Fußballtradition aus Köpenick

1. FC Union Berlin: Gründung, Erfolge, Stadion – alle Infos zu den Eisernen

Fans des 1. FC Union Berlin in der Alten Försterei in Berlin-Köpenick
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Fans des 1. FC Union Berlin in der Alten Försterei in Berlin-Köpenick

Der 1. FC Union Berlin ist ein Kult-Verein aus Ost-Berlin mit vielen Erfolgen. In der Saison 2019/20 spielten die Eisernen erstmals in der Bundesliga.

  • Der 1. FC Union Berlin wurde 1966 gegründet und hat Kultstatus.
  • Der Traditionsverein ist einer der wenigen Ost-Klubs in der höchsten deutschen Spielklasse.
  • Die Eisernen engagieren sich abseits des Feldes mit einer eigenen Stiftung für soziale Projekte.

Berlin – Der 1. FC Union Berlin ist seit der Saison 2019/20 in der Bundesliga vertreten. Für den Kult-Klub aus der ehemaligen DDR war der Aufstieg in die höchste Spielklasse in Deutschland einer der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Neben dem 1. FC Union Berlin aus Köpenick gibt es mit RB Leipzig und Hertha BSC nur noch zwei weitere erstklassige Teams aus den neuen Bundesländern. Union Berlin, von den treuen Anhängern wegen der Kampfeslust und Verbissenheit des Teams auch wertschätzend „Eisern Union“ genannt, wurde in seiner jetzigen Form 1966 gegründet.

Erklärtes Ziel der Eisernen in der ersten Bundesligasaison ist ganz klar der Klassenerhalt. Einen direkten Wiederabstieg in die 2. Bundesliga will das Team um den Schweizer Trainer Urs Fischer und Präsidenten Dirk Zingler unbedingt verhindern. Mit dem Rückhalt der fast 35.000 Vereinsmitglieder will sich der Ost-Verein mit Kultstatus in der Bundesliga etablieren. Vor dem Aufstieg in das Königshaus des deutschen Fußballs spielte der 1. FC Union Berlin zehn Jahre in Folge in der 2. Bundesliga. Stadtrivale der Traditionskicker aus Berlin-Köpenick ist Hertha BSC, ebenfalls vertreten in der Bundesliga.

1. FC Union Berlin: Gründung des Traditions-Klubs

Die Gründungsgeschichte des 1. FC Union Berlin geht bis ins Jahr 1906 zurück. Damals schlossen sich im südöstlichen Berliner Stadtteil Oberschöneweide mehrere Fußballvereine zum FC Olympia Oberschöneweide zusammen. Aus Olympia wurde drei Jahre später 1909 Union Oberschöneweide. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkriegs konnte Union erste große Erfolge einfahren. 1920 wurden die Unioner aus Oberschöneweide Berliner Meister. Die Nachkriegsjahre ab 1950 waren für die Sportler der Union besonders schwierig. Die Neuorganisation und Parallelentwicklung unterschiedlicher Ost- und West-Ligen führte zum Abgang vieler Leistungsträger der Eisernen. Nur wenige Mitglieder und Spieler des Vereins blieben in der DDR. Die geschwächte Union hatte erhebliche Probleme, sich im DDR-Ligabetrieb zu halten.

Politisch forcierte Zusammenschlüsse mit anderen Sport-Klubs brachten Namenswechsel mit sich. Mitte der 1960er Jahre sollten auf Anweisung der DDR-Regierung Sportleistungszentren etabliert werden, die als Fußballschmieden gelten sollten. Als eines dieser Leistungszentren wurde der Berliner Bezirk Treptow-Köpenick auserkoren. Am 20. Januar 1966 dann wurde aus dem Team der Union Oberschöneweide der heutige 1. FC Union Berlin.

1. FC Union Berlin – Die größten Erfolge und Titel:

  • Als SC Union Oberschöneweide Berliner Meister 1920, 1923, 1940 und 1948.
  • Als 1. FC Union Berlin Ost-Berliner Meister 1966, 1969 und 1975.
  • Nach der Vereinigung Berliner Pokalsieger 1994, 2007 und 2009.
  • Erreichen der 2. Hauptrunde im UEFA-Pokal 2001/02.
  • Erstmals in der Vereinsgeschichte Aufstieg in die Bundesliga 2019.

1. FC Union Berlin: Aufstieg in die Bundesliga

In der Aufstiegssaison 2018/19 mussten die Fans von Eisern Union bis zur letzten Minute bangen. Der Aufstieg von der 2. Bundesliga ins Oberhaus konnte erst mit dem Schlusspfiff im zweiten Relegationsspiel gegen den VfB Stuttgart besiegelt werden. Nach einer hervorragenden Saison, mit einer beeindruckenden Serie von 17 Spielen in Folge ohne Niederlage, schloss der 1. FC Union Berlin die reguläre Saison auf Platz 3 der Tabelle ab und musste um den Aufstieg in der Relegation spielen. Dort trafen die Eisernen am 23. Mai 2019 auf den Abstiegskandidaten aus Stuttgart. Das Spiel endete 2:2-Unentschieden.

Im Relegationsrückspiel am 27. Mai 2019 vor heimischer Kulisse in Köpenick konnte Union ein 0:0-Unentschieden über die Zeit bringen und schaffte somit dank Auswärtstorregel den Aufstieg. Denn sie hatten im direkten Vergleich mit Stuttgart nach zwei Relegationsspielen mehr Auswärtstore geschossen als die Kicker des VfB.

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1. FC Union Berlin im Traditionsstadion an der Alten Försterei

Der 1. FC Union Berlin spielt bereits seit 1920 im Stadion An der Alten Försterei im Ost-Berliner Stadtteil Köpenick. Die Alte Försterei wurde im August 1920 eröffnet und gilt als eines der größten „reinen“ Fußballstadien. Wo andere Stadien als Multifunktions-Arenas verwendet werden können und auch als Austragungsorte von Leichtathletikveranstaltungen dienen, wird in der Alten Försterei ausschließlich Fußball gespielt. Das Stadion von Union Berlin fasst etwas mehr als 22.000 Zuschauer und ist bis auf die überdachten Tribünen komplett offen. Der Blick auf Google Maps verrät, dass die Alte Försterei im Herzen Köpenicks unweit des Köpenicker Schlosses liegt.

Seit 2013 richtet die Alte Försterei auch Veranstaltungen abseits des Fußballs aus. Für geschäftliche oder private Zwecke stehen im Traditionsstadion von 1920 viele Konferenzräume und Event-Locations zur Auswahl. Seminare, Workshops, Abifeiern, Stadionführungen, oder Rockkonzerte: In der Alten Försterei kommt mittlerweile auch an spielfreien Tagen ordentlich Stimmung auf. Eines der größten Ereignisse bis dato war das ausverkaufte Konzert der US-Amerikanischen Band Linkin Park, um den mittlerweile verstorbenen Sänger Chester Bennington (*20. März 1976, †20. Juli 2017) vor 35.000 Zuschauern im Jahr 2015.

1. FC Union Berlin – Die Trainerhistorie der Kicker aus Berlin-Köpenick

An der bewegten Geschichte des 1. FC Union Berlin hatten viele Trainer teil. Einige Trainer formten den Verein über viele Jahre, andere traten in stürmischen Zeiten nur als Interims-Lösungen auf. Die jüngere Trainerhistorie der Eisernen aus Köpenick stellt sich folgendermaßen dar:

  • Uwe Neuhaus vom 01. Juli 2007 bis 30. Juni 2014, führte Union aus der 3. Bundesliga in die 2. Bundesliga.
  • Norbert Düwel vom 01 Juli 2014 bis zum 31. August 2015
  • Sascha Lewandowski (*05. Oktober 1971, †08. Juni 2016) vom 02. September 2015 bis zum 04. März 2016
  • André Hofschneider vom 04. März 2016 bis zum 30. Juni 2016
  • Jens Keller vom 01. Juli 2016 bis zum 04. Dezember 2017
  • André Hofschneider vom 04. Dezember 2017 bis zum 30. Juni 2018
  • Urs Fischer seit 01. Juli 2018, führte den 1. FC Union Berlin aus der 2. Bundesliga in die 1. Bundesliga

