Götze-Schock für BVB: Jungstar fällt lange aus

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Mario Götze

Dortmund - Rückschlag für Borussia Dortmund: Nationalspieler Mario Götze wird dem deutschen Meister lange fehlen. Die BVB-Verantwortlichen reagieren geschockt.

Dem perfekten Wochenende folgte ein schmerzhafter Tiefschlag. Am Freitag hatte Mario Götze seinem künftigen Teamkollegen Marco Reus noch per SMS zum Sieg über die Bayern gratuliert, am Sonntag schoss Borussia Dortmund den Hamburger SV mit 5:1 vom Platz - doch am Dienstag war die gute Laune beim deutschen Fußball-Nationalspieler und seinem Verein urplötzlich verflogen. Der 19-Jährige wird wegen einer Überlastung und Stressreaktion des Schambeins sechs bis acht Wochen lang nicht spielen können; ein schwerer Schlag für die Titelträume des deutschen Meisters.

Götze hatte bereits in Hamburg gefehlt, aber „diese Diagnose trifft uns natürlich hart. Wir müssen versuchen, seinen Ausfall so gut wie möglich zu kompensieren“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc dem SID. „Ich hoffe, dass Mario im zweiten Abschnitt der Rückrunde wieder eingreifen und sich auch für die EM empfehlen kann. Aber in erster Linie fehlt er zunächst mal uns und nicht der Nationalmannschaft.“ Götze wird nur ein Spiel des DFB-Teams verpassen: den Test gegen Frankreich am 29. Februar in Bremen. Am Sonntag und Montag wird er in München an einem Marketingtermin mit der Nationalelf teilnehmen.

Fußballer / Fußballerin / Trainer des Jahres 2011: Die Top Ten

Klicken Sie sich hier durch die Top Ten der vom Kicker im Juli 2011 organisierten Wahl zu "Fußballer des Jahres", "Fußballerin des Jahres" und "Trainer des Jahres". Angegeben sind jeweils die Vereine in der Rückrunde 2010/2011. © Getty
FUSSBALLER DES JAHRES - DIE TOP TEN: 10. Arjen Robben (Bayern München) 18 © Getty
9. Marco Reus (Bor. Mönchengladbach) 22 © Getty
8. Andre Schürrle ( FSV Mainz 05) 25 © Getty
7. Raul (Schalke 04) 27 © Getty
6. Mats Hummels (Bor. Dortmund) 43 © Getty
5. Mesut Özil (Real Madrid) 86 © Getty
4. Mario Götze (Bor. Dortmund) 101 © Getty
3. Nuri Sahin (Bor. Dortmund) 142 © Getty
2. Mario Gomez (Bayern München) 190 © Getty
1. Manuel Neuer (Schalke 04, inzwischen FC Bayern) 210 © dpa
FUSSBALLERIN DES JAHRES - DIE TOP TEN: 10. Celia Okoyino da Mbabi (Neuenahr) 25 © Getty
9. Conny Pohlers (1. FFC Frankfurt) 35 © Getty
8. Nadine Angerer (1. FFC Frankfurt) 43 © Getty
7. Kerstin Garefrekes (1. FFC Frankfurt) 49 © Getty
6. Simone Laudehr ( FCR Duisburg) 51 © Getty
5. Alexandra Popp ( FCR Duisburg) 61 © Getty
4. Kim Kulig (Hamburger SV) 87 © Getty
2. Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt) 88 © Getty
ebenfalls 2. Inka Grings ( FCR Duisburg) 88 © Getty
1. Fatmire Bajramaj (Turbine Potsdam) 223 © Getty
TRAINER DES JAHRES - DIE TOP TEN: 10. Bernd Schröder (Turbine Potsdam) 7 © Getty
9. Frank Schaefer (1. FC Köln) 9 © Getty
8. Robin Dutt ( SC Freiburg, inzwischen Bayer Leverkusen) 10 © Getty
7. Marco Kurz (1. FC Kaiserslautern) 11 © Getty
6. Jupp Heynckes (Bayer Leverkusen, inzwischen Bayern München) 12 © Getty
5. Di eter Hecking (1. FC Nürnberg) 19 © Getty
4. Thomas Tuchel (1. FSV Mainz 05) 30 © Getty
3. Lucien Favre (Mönchengladbach) 38 © Getty
2. Mirko Slomka (Hannover 96) 52 © Getty
1. Jürgen Klopp (Bor. Dortmund) 743 © Getty

