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Gladbach feiert Favre: "Er kam, sah und siegte"

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Lucien Favre wurde nach dem Klassenerhalt von seinen Spielern gefeiert © Getty

Mönchengladbach - Shootingstar Marco Reus schoss das wichtigste Tor für Borussia Mönchengladbach in dieser Saison, doch gefeierter Held nach dem Happy End ist Retter Lucien Favre.

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anstimmte und Glatzkopf Dante auch ohne seine Kult-Mähne zum Partylöwen wurde, hielt sich der Retter vornehm im Hintergrund. Lucien Favre verfolgte mit zufriedenem Lächeln und bierdurchtränktem Jackett auf der Feier-Bühne im Borussia-Park den Höhepunkt der wilden Nicht-Abstiegs-Party mit immer noch 6000 glückseligen Fans.

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Das Motto der Feier war schon knapp vier Stunden zuvor auf einem großen Plakat zu lesen gewesen, das die Anhänger von Borussia Mönchengladbach nach dem 1:1 (0:1) beim Zweitliga-Dritten VfL Bochum im Rückspiel der Relegation ausgerollt hatten: „1. Liga - Gott sei Dank!“

Am Ende der grandiosen Aufholjagd der vergangenen Wochen stand der Klassenerhalt, und für den umjubelten Favre war es ein Sieg des Willens. „Wir konnten diese Gelegenheit einfach nicht verpassen, das war einfach nicht vorstellbar. Wir sind durch, und wir haben all das verdient“, sagte der Schweizer.

Favre ist der Architekt des kleinen Fußball-Wunders, das der fünfmalige deutsche Meister am Mittwochabend vollendete und das ihn gelassen in die mit Spannung erwartete Mitgliederversammlung am Sonntag gehen lässt. Mitte Februar hatte Favre in vermeintlich auswegloser Situation die Nachfolge von Michael Frontzeck angetreten und das Team in zwölf Spielen (20 Punkte) in die Relegation geführt. „Lucien Favre hat maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt, weil er Struktur in die Mannschaft gebracht hat“, sagte Torwart Marc-Andre ter Stegen: „Man kann schon sagen: Er kam, sah und siegte.“

Es war nicht verwunderlich, dass nicht Matchwinner Marco Reus, sondern Favre noch auf dem Rasen der Bochumer Arena im Mittelpunkt des Jubelsturms stand. Die Spieler ließen ihren Trainer vor der Fankurve hochleben. „Unbeschreiblich, was für eine Last von uns abgefallen ist“, sagte Reus, der sich nach dem Party-Marathon nun noch auf sein Debüt in der Nationalmannschaft freuen darf.

Mit seinem Treffer in der 72. Minute hatte der Shootingstar für den Befreiungsschlag gesorgt und nach dem Eigentor von Havard Nordtveit (24.) gegen die tapfer kämpfenden Bochumer die letzten Zweifel am Klassenerhalt der Borussia beseitigt. Nach dem Gladbacher 1:0 im Hinspiel und ihrer schwachen Leistung in der ersten Halbzeit drohte lange der Gang in die Verlängerung oder gar Schlimmeres.

Doch Favre fand in der Halbzeitpause mal wieder die richtigen Worte und seine Elf doch noch zu ihrem Spiel. Und so bekamen die Gladbacher Anhänger, die im Bochumer Stadion ausgeharrt hatten, noch vor Mitternacht ganz besondere Trophäe überreicht. Nur in Unterhose bekleidet ging Mike Hanke knapp eine Stunde nach Spielende noch einmal zu den Fans und verteilte die gerade in der Kabine abrasierten Dante-Locken. „Er sieht so viel hübscher aus“, sagte Favre, während sich der Brasilianer nicht ganz sicher war: „Da muss ich erst meine Frau fragen.“

Das Thema Dante wurde allerdings schnell ernst. Während der Verbleib von Reus als sicher gilt, hebt der angeblich von mehreren Liga-Konkurrenten umworbene Dante, der noch einen Vertrag bis 2014 besitzt, schon in der Stunde des Triumphes mal vorsichtig den Zeigefinger. „Ich fühle mich wohl in Gladbach, aber ich habe hohe Ziele. Wir müssen uns unterhalten“, sagte der Abwehr- und Schlüsselspieler in Richtung Klubführung.

Auf Sportdirektor Max Eberl warten in der Sommerpause eine Menge Baustellen. Dass der Ex-Profi auch nach der Mitgliederversammlung die Geschicke des Klubs lenken wird und nicht „Revoluzzer“ Stefan Effenberg, scheint sicher. Auch wenn es kein Verantwortlicher laut ausspricht, glaubt wohl niemand mehr, dass die oppositionelle „Initiative Borussia“ von Effenberg und Co. die für die angestrebte Satzungsänderung notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nach dem Happy End von Bochum zusammenbekommt.

„Diese Satzungsänderungen können dem Verein in Zukunft gefährlich werden. Nur darum geht es am Sonntag, und nicht um Positionen“, sagte Eberl. Favre, der seinen Posten - unter welcher Führung auch immer - sicher hat, wurde noch weniger konkret: „Wir sind gerettet - und über die andere Sache spreche ich nicht.“

sid

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