Norddeutscher Traditionsverein

Hamburger SV: Gründung, Erfolge, Stadion – alle Infos zum HSV

Fußball: 2. Bundesliga, 8. Spieltag, Hamburger SV - VfL Bochum im Volksparkstadion. Vor leeren Zuschauerrängen wärmen sich die Spieler auf
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Das Hamburger Volksparkstadion, die Heimspielstätte des Hamburger SV

Kommt jetzt das Comeback des zweitklassigen HSV?

  • Derzeit spielt der Hamburger SV in der 2. Bundesliga
  • Seit seiner Gründung wurde der Verein sechsmal Deutscher Meister
  • Heimspielstätte ist das Volksparkstadion im Stadtteil Altona

Hamburg – Der Hamburger SV gehört mit fast 90.000 Mitgliedern zu den größten Sportvereinen Deutschlands. Bekannt ist aber vor allem die erste Fußballmannschaft. Als Gründungsmitglied spielte sie bis zu ihrem Abstieg 2018 ununterbrochen in der 1. Bundesliga. In der Ewigen Tabelle belegen die Hamburger damit den vierten Platz.

Hamburger SV: Von der Gründung zum erfolgreichen Fußball-Erstligisten

Als Gründungsdatum des Hamburger SV gilt der 29. September 1887. An diesem Tag entstand aber nicht der eigentliche Hamburger Sport-Verein in seiner heutigen Form. Vielmehr gründete sich an diesem Tag einer der Vorläufervereine, der SC Germania 1887. Zusammen mit dem FC Falke 06 trat der SC Germania am 2. Juni 1919 dem Hamburger SV 1888 bei. Aus den drei Vorgängervereinen entstand der Hamburger SV. Die Fußballmannschaft des Vereins war von Anfang an erfolgreich. Die Hamburger sicherten sich in den ersten Jahren nach ihrer Gründung regelmäßig die Norddeutsche und Deutsche Meisterschaft.

Nach dem zweiten Weltkrieg kamen Fußballwettbewerbe in der britischen Besatzungszone nur langsam wieder in Gang. Regional konnte der Hamburger SV dominieren, auf nationaler Ebene blieben Erfolge aber weitgehend aus. 1963 startete der HSV als Gründungsmitglied der neuen Bundesliga. Bedeutende Titel blieben aber zunächst aus. Die Mannschaft bewegte sich meist im Mittelfeld. Erst später konnten die Hamburger wieder vorne mitspielen.

Hamburger SV: Alle Erfolge und Titel des norddeutschen Traditionsvereins

In der Ewigen Tabelle der Fußball-Bundesliga belegt der Hamburger SV den vierten Platz. In ihren 55 Jahren in der ersten Liga konnten die Hamburger drei Meistertitel erringen: 1979, 1982 und 1983. Damit gehört die Mannschaft zu den wenigen, die ihre Meisterschaft zumindest einmal verteidigen konnten. Zusammen mit den drei deutschen Meisterschaften 1923, 1928 und 1960 ist der HSV somit sechsmaliger Deutscher Meister im Fußball. In dieser Hinsicht ist er der fünftbeste Verein in Deutschland. Genau genommen wurde der Hamburger SV auch 1922 Deutscher Meister. Aufgrund eines kontroversen Spielabbruchs verzichte der HSV jedoch auf den Titel.

Den Kampf um den DFB-Pokal konnte der Hamburger SV dreimal für sich entscheiden: 1963, 1976 und 1987. Drei weitere Male kam die Hamburger Elf zwar bis ins Finale, unterlag dann jedoch. Auf internationaler Ebene konnte der HSV 1977 den Europapokal der Pokalsieger und 1983 den Europapokal der Landesmeister gewinnen. Außerdem errang die Mannschaft 2005 und 2007 den Sieg im UI-Cup.

Hamburger SV: Alle Auf- und Abstiege in der Geschichte des Vereins

Der Hamburger SV gehörte seit seiner Gründung 1919 bis ins Jahr 2018 ununterbrochen der jeweils ersten Fußballliga an. Nach 99 Spielzeiten ohne einen einzigen Abstieg mussten die Norddeutschen am Ende der Saison 2017/18 aber ihren Platz in der Bundesliga räumen. Damit war der HSV aber trotzdem das letzte Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga, das nach 55 Saisons abstieg.

Im folgenden Jahr erreichte die Mannschaft in der 2. Liga den 4. Platz. Durch den verpassten Aufstieg verlor der Hamburger SV seinen Rekord der meisten Spielzeiten in der 1. Bundesliga an Werder Bremen. Auch im folgenden Jahr reichte es, trotz anfangs vielversprechender Ergebnisse, nur für den 4. Platz. Somit wartet der HSV derzeit noch immer auf seinen ersten Aufstieg.

Hamburger SV: Alle Infos rund um das vereinseigene Stadion

Heimstätte des Hamburger SV war lange Zeit der Sportplatz am Rothenbaum. Lediglich große Endspiele wurden im Altonaer Stadion im Altonaer Volkspark ausgetragen. Auch nach dessen Abriss 1951 und der Eröffnung des heutigen Volksparkstadions 1953 blieb der HSV zuerst in Rotherbaum. Erst mit der Gründung der Bundesliga wechselte der Verein vollständig in das Volksparkstadion mit seiner Kapazität von 76.000 Plätzen. Durch zahlreiche Umbauten sank diese mit der Zeit auf heute 57.000 Plätze. Dafür ist die Arena mittlerweile ein reines Fußballstadion und damit voll und ganz auf Fußballfans und deren Bedürfnisse abgestimmt. Diese können die Spiele des HSV außerdem im Liveticker der Mopo verfolgen.

Neben den Heimspielen des Hamburger SV war das Volksparkstadion auch Spielort bei der Fußball-WM 1974, der EM 1988, der WM 2006 und des UEFA-Europa-League-Finales 2010. Bei der anstehenden Fußball-Europameisterschaft 2024 wird die Arena ebenfalls zu den Austragungsorten gehören. Außerdem finden in unregelmäßigen Abständen Konzerte im Stadion statt. Im Laufe der letzten Jahre wechselte das Volksparkstadion durch Sponsoren mehrmals seinen Namen. Nach AOL Arena, HSH Nordbank Arena und Imtech Arena kehrte es 2015 aber wieder zu seiner ursprünglichen Bