Augsburger will zur WM

Hahn: Cuxhaven oder Campo Bahia

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André Hahn (r.) will sich für die WM empfehlen.

Hamburg - Aufsteiger André Hahn weiß noch nicht so richtig, was er im Sommer macht: seine komplizierte Planung zwischen Länderspiel, Urlaub und Umzug.

Am Samstag in Augsburg hat André Hahn sich tief verbeugt.Vor den Fans. „Als Riesendankeschön“, sagte er, „die Leute hier haben ja sogar Facebook-Seiten gegründet, dass ich mit zur WM soll.“ Das könnte jetzt geschehen: Der Rechtsaußen steht im 30er-Kader, im heutigen Länderspiel gegen Polen kann er sich fürs Trainingslager in Südtirol empfehlen.

André Hahn ist ein schönes Beispiel dafür, wie schnell sich im Profifußball Karrieren entwickeln können. Vor eineinhalb Jahren spielte er noch in der 3. Liga, bei den Offenbacher Kickers, die gerade pleite gingen. Er musste reagieren, spontan sein – wie jetzt in diesen Tagen, wo er nicht weiß, was übermorgen sein wird.

Hahn hat zumindest keinen Urlaub gebucht für die Zeit nach dem letzten Bundesligapunktspiel. „Meine Familie wohnt im Norden“, erklärt er, „sie ist zwar oft nach Augsburg zu Besuch gekommen, doch ich sehe sie nur selten. Ich freue mich, zu ihr fahren zu können, und zu meinen Freunden. Spontan wegfliegen kann man immer noch.“

Seine Idealplanung: Heute gegen Polen spielen (seine Eltern haben sich vor Wochen auf Verdacht Karten gekauft – dabei bekäme er jetzt welche umsonst) und dabei so gut sein, dass ihm Joachim Löw mitteilt, er sei auch zum Trainingslager ab dem 21. Mai eingeladen. Dann würde Hahn einen glücklichen Mittwoch und Donnerstag in Augsburg verbringen und hoffen, dass er noch den einen oder anderen seiner FCA-Mitspieler vorfindet. Am Freitag würde er dann zu den Eltern nach Cuxhaven fahren, noch einmal durchschnaufen und sich am 21. in den Süden begeben.

Dabei hat er noch eine andere Aufgabe an der Backe: Umzug. Er hat die Ausstiegsklausel in seinem Augsburger Vertrag gezogen und wechselt zu Borussia Mönchengladbach. Problem Nummer eins: „Wir suchen dort noch ein Haus.“ Problem Nummer zwei: In Augsburg muss der Hausstand aufgelöst werden, „das müssen meine Freundin und mein Vater machen“. Vielleicht muss er aber selbst mitanpacken – was aber bedeuten würde: Als Fußballer hätte er einen Rückschlag erlitten. Das wäre das größere Problem.

Von Brasilien spricht er noch, wie wenn man von einer Träumerei erzählt, von einer Vision. André Hahn, bisgeriger Jahresverdienst in Augsburg 200.000 Euro, mit millionenschweren Weltstars im Campo Bahia und in den Stadien von Salvador, Fortaleza, Recife?

André Hahn gilt als Willensmensch, als zielstrebig, aber gleichermaßen realistisch. Er weiß, dass die deutsche Mannschaft am 16., 21. und 26. Juni ihre WM-Vorrundentermine hat. Aber auch, dass er in Gladbach am 23. Juni antreten müsste. Er hat alle Termine auf dem Zettel.  

gük

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