Ex-Fußballer hat Alzheimer

Drama um HSV-Legende: Ex-Stürmer erkennt sich nicht mehr im Spiegel

Jan Furtok (2.v.re.) feiert mit Dietmar Beierdorfer (M.) und Carsten Kober (r.) einen Auswärtssieg beim VfL Bochum im August 1991. Furtok ist an Alzheimer erkrankt.
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Jan Furtok (2.v.re.) feiert mit Dietmar Beierdorfer (M.) und Carsten Kober (r.) einen Auswärtssieg beim VfL Bochum im August 1991. Furtok ist an Alzheimer erkrankt.

Früher verzückte er mit seinen Toren die Bundesliga-Fans. Heute erkennt er sich nicht mehr selbst im Spiegel, und das mit erst 59 Jahren: Jan Furtok hat Alzheimer.

Hamburg/München - 58 Tore in fünf Saisons für den Hamburger SV - doch in seiner Erinnerung gibt es diese Treffer bereits nicht mehr. Ex-Bundesligastar Jan Furtok (59) ist an Alzheimer erkrankt und erkennt sich nicht mehr selbst im Spiegel.

Das berichtet das polnische Nachrichtenportal Sportowefakty. Von 1988 bis 1993 stürmte Furtok für den heutigen Zweitligisten. Charakteristisch war der Schnauzbart des damaligen polnischen Nationalspielers. Nach seinem Engagement in der Hansestadt kickte Furtok noch für Eintracht Frankfurt, bevor er bei seinem Heimatverein Kattowitz seine Karriere ausklingen ließ.

Hamburger SV: Die ersten Alzheimer-Anzeichen machten sich 2015 bei Jan Furtok bemerkbar

Die Krankheit breitete sich schleichend in Furtok aus, 2015 machten sich die ersten Anzeichen bemerkbar. So heißt es, Furtok habe damals begonnen, Dinge zu verlieren oder zu verlegen. Beispielsweise nahm er eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank, stellte sie auf die Fensterbank und vergaß sie dort sofort. Das wiederholte sich mit einer weiteren Flasche, die er im Wohnzimmer vergaß, und eine dritte in einem anderen Raum.

Furtok zeigte neben Gedächtnis-Problemen auch Sprach- und Orientierungsverlust. Auch Nahrungsaufnahme, Körperpflege oder die Fähigkeit zu gehen werden nach und nach beeinträchtigt. Furtok soll auch die Haustür offen gelassen haben oder sein Auto, woraufhin Diebe sein Notebook stahlen.

Auch seine Frau Anna litt unter Furtoks Verwirrung. So soll er sie nachts um vier aufgeweckt haben, um spazieren zu gehen. Auch brachte er die Öffnungszeiten der Kirche durcheinander und ärgerte sich mit den Worten „Sie hatten die Türen verschlossen“ darüber.

Alzheimer bei Jan Furtok ist bereits weit fortgeschritten

Dass das Alzheimer schon fortgeschritten ist, lässt sich laut ärztlichen Diagnosen am traurigen Umstand ausmachen, dass sich Furtok vor kurzem nicht mehr selbst im Spiegel erkannte. Er fluchte, weil er dachte, ein Fremder blicke ihm dort entgegen.

In seinem Haus hat seine Gattin ein Museum mit Erinnerungsstücken aus der aktiven Zeit ihres Mannes eingerichtet. Auf all den Fotos aus seiner Zeit mit 188 Spielen in der Bundesliga und 59 Toren findet Furtok nur noch einen ehemaligen Mitspieler wieder: Anthony Yeboah aus seiner Frankfurt-Zeit. Sich selbst erkennt er auf den Fotos meist nicht mehr. Er ist 24 Stunden am Tag auf die Pflege seiner Frau angewiesen. (cg)

Der FC Bayern verlor am Sonntag mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt. Trainer Julian Nagelsmann ärgerte sich vor allem über das Abwehrverhalten.

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