Champions League

Guardiolas Druck mit Man City: Endstation Real Madrid?

Ist mit Man City gegen Real Madrid gefordert: Pep Guardiola. Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpa
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Ist mit Man City gegen Real Madrid gefordert: Pep Guardiola. Foto: Mike Egerton/PA Wire/dpa

Vor dem Champions-League-Kracher bei Real Madrid steht Pep Guardiola mit Manchester City gehörig unter Druck. Nur durch einen Erfolg in der Königsklasse ließe sich die Saison retten. Zudem ist es vorerst wohl die letzte Chance, den begehrten europäischen Titel zu holen.

Manchester (dpa) - War das eine bewusste Provokation gegen die UEFA? Oder doch einfach nur Schusseligkeit?

Vor der möglicherweise letzten Auswärtsreise mit Manchester City in der Königsklasse - ausgerechnet in das von ihm ungeliebte Madrid - spielte Pep Guardiola die Bedeutung herunter. Sein Team werde alles versuchen, um Real Madrid zu schlagen, sagte der Startrainer vor dem Achtelfinal-Hinspiel in Spanien am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky). "Wenn es uns gelingt, freuen wir uns riesig. Wenn nicht, dann eben nächste Saison." Dann schmunzelte Guardiola und bemerkte seinen Irrtum. "Nächste Saison weiß ich nicht, aber wenn wir wieder spielen dürfen, dann kommen wir zurück."

Wegen "schwerwiegender Verstöße" gegen die Regeln des Financial Fairplay hatte die UEFA den aus Abu Dhabi alimentierten Club für zwei Jahre vom Europapokal ausgeschlossen. Bitter für Man City, denn gerade der Titel in der Königsklasse steht bei den Vereinsbossen ganz oben auf der Wunschliste. Zwar wollen sie das UEFA-Urteil vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anfechten. Ob das aber Erfolg hat und zudem noch rechtzeitig gelingt, um an der kommenden Champions-League-Saison teilzunehmen, scheint zumindest fraglich.

Damit steigt der Druck auf Guardiola, den Wettbewerb in diesem Jahr endlich zu gewinnen. Allerdings scheiterte der frühere Bayern-Trainer zuletzt zehnmal hintereinander mit seinen Teams im Viertel- oder Halbfinale. Und mit dem 13-maligen Sieger Real hat City nun schon im Achtelfinale ein schweres Los erwischt.

Das sei "ein echter Test", sagte Guardiola vor dem Hinspiel im Bernabeu-Stadion. Aber um "König des Wettbewerbs" zu werden, müsse man sich nun mal gegen Madrid, Barcelona und Bayern München durchsetzen. "Du musst die großen Clubs schlagen", betonte der City-Coach und Titelsammler. "Also werden wir das versuchen."

Für Guardiola, der die Champions League 2009 und 2011 als Trainer des FC Barcelona gewann, ist die Königsklasse auch die letzte Chance, aus einer bisher verkorksten Saison einen Erfolg zu machen. In der Premier League ist Englands Meister mit unglaublichen 22 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter FC Liverpool längst abgehängt. Von der Titelverteidigung spricht in Manchester niemand mehr. Ein Triumph im Endspiel am 30. Mai in Istanbul könnte das vergessen machen.

Der Weg nach Istanbul führt jedoch nur über Madrid, und die Bilanz spricht für das Team von Trainer Zinedine Zidane. In vier direkten Duellen gegen City gelangen den Königlichen zwei Siege und zwei Unentschieden. Die Zeitung "Mundo Deportivo" macht der Guardiola-Elf dennoch ein wenig Hoffnung und erinnert daran, dass Madrid zuhause nur drei der letzten neun Champions-League-Spiele gewonnen habe. "Eine ziemlich entmutigende Bilanz", so das Blatt.

Ein Interview der spanischen Zeitung "AS" sorgte unterdessen bei Man City für Wirbel. Ausgerechnet Publikumsliebling Raheem Sterling, dessen Einsatz verletzungsbedingt noch fraglich ist, schwärmte darin von Madrid. "Wenn du das weiße Trikot siehst, weißt du genau, wofür der Club steht, das ist gewaltig", sagte er. Ein Treuebekenntnis zu City vermied Sterling. "Keiner weiß, was die Zukunft bringt." Schon gar nicht bei Manchester City.

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