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„Glückstor“ bei Chelsea-Pleite - Leichte Kritik an Tuchel

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Chelsea-Coach
Verpasste im FA-Cup-Finale seinen ersten Titel mit Chelsea; Trainer Thomas Tuchel. © Nick Potts

Im FA-Cup-Finale fehlt dem FC Chelsea das Glück. Trainer Thomas Tuchel muss sich aber auch leichte Kritik gefallen lassen. In den verbleibenden drei Spielen kann er immer noch eine erfolgreiche Saison feiern.

London (dpa) - Thomas Tuchel bemühte sich, die Niederlage in seinem ersten englischen Endspiel pragmatisch zu sehen.

„Wenn man im Finale steht, kann man nicht garantieren, dass man am Ende auch eine Trophäe bekommt“, sagte er nach Chelseas 0:1 (0:0) im FA Cup gegen Leicester City. „Ich glaube, wir hätten es verdient gehabt zu gewinnen, aber es ist in Ordnung, wir müssen akzeptieren, dass wir heute Pech hatten.“ Tuchel und seiner Mannschaft bleiben noch drei Spiele, um die Saison trotzdem sehr erfolgreich abzuschließen.

Vor mehr als 20.000 Zuschauern im Londoner Wembley-Stadion hatten die Londoner Pech, als Youri Tielemans nach einer guten Stunde aus 25 Metern abzog. „Wir haben ein Tor aus dem Nichts kassiert“, befand Tuchel. „Ein fantastisches Tor und ein Glückstor.“ Und das Siegtor für Leicester. Am Ende fehlte Chelsea das Glück, als Ben Chilwells vermeintlicher Ausgleich kurz vor dem Abpfiff nicht zählte, weil der Videoassistent ihn ein paar Millimeter im Abseits gesehen hatte.

Allerdings gab es auch leichte Kritik am deutschen Trainer, der in seiner noch jungen Amtszeit beim FC Chelsea fast alles richtig gemacht hat, sich aber nach Meinung englischer Medien im Finale verzockte. „Tuchels Taktik war irgendwie reserviert, was bei ihm eigentlich ein bisschen ein Trend in Endspielen ist“, meinte die Zeitung „The Independent“.

Der „Telegraph“ monierte, dass - wie einige Tage zuvor beim 0:1 gegen Arsenal in der Premier League - erneut Pokalkeeper Kepa im Tor stand, nicht die zehn Zentimeter größere Nummer eins Édouard Mendy. „Mendy war in dieser Saison für Chelsea überragend, aber Tuchel setzte Kepa in zwei der wichtigsten Saisonspiele ein“, schrieb das Blatt, „und die Blues haben beide verloren.“ Ob der 1,97 Meter große Mendy das Tor oder die Niederlage verhindert hätte, bleibt dahingestellt.

Chelsea kontrollierte weite Teile des Spiels, doch die Angreifer, darunter der deutsche Nationalspieler Timo Werner in der Startelf und die spät eingewechselten Olivier Giroud und Kai Havertz, taten sich gegen Leicesters Defensive schwer. „Das verfolgt uns ein bisschen durch die Saison: ein Mangel an Gelassenheit und Präzision“, sagte Tuchel, der seiner Mannschaft sonst keine Vorwürfe machen wollte.

Viel Zeit, um dem Pokal nachzutrauern, bleibt ihm ohnehin nicht. Denn Chelsea hat praktisch drei Endspiele. Schon am Dienstag geht es in der Premier League wieder gegen Leicester. „Jetzt geht es darum zurückzukommen und die richtige Mentalität zu zeigen“, forderte der Chelsea-Trainer. „Wir haben eine Trophäe verpasst, und wir sind traurig darüber. Aber jetzt haben wir einen anderen Wettbewerb.“

Gegen Leicester, das sich den FA Cup erstmals in der Clubgeschichte sicherte, und am letzten Spieltag bei Aston Villa geht es für die Blues um die Champions-League-Qualifikation. Nur mit zwei Siegen kann Chelsea sichergehen, dass Liverpool nicht noch vorbeizieht. Die Tuchel-Elf hat eine zweite Möglichkeit, sich für die Königsklasse zu qualifizieren - indem sie am 29. Mai das Champions-League-Finale gegen Meister Manchester City gewinnt. Auch da braucht Chelsea Glück.

© dpa-infocom, dpa:210515-99-613215/3

Aussagen von Thomas Tuchel

FA-Cup-Website

"Telegraph"-Kommentar

"Independent"-Kommentar

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