1. FC Union Berlin: Vereinsfarben und Trikots

Die Farben des 1. FC Union Berlin sind Rot und Weiß. Bei Heimspielen in der Alten Försterei läuft die Mannschaft in roten Trikots und Hosen mit weißen Akzenten auf; für Auswärtsspiele stehen den Bundesligaprofis weiße Trikots und Hosen mit dezenten roten Akzenten bereit. Ein drittes alternatives Set fällt dunkelblau aus und setzt Highlights in Neon-Grün. Auch die Spielstätte in der Alten Försterei ist in den Vereinsfarben geschmückt. Der Haupteingang in der Fassade der Haupttribüne zeigt rote Fensterabsetzungen, die neuen Gebäudeteile am Stadion sind ebenfalls komplett in Rot gestaltet. Trikots und Fanartikel von Eisern Union gibt es im Union Zeughaus.

1. FC Union Berlin: Die Top-Transfers der Ost-Berliner

Am 29. Januar 2016 konnte Union Felix Kroos verpflichten. Der erfahrene Mittelfeld-Mann hatte zuvor vier Jahre beim Erstligisten Werder Bremen an der Weser gespielt. Zusammen mit seinem noch erfolgreicheren Bruder Toni Kroos, der zurzeit bei Real Madrid unter Vertrag steht, durchlief Felix Kroos seine Fußballerausbildung beim FC Hansa Rostock.

Top-Scorer der Eisernen ist Sebastian Anderson. Der Schwede wechselte 2018 von den Roten Teufeln aus Kaiserslautern in die Hauptstadt nach Berlin. Anderson ist schwedischer Nationalspieler und zählte in der ersten Bundesliga-Saison zu den Tor-Garanten der Eisernen.

Einer der größten Coups in der jüngeren Transfergeschichte des 1. FC Union Berlin war die Verpflichtung von Neven Subotic. Der Abwehr-Veteran spielt seit 2019 für Union und hat wahrscheinlich mehr in seiner Fußballkarriere erlebt als alle seine Teamkollegen zusammen. Subotic war acht Jahre lang eine feste Größe im Kader des BVB in Dortmund. Mit dem BVB gewann er zwei Mal in Folge die deutsche Meisterschaft. Für die serbische Nationalmannschaft lief er insgesamt 36 Mal auf.

1. FC Union Berlin: Weihnachtssingen und andere Aktionen

Das Traditions-Team aus Berlin-Köpenick hat eine treue Anhängerschaft, die ihren Verein eisern lieben. Als Union vor der Saison 2004/05 vor unlösbaren finanziellen Problemen stand, die die Erteilung der Spielgenehmigung für die Regionalliga gefährdeten, setzten sich die Fans für ihren Verein ein und sammelten Spendengelder. Mit der Aktion „Bluten für Union“ kamen große Summen zusammen. Die Fans riefen dabei zum gemeinsamen Blutspenden auf. Das Geld für die Blutspende wurde an den 1. FC Union Berlin gegeben.

Im Vorfeld der Saison 2004/05 fanden weitere Spendenaktionen statt, um Union zu helfen, finanzielle Löcher im Budget zu stopfen. Im Winter 2003 organisierte ein Fan-Klub ein Weihnachtssingen in der Alten Försterei. Erlöse aus den Einnahmen für Eintrittskarten zum Weihnachtssingen wurden ebenfalls Union zur Verfügung gestellt. Seither ist das Unioner Weihnachtssingen ein jährliches Highlight in der Adventszeit. 2015 kamen fast 30.000 Hobby-Sänger in der Alten Försterei zusammen und stimmten sich gesanglich auf das Weihnachtsfest ein.

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