Mario Götze (Borussia Dortmund), 2. -, 3. - © Getty
Michael Oenning (Hamburger SV): Mario Götze (Borussia Dortmund), 2. -, 3. - © Getty
Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern): 1. Raùl (FC Schalke 04), 2. Sven Bender (Borussia Dortmund), 3. Papiss Demba Cissé (SC Freiburg) © Getty
Thomas Tuchel (FSV Mainz): 1. Mats Hummels (Borussia Dortmund), 2. Manuel Neuer (FC Schalke 04), 3. André Schürrle (FSV Mainz 05) © Getty
Ralf Rangnick (FC Schalke 04): 1. Manuel Neuer (FC Schalke 04), 2. Nuri Sahin, 3. Mario Götze (beide Borussia Dortmund) © Getty
Bruno Labbadia (VfB Stuttgart): 1. Nuri Sahin, Mats Hummels, 3. Mario Götze (alle Borussia Dortmund) © Getty
Lucien Favre (Borussia Mönchengladbach): 1. Shinji Kagawa, 2. Mario Götze, 3. Nuri Sahin (alle Borussia Dortmund) © Getty
Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): 1. Mario Götze, 2. Nuri Sahin, 3. Roman Weidenfeller (alle Borussia Dortmund) © Getty
Holger Stanislawski (FC St. Pauli): 1. Manuel Neuer (FC Schalke 04), 2. Lucas Barrios (Borussia Dortmund), 3. Fin Bartels (FC St. Pauli) © Getty
Mirko Slomka (Hannover 96): 1. Mario Götze (Borussia Dortmund), 2. Arturo Vidal (Bayer Leverkusen), 3. Shinji Kagawa (Borussia Dortmund) © Getty
Christoph Daum (Eintracht Frankfurt): 1. Manuel Neuer, 2. Mario Götze (Borussia Dortmund), 3. Maik Franz (Eintracht Frankfurt) © Getty
Andries Jonker (FC Bayern München): 1. Arturo Vidal (Bayer Leverkusen), 2. Manuel Neuer (FC Schalke 04), 3. Mario Gomez (FC Bayern) © Getty
Jupp Heynckes (Bayer Leverkusen): 1. Arturo Vidal (Bayer Leverkusen), 2. Mario Götze (Borussia Dortmund), 3. Mario Gomez (FC Bayern München) © Getty
Felix Magath (VfL Wolfsburg): 1. Raul (FC Schalke 04), 2. Nuri Sahin (Borussia Dortmund), 3. Julian Schieber (1. FC Nürnberg) © Getty
Robin Dutt (SC Freiburg): keine Bewertung © Getty
Thomas Schaaf (Werder Bremen): Mario Götze (Borussia Dortmund), Arturo Vidal (Bayer Leverkusen), Pappis Demba Cissé (SC Freiburg) und André Schürrle - in beliebiger Reihenfolge. © Getty
Dirk Lottner (Co-Trainer 1. FC Köln): 1. Nuri Sahin (Borussia Dortmund), 2. Mario Götze (Borussia Dortmund), 3. Arturo Vidal (Bayer Leverkusen) © Getty

Das Motto der Feier war schon knapp vier Stunden zuvor auf einem großen Plakat zu lesen gewesen, das die Anhänger von Borussia Mönchengladbach nach dem 1:1 (0:1) beim Zweitliga-Dritten VfL Bochum im Rückspiel der Relegation ausgerollt hatten: „1. Liga - Gott sei Dank!“

Am Ende der grandiosen Aufholjagd der vergangenen Wochen stand der Klassenerhalt, und für den umjubelten Favre war es ein Sieg des Willens. „Wir konnten diese Gelegenheit einfach nicht verpassen, das war einfach nicht vorstellbar. Wir sind durch, und wir haben all das verdient“, sagte der Schweizer.

Favre ist der Architekt des kleinen Fußball-Wunders, das der fünfmalige deutsche Meister am Mittwochabend vollendete und das ihn gelassen in die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung am Sonntag gehen lässt. Mitte Februar hatte Favre in vermeintlich auswegloser Situation die Nachfolge von Michael Frontzeck angetreten und das Team in zwölf Spielen (20 Punkte) in die Relegation geführt. „Lucien Favre hat maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt, weil er Struktur in die Mannschaft gebracht hat“, sagte Torwart Marc-Andre ter Stegen: „Man kann schon sagen: Er kam, sah und siegte.“

Es war nicht verwunderlich, dass nicht Matchwinner Marco Reus, sondern Favre noch auf dem Rasen der Bochumer Arena im Mittelpunkt des Jubelsturms stand. Die Spieler ließen ihren Trainer vor der Fankurve hochleben. „Unbeschreiblich, was für eine Last von uns abgefallen ist“, sagte Reus, der sich nach dem Party-Marathon nun noch auf sein Debüt in der Nationalmannschaft freuen darf.

Mit seinem Treffer in der 72. Minute hatte der Shootingstar für den Befreiungsschlag gesorgt und nach dem Eigentor von Havard Nordtveit (24.) gegen die tapfer kämpfenden Bochumer die letzten Zweifel am Klassenerhalt der Borussia beseitigt. Nach dem Gladbacher 1:0 im Hinspiel und ihrer schwachen Leistung in der ersten Halbzeit drohte lange der Gang in die Verlängerung oder gar Schlimmeres.

Doch Favre fand in der Halbzeitpause mal wieder die richtigen Worte und seine Elf doch noch zu ihrem Spiel. Und so bekamen die Gladbacher Anhänger, die im Bochumer Stadion ausgeharrt hatten, noch vor Mitternacht ganz besondere Trophäe überreicht. Nur in Unterhose bekleidet ging Mike Hanke knapp eine Stunde nach Spielende noch einmal zu den Fans und verteilte die gerade in der Kabine abrasierten Dante-Locken. „Er sieht so viel hübscher aus“, sagte Favre, während sich der Brasilianer nicht ganz sicher war: „Da muss ich erst meine Frau fragen.“

Das Thema Dante wurde allerdings schnell ernst. Während der Verbleib von Reus als sicher gilt, hebt der angeblich von mehreren Liga-Konkurrenten umworbene Dante, der noch einen Vertrag bis 2014 besitzt, schon in der Stunde des Triumphes mal vorsichtig den Zeigefinger. „Ich fühle mich wohl in Gladbach, aber ich habe hohe Ziele. Wir müssen uns unterhalten“, sagte der Abwehr- und Schlüsselspieler in Richtung Klubführung.

Auf Sportdirektor Max Eberl warten in der Sommerpause eine Menge Baustellen. Dass der Ex-Profi auch nach der Mitgliederversammlung die Geschicke des Klubs lenken wird und nicht „Revoluzzer“ Stefan Effenberg, scheint sicher. Auch wenn es kein Verantwortlicher laut ausspricht, glaubt wohl niemand mehr, dass die oppositionelle „Initiative Borussia“ von Effenberg und Co. die für die angestrebte Satzungsänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nach dem Happy End von Bochum zusammenbekommt.

„Diese Satzungsänderungen können dem Verein in Zukunft gefährlich werden. Nur darum geht es am Sonntag, und nicht um Positionen“, sagte Eberl. Favre, der seinen Posten - unter welcher Führung auch immer - sicher hat, wurde noch weniger konkret: „Wir sind gerettet - und über die andere Sache spreche ich nicht.“

sid

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