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Die große tz-Promi-Umfrage zur Fußball-WM

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München - Wer drückt wem die Daumen? Und wie gut kennen sich die TV-, Sport- und Politik-Größen im Fußball aus? Das lesen Sie in der großen tz-Umfrage mit Uschi Glas, Andrea Nahles, Axel Schulz & Co.

Zittern, mitfiebern und Daumen drücken! Das ganze Land freut sich auf die Weltmeisterschaft, am Donerstag geht’s mit der Partie Brasilien – Kroatien (22.00 Uhr, ZDF) los. Unsere Jungs bestreiten ihr WM-Auftaktspiel gegen Portugal zwar erst kommenden Montag, aber die tz-Promi-Elf steht pünktlich zum WM-Start heute Abend schon auf dem Platz und bezieht Stellung. „Brasilien wird eine gute Rolle spielen, und auch Argentinien! An ihnen hängt auch ein bisschen mein Herz, einfach weil ich es Messi so gönne! Ich bin großer Fan von ihm“, sagt beispielsweise Schauspieler Daniel Brühl. Wer sonst wem die Daumen drückt? Und wie gut sich die TV-, Sport- und Politik-Größen im Fußball auskennen, lesen Sie in der großen tz-Umfrage mit Uschi Glas, Andrea Nahles, Axel Schulz & Co.

1. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre erste WM? Wann war das, was ist besonders davon haften geblieben?

2. Wer waren Ihre ersten WM-Helden (müssen keine deutschen sein!)? Wer ist für Sie bis heute die größte Ikone des Fußballs?

3. Wer wird 2014 Weltmeister in Brasilien? Wo landet die deutsche Mannschaft? Welchem Team wünschen Sie persönlich ganz viel Glück und Erfolg?

Uschi Glas (70), TV-Liebling

1. Fußballist manchmal so nervenaufreibend, dass es passieren kann, dass ich den Fernseher ausschalte, weil ich es nicht mehr aushalte. Zuletzt ist mir das heuer im Champions-League-Halbfinale Bayern gegen Real Madrid passiert… Klar, es ist nur ein Spiel (lacht) – und manchmal halt trotzdem eine todernste Sache (lacht).

2. Entdeckt habe ich die Faszination in den 1970er-Jahren, als ich hier in München Franz Beckenbauer, Paul Breitner und Uli Hoeneß begegnete. Seitdem bin ich zu einem richtigen Fan geworden, inzwischen mit allem Drum und Dran: Die Weltmeisterschaft schau ich mir zu Hause auf Großleinwand an, wenn’s geht möglichst viele Spiele. Ich will ja auch wissen, wie die anderen Teams drauf sind – und mein Smart wird mit einem Deutschland-Fahnerl geschmückt.

3. Natürlich hoffe ich, dass wir den Titel gewinnen. Mancher unkt zwar, dass Jogi Löw noch keinen Titel geholt hat, aber für mich spricht gerade das dafür, dass wir dieses Mal dran sind. Die Truppe hat so viel klasse: Schweinsteiger, Lahm… aber man darf eigentlich gar keinen herausheben, weil alle exzellente Fußballer sind. Sollte es trotzdem nicht klappen, na dann würd’ ich’s notfalls auch den Brasilianern gönnen.

Alfons Schuhbeck (65), Starkoch

1. 1966 konnte ich nicht verstehen, wie sportlich die deutschen Spieler das dritte Tor der Engländer hinnahmen, und fühlte mich wie Uwe Seeler, als ich ihn am Ende vom Platz schleichen sah.

2. Bewundert habe ich, wie Franz Beckenbauer 1966 nach seiner ausgekugelten Schulter mit einer Armschlinge weiterspielte, wie Uwe Seeler 1970 akrobatisch mit dem Hinterkopf kurz vor Schluss den Ausgleich gegen England schaffte oder wie kaltblütig Andy Brehme 1990 in der 85. Minute beim Stande von 0:0 zum Elfmeter gegen Argentinien antrat.

Bei den drei größten Ikonen – Beckenbauer, Maradona, Pelé – beeindruckt mich am meisten, wie jungbleibend der Franz altert.

3. Dieses Jahr? Auf jeden Fall gewinnt ein Team, in dem jemand vom FC Bayern spielt, also: Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Holland, Kroatien, Schweiz oder Spanien. Ich fürchte, dass Brasilien im Finale gegen Deutschland gewinnt, weil der Heimvorteil wie der 12. Mann wirkt. Und besonders viel Glück wünsche ich selbstverständlich dem größten Außenseiter: Honduras.

Kai Pflaume (46), Fernsehmoderator

1. Meine erste echte WM war die 1974 in Deutschland. Mir sind natürlich in Erinnerung geblieben: das Tor von Sparwasser in Hamburg gegen die BRD, die Wasserschlacht von Frankfurt und das Siegestor von Müller im Finale gegen die Holländer!

2. Da ich schon als Kind Bayern München-Fan war, waren Gerd Müller, Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Sepp Maier damals meine Helden. Herausragend bis heute ist sicherlich Beckenbauer. Allein schon, da er als Spieler und als Trainer mit der deutschen Mannschaft Weltmeister wurde.

3. Ich drücke natürlich dem deutschen Team ganz fest die Daumen! Aber es hat auch Gründe, warum noch nie ein europäisches Team in Südamerika einen WM-Titel geholt hat. Neben Brasilien und Spanien gehört das deutsche Team auf jeden Fall in den erweiterten Kreis der Favoriten. Schon vom eigenen Anspruch und vom Selbstverständnis der Mannschaft her sollte das Halbfinale erreicht werden.

Andrea Nahles (43), Politikerin:

1. Mit der Fußball-Weltmeisterschaft verbinde ich in erster Linie die WM von 1970 in Mexiko. Ich wurde an dem Tag geboren, als die deutsche Nationalmannschaft im Spiel um Platz drei gegen Uruguay gewonnen hat. Diese Geschichte haben mir meine Eltern in meiner Kindheit immer wieder erzählt, daher muss ich bei jeder WM zuerst an Mexiko denken.

3. Die deutsche Nationalmannschaft kommt mindestens ins Halbfinale, da bin ich mir sicher. Aber natürlich haben sie mit Brasilien, Argentinien und Spanien sehr starke Gegner, auch Italien traue ich viel zu. In jedem Fall schaue ich mir alle deutschen Spiele an – bis zum Finale!

Axel Schulz (45), ehemaliger Box-Profi

1. Sorichtig bewusst mitbekommen habe ich 1990 den Triumph der deutschen Mannschaft, da war ich 22. Eigentlich recht spät – was aber auch daran lag, dass es bei uns in der DDR nicht ganz so erfolgreichen Fußball gab. Da haste nich so mitjefiebert, wa!

2. Wen ich richtig gut finde, weil er auch so eine Berliner Schnauze hat, ist Pierre Littbarski! Wie er seinen Weg gemacht hat, wie er sich auch in Japan durchgesetzt hat, davor ziehe ich meinen Hut!

Mit der Schlagzeile „Löws Team schlägt Brasilien K.o.“ könnte ich natürlich sehr gut leben. Wenn es auf ein Finale gegen den Gastgeber hinaus laufen würde, wäre das absolut perfekt!

3. Ich hoffe auf Deutschland und würde mich natürlich freuen, wenn sie sich da irgendwie durchwurschteln würden. Es wäre dann schließlich die vierte WM, das ist riesig! Und das auch noch in diesem fußballverrückten Land.

Carolin Reiber (73), BR-Legende

2. Meine ersten WM-Helden – das werd’ ich nie vergessen – waren die Buben von Sepp Herberger. Allen voran natürlich die Walter-Brüder, Fritz und Otmar. Ich war damals zehn und hab natürlich nichts im Fernsehen gesehen – aber die Stimmung hab ich aufgesogen. Und die war ganz speziell: Einerseits freuten sich die Menschen natürlich. Andererseits hab ich noch im Ohr, dass einige sagten: Um Himmels Willen, jetzt sind wir Weltmeister. Das wird man uns übel nehmen… Der Krieg war ja allen noch gegenwärtig.

3. 1974 bei der WM in Deutschland und dem Finale in München war das schon ganz anders, aber natürlich immer noch lange nicht so ein Hype, wie wir’s heute erleben. Ich drück’ natürlich unserer Elf die Daumen und glaub’ auch, dass sie gute Chancen hat, den Titel zu holen. Aber ich muss zugeben, dass ich auch Sympathien für die Italiener und Spanier habe. Schön ist auch, dass die Schweizer dabei sind. Ich mag es, wie die Begeisterung während der WM langsam wächst, da lass ich mich gern anstecken.

Sabine Christiansen (56), Journalistin und Fernsehmoderatorin

1. Ich kann gar nicht genau sagen, was meine erste WM-Erfahrung war – und vor allem wann. Ich weiß nur, dass die WM in unserem Land ein ganz besonderes Erlebnis war! Ich habe 2006 eine flächendeckende Stimmung erlebt, wie ich sie nicht erwartet hatte. Ich stand jetzt nicht mit vielen tausend Menschen vor einer riesigen Leinwand, aber im kleineren Kreis hat es selbstverständlich ein Rudelgucken gegeben, im privaten Rahmen.

2. Ein Held hat sich dabei für mich nicht herauskristallisiert. Ich fand die ganze Mannschaft toll, möchte keinen herausheben.

3. Für dieses Jahr glaube ich an eine Überraschungsmannschaft, an ein Team, das wir noch gar nicht auf der Rechnung haben. Südamerika wird insgesamt eine ganz spannende Angelegenheit, man darf die Verhältnisse dort unten nicht unterschätzen! Das könnte einiges durcheinander bringen. Daher sehe ich es auch eher als Wunschdenken an, wenn wir unsere Mannschaft als großen Favoriten bezeichnen.