Ungleich härter trifft sein weiterer Ausfall den BVB. Götze wird unter anderem gegen Hannover 96, Hoffenheim und Bayer Leverkusen nicht dabei sein, bei der vielleicht meisterschaftsentscheidenden Serie kann er aber womöglich wieder spielen: Am 30., 31. und 32. Spieltag trifft Dortumnd nacheinander auf Bayern München, Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach - drei „Gipfeltreffen“ innerhalb von elf Tagen. „Ich hoffe, dass ich bald wieder mitmischen kann“, twitterte Götze am Dienstagnachmmittag.

Allerdings erweisen sich Schambein-Entzündungen oder -verletzungen häufig als langwierig, der Heilungsprozess ist schwer vorherzusehen. In der Bundesliga fielen deswegen zuletzt beispielsweise Arjen Robben vom FC Bayern oder Abwehrspieler Javier Pinola vom 1. FC Nürnberg aus.

Trainer Jürgen Klopp musste sich am Dienstag große Mühe geben, nicht zu negativ mit dem Ausfall seines Schlüsselspielers (5 Tore und 5 Assists in 14 Saisonspielen) umzugehen. „Das einzig Positive an dieser Verletzung ist, dass er jetzt endlich einmal ein paar Tage Ruhe hat und nicht in der Öffentlichkeit auftaucht“, sagte Klopp auf SID-Anfrage - der Rummel um Götze war ihm zuletzt wohl auf die Nerven gagangen.

„Mario weiß, dass wir auf ihn warten. Wichtig ist aber, dass er erst einmal wieder völlig gesund wird“, ergänzte Klopp. Am 19. Januar hatte Götze seine Fans via Facebook und Twitter noch zum „Daumendrücken“ aufgefordert. „Ich kann noch nicht sagen, wie schlimm es ist“, schrieb er. Seit Nationalmannschaftsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt die Diagnose des BVB-Teamarztes Dr. Markus Braun bestätigte, hat er die Gewissheit, dass es schlimmer ist als befürchtet.

Für die Dortmunder gibt es natürlich keinen Grund, jetzt den Kopf in den Sand zu stecken. Das 5:1 beim HSV war überragend herausgespielt - ohne Mario Götze. „Wir sind über jede Verletzung traurig und hoffen natürlich, dass Mario schnell wieder gesund wird“, betonte BVB-Präsident Reinhard Rauball im Gespräch mit dem SID und fügte hinzu: „Wir vertrauen jedem Spieler in unserem Kader. Und in Hamburg haben wir ja gerade eindrucksvoll bewiesen, dass wir auch ohne Mario eine blendende Vorstellung abliefern können.“

sid

Die Gewinner und Verlierer der Bundesliga-Hinrunde

Nur zwei Trainerentlassungen (Oenning/Babbel), aber ein Coach auf Abruf, kesse Kicker wie Marco Reus und Mario Götze und der Absturz des Felix Magath: Die Bundesliga-Vorrunde war wieder einmal einzigartig - und hatte ihre ganz besonderen Protagonisten. © dapd
GEWINNER: Lukas Podolski: Erst nahm man Kölns Kultkicker die Kapitänsbinde weg, dann lief er immer mehr zu Hochform auf. Mit 14 Toren und fünf Vorlagen hat der 26-jährige Nationalstürmer schon in der Vorrunde einen persönlichen Saisonrekord aufgestellt. © Getty
Kein Wunder, dass Schalke 04 “Gedankenspiele“ über seine Verpflichtung anstellt. “Wenn ich Köln verlasse, reizt mich auf jeden Fall das Ausland“, sagt Prinz Poldi, der bis 2013 unter Vertrag steht. © Getty
Mario Gomez: “Fußballer des Jahres 2007“, Torschützenkönig 2011 mit 28 Volltreffern - und auch 2012? Mit 16 Toren liegt der 50-fache Nationalspieler nach 17 Spieltagen so gut im Rennen wie nie zuvor und feierte mit dem FC Bayern die Herbstmeisterschaft. © Getty
Gomez kann nach versemmelten Chancen sogar “über mich selbst lachen“. Der Angreifer sorgte mit für eine Bestmarke: Noch nie schloss ein Team die erste Halbserie mit einer Tordifferenz von +33 ab. © Getty
Mario Götze: Am Schluss ging ihm etwas die Puste aus, ein Muskelfaserriss tat das Übrige. Aber der 19-Jährige ist Deutschlands größtes Fußballtalent. Angebote aus dem Ausland - sein Marktwert geht gegen 30 Millionen Euro - lassen den BVB kalt. © Getty
Götze wurde als “Golden Boy“ ausgezeichnet: Europas bester U 21-Spieler. Und er ist Sinnbild einer ganzen Generation, denn so jung waren die Bundesliga-Profis noch nie - im Durchschnitt nur 24,9 Jahre. © Getty
Marco Reus: Mönchengladbachs phänomenaler Aufschwung hat einen Vater - Trainer Lucien Favre - und einen Sohn: den wieselflinken, treffsicheren Angreifer mit dem kessen Haarschnitt. © Getty
Die Borussia hat ihr bestes Fohlen im Stall bis 2015 an sich gebunden, aber der 22-Jährige weckt mittlerweile Begehrlichkeiten nicht nur beim FC Bayern. Nach vier Absagen wegen Verletzung oder Krankheit gab Reus am 7. Oktober in der EM-Qualifikation gegen die Türkei endlich auch sein Länderspieldebüt. © Getty
Manuel Neuer: Der Nationalkeeper wuchs zum Riesen beim FC Bayern. Nur den Bundesliga-Rekord von Timo Hildebrand (884 Minuten) knackte der Ex-Schalker nicht, blieb aber bis zum 1:2 in Hannover 770 Zeigerumdrehungen ohne Gegentor. © Getty
Der 93 Kilo schwere Profi ist zudem ein Bewegungstalent: Beim 0:0 in Hoffenheim sprang er im senkrechten Spagat hoch und kickte den Ball, der auf dem Netz seines Tores lag, mit der Fußspitze zurück ins Feld. © Getty
Huub Stevens: Unter seiner Regie kehrte Ruhe ein auf Schalke. Tolle Bilanz des Niederländers als Nachfolger von Ralf Rangnick: In 16 Pflichtspielen gab es zwölf Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen und insgesamt nur zwölf Gegentore. © Getty
Die Königsblauen sind noch in der Europa League dabei, im DFB-Pokal - und in der Bundesliga als Bayern-Jäger. 1997 holte Stevens in seiner ersten Amtszeit den UEFA-Cup mit den Eurofightern, jetzt darf wieder geträumt werden. © dpa
Paolo Guerrero: Vom Bad Boy zum Sunny Boy. In seiner Heimat Peru gab es Kondome mit seinem Konterfei, als er Torschützenkönig bei der Copa América wurde. Beim HSV galt er lange nur als der enttäuschende 4-Millionen-Euro-Topverdiener. © Getty
Doch unter Trainer Thorsten Fink blühte der Stürmer auf. “Ich habe viel bei mir geändert. Ich habe lange keine Interviews gegeben, hart an mir gearbeitet.“ Jetzt hat Guerrero auch seine chronische Gastritis und die Flugangst im Griff. © Getty
VERLIERER:Felix Magath: 34 Gegentore, die erfolgloseste Auswärtsmannschaft. Nichts ist mehr übrig beim VfL Wolfsburg vom Zauber, den der 58-jährige Coach mit seinem Meistercoup 2009 verbreitete. “Wir spielen gegen den Abstieg“, räumte er nach dem zwischenzeitlichen Sturz auf Platz 14 ein. © Getty
Trotz seiner Hire-and-Fire-Politik ist Geldgeber VW der Meinung, dass der Brillenträger noch den Durchblick hat. Zwölf Neue sind nicht genug. Im Winter will Magath weiter einkaufen - und Profis loswerden. © AP
Schiedsrichter: Die bis dato selten beachtete Branche der Pfeifenmänner kommt nicht zur Ruhe. Der - jetzt gerichtlich beigelegte - Dauerzwist zwischen Ex-Funktionär Manfred Amerell und dem früheren FIFA-Unparteiischen Michael Kempter © Getty
Dazu die Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Spitzenreferees und der Suizidversuch von Bundesliga-Spielleiter Babak Rafati. Dazu Diskussionen um Torkamera und Profitum - viel Arbeit für den DFB und Präsident Theo Zwanziger. © Getty
Papiss Cissé: Vergangene Saison war der Senegalese die Lebensversicherung des SC Freiburg und mit 22 Treffern zweitbester Torschütze hinter Mario Gomez. Doch der 26-Jährige wollte unbedingt weg - und durfte nicht. © Getty
Cissé hofft anderswo auf einen noch besseren Vertrag, auch weil er in der Heimat mehr als 50 Angehörige unterstützt. Er traf neun Mal, aber der SC steht ganz unten. Und der mitunter lustlose Stürmer hat nicht mehr viele Freunde im Team. © Getty
Wolfgang Overath: Paukenschlag beim 1. FC Köln am 13. November: Der Weltmeister von 1974 trat nach sieben Jahren als Präsident zurück. © dpa
Auf Kölsch und nach bitteren Tränen verabschiedete sich der 68-Jährige mit den Worten: “Vielen, vielen Dank - und maht et jot“ (macht es gut). Zermürbt vom Führungschaos gab Overath bei der Mitgliederversammlung auf und sprach von “bösartiger Kritik“. Mit dem Herzen aber werde er immer am 1. FC Köln hängen. © Getty
René Adler: Als größtes deutsches Torwarttalent war der Leverkusener für die WM 2010 gesetzt. Dann das Aus durch eine Rippenoperation, jetzt die lädierte Patellasehne. © Getty
Der 26-Jährige kämpft um sein Comeback, hat aber keine Zukunft mehr bei Bayer. Der Club setzt auf Bernd Leno und hat für den Ex-Stuttgarter 7,5 Millionen hingelegt. Adler, so heißt es, habe sich bei den Vertragsverhandlungen verzockt. Jetzt muss der Überflieger von einst fast wieder von vorne anfangen. © Getty
Breno: Sportlich hat der brasilianische Abwehrspieler selten Schlagzeilen geschrieben, aber dann brannte es lichterloh - in seiner Villa im Münchner Stadtteil Grünwald. © Getty
Wegen des Verdachts der Brandstiftung musste der 22-Jährige am 24. September sogar in Untersuchungshaft. Gegen eine Kaution von 500 000 Euro wurde er freigelassen. Der FC Bayern kümmerte sich als sein Arbeitgeber um neues Haus und Wiedereingliederung. © Getty
Michael Oenning: Der zunächst einzige Trainer, der in dieser Hinrunde vorzeitig gehen musste - bis am 17. Spieltag doch noch Markus Babbel folgte. © dpa
Nach 13 sieglosen Bundesligaspielen (saisonübergreifend) wurde der 45-Jährige Oenning am 19. September beim Tabellenletzten Hamburger SV entlassen. Unter Nachfolger Thorsten Fink ging es aufwärts. Routinier Ralf Rangnick warf bei bei Schalke 04 selbst das Handtuch: ausgebrannt. Ein Novum in der Branche. © Getty
Hoffenheims Hausmeister: Mit einem Beschallungsapparat wollte der Mann, dessen Namen aus Sicherheitsgründen nicht publiziert wurde und über den Dietmar Hopp seine schützende Hand hielt, die Hassgesänge der gegnerischen Fans gegen den Milliardär übertönen. © Getty
Nach dem Spiel gegen Dortmund kam alles raus, die Liga heulte auf. Viel Lärm um eine unfaire Aktion: Keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen - das Verfahren der Staatsanwaltschaft wurde eingestellt. © dpa/Polizei

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