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Glasner nimmt müde Eintracht-Profis in Schutz

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Eintracht-Coach
Nahm seine Spieler nach der Niederlage bei Union Berlin in Schutz: Eintracht-Coach Oliver Glasner. © Andreas Gora/dpa

Nach dem Stimmungsintensivausflug an die Costa Brava gibt es für Eintracht Frankfurt in Berlin nichts zu holen. Außer Aufbauarbeit von den eigenen Fans. In der Liga sind die europäischen Ränge fern.

Berlin - Die Eintracht-Fans feierten trotzdem. Diesmal nicht mit rund 30.000 wie drei Tage zuvor in weiß im Camp Nou. Diesmal mit eher 3000 meist in schwarz gekleideten Anhängerinnen und Anhängern in der Alten Försterei.

Und die erschöpft und ausgelaugt wirkenden Profis konnten die Seelen-Aufmunterung nach der 0:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin gut gebrauchen. „Die Spieler haben alles raus gepresst, was noch drin war, die Zitrone war aber heute leer“, sagte Eintracht-Coach Oliver Glasner.

„Natürlich haben die Leistung und der Aufwand vom Donnerstag mit reingespielt, als wir über 100 Minuten auf dem Platz gestanden haben. Es war unglaublich intensiv und emotional, auch nach dem Spiel noch mit den Fans“, sagte Jens Grahl, der nach fast sechs Jahren kein erfolgreiches Comeback in der Fußball-Bundesliga hinlegte - Grahl ersetzte den verletzungsbedingt fehlenden Stammkeeper Kevin Trapp.

Trapp und Co. gezeichnet

Der 31-Jährige trug eine Bänderdehnung im Handgelenk vom rauschenden Abend in Barcelona davon. Doch auch Trapps Mitspieler wirkten gezeichnet. Nicht mal 72 Stunden nach dem Fußball-Fest beim gefühlten Heimspiel dank der vielen Eintracht-Fans hatten die Frankfurter der Wucht und Intensität der Berliner nicht viel entgegenzusetzen. Auch fünf frische Feldspieler brachten nichts. Physisch und mental seien seine Spieler nicht in der Lage gewesen, ihre beste Leistung abzurufen, sagte Glasner: „Das nehme ich zu 100 Prozent auf meine Kappe.“

Aber wer könnte es ihnen auch verdenken. Die magische Nacht in Barcelona, der Einzug ins Halbfinale der Europa League, die Aussicht auf den ersten internationalen Titel seit 1980 - selbst Unions Trainer Urs Fischer befand: „Drei Tage später wieder bereit zu sein, ist unheimlich schwierig.“

Glasner gönnte unter anderen Angreifer Rafael Borré, einer der beiden Torschützen in Barcelona, eine Verschnaufpause. Dafür sollte Gonçalo Paciência für Gefahr sorgen. Der 27 Jahre alte Portugiese bekam erstmals seit dem 24. Oktober vergangenen Jahres die Chance von Beginn an. Viel klappte aber auch bei ihm nicht.

Keine Vorwürfe vom Trainer

Vorwürfe vom Trainer gab es aber an keinen seiner Spieler. „Ich kann sie nicht am Donnerstag in den Himmel loben und heute dann draufhauen“, sagte der 47 Jahre alte Österreicher und erklärte die fehlende Frische bei seinen Profis mit den vielen Spielen in den vergangenen Wochen, in denen die Möglichkeiten, sich erneut über die Liga für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren, weiter geschmolzen sind.

Nur zwölf Zähler aus den 13 Rückrundenspielen in diesem Jahr. Nur Platz zehn in der Meisterschaft. Bezwinger Union ist als Sechster nun schon satte acht Punkte voraus. „Ich weiß nicht, ob der Zug abgefahren ist, das werden wir sehen“, kommentierte Glasner.

Dass er nun auch deswegen das Augenmerk nur noch auf die anstehende Europapokalaufgabe mit dem Halbfinale gegen West Ham United richtet, braucht aber keiner glauben. „Das gibt es bei mir und bei uns nicht, dass wir ein Spiel abschenken werden“, sagte Glasner und erteilte seinen müden Helden von Barcelona erstmal eine Mini-Trainingspause: „Jetzt konzentrieren wir uns mal zwei Tage gar nicht.“ dpa

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