Daniel Brühl (35), Schauspieler mit spanischen Wurzeln

1. Ich weiß noch genau, dass ich immer geheult habe, wenn ich zu den WM-Spielen 1986 nicht wach bleiben durfte. Dementsprechend jung war ich da. So richtig auf dem Schirm habe ich daher die WM ’90 – das Endspiel habe ich in den Sommerferien in Spanien gesehen. Bei Brehmes 1:0 habe ich wohl am lautesten gefeiert.

2. Auf spanischer Seite mochte ich damals immer Butragueno, aber das war ja noch die Generation von Spanien, die immer verloren hat. Das war sehr bitter. Bei den Deutschen wusste ich gar nicht, wie ich mich entscheiden sollte. Da hing mein Herz eher an denen, die beim 1. FC Köln gespielt haben: Pierre Littbarski, Bodo Illgner, davor natürlich Toni Schumacher. Und auch Thomas Häßler. Die 90er-Mannschaft mit Matthäus, Brehme, Völler, Kohler war ja insgesamt ein Dreamteam – und das ist auch dieses Jahr meine

3. Hoffnung! Trotzdem denke ich, wird Brasilien eine gute Rolle spielen, und auch Argentinien! An ihnen hängt auch ein bisschen mein Herz, einfach weil ich es Messi so gönne! Ich bin großer Fan von ihm. Ein WM-Titel wäre das Letzte, was ihm noch fehlt, um endgültig unsterblich zu werden. Spanien wird es nicht noch mal machen, glaube ich.

WM 2014: Spielplan als PDF-Download, Termine und Hintergründe

Fernanda Brandao (31), Sängerin und Moderatorin aus Brasilien

1. Die erste WM die ich bewusst erlebt habe war 1990, das Jahr in dem Deutschland den Sieg holte. Ich war 7 Jahre alt. Meine beiden Großtanten haben damals schon in Deutschland gewohnt, waren aber zu der Zeit in Brasilien zu Besuch. Ich kann mich so gut daran erinnern, weil ich damals selbst für Deutschland mitgefiebert und mich sehr über den Sieg gefreut habe, durch den Besuch meiner Großtanten und deren Euphorie für die deutsche Mannschaft, war es, als hätte Brasilien gewonnen.

2. Ganz klar, mein Held ist und bleibt natürlich Pelé. Er ist Brasiliens Fußballgott und ich hatte im letzten Jahr die große Ehre, ihn zu treffen. Es war einer der größten Momente meines Lebens. Ich bin extra zu seinen Dreharbeiten für VW nach Barcelona geflogen, um ein Foto mit ihm zu machen und am Ende war ich sein Dolmetscher, weil keiner am Set Portugiesisch konnte.

Antoine Monot Jr. (39), Schauspieler („Ein Fall für zwei“)

1. Die Weltmeisterschaft, an die ich mich am besten erinnern kann, ist die von 1998. Die haben wir im Rahmen von Dreharbeiten zu Absolute Giganten geschaut. Ich hatte damals genauso wenig Ahnung von Fußball wie heute und hab mit meiner Unwissenheit alle genervt. Damals spielte Deutschland im Viertelfinale gegen Kroatien und ich hab die ganze Zeit gesagt, dass die Jungs fertig seien und sowieso rausfliegen.

3. Als die dann tatsächlich drei Tore kassierten, hat mich der Regisseur fast gelyncht. Deshalb mein Tipp für diese WM: Deutschland gewinnt. Ich will nicht noch mal Schuld auf mich laden…

3. Wer dieses Jahr den Titel gewinnt, ist sehr schwer zu sagen. Und für mich ganz besonders, weil mein Herz natürlich sowohl für die deutsche als auch für die brasilianische Mannschaft schlägt. Ich gönne den WM Titel wirklich beiden Ländern. Für die deutsche Elf wäre es nach 24 Jahren endlich mal wieder Zeit den Sieg nach Hause zu holen.

Wanja Mues (41), Schauspieler („Ein Fall für zwei“)

1. Meine erste WM war 1986, damals war ich 13 und leidenschaftlicher Panini-Sammler. Ich weiß noch wie ich bei jeder Gelegenheit an den Kiosk gepilgert bin, um mein Taschengeld in Klebebildchen umzusetzen. Ein kleiner Trost dafür, dass ich nie Trikots haben durfte, weil meine Öko-Eltern darauf bestanden haben, dass ich nur Baumwolle trage. Schrecklich.

3. Mit meinen Kindern werde ich diese WM Tag und Nacht schauen. Ich freu mich schon und bin mir sicher: Deutschland oder Brasilien gewinnt.

Umfrage: mic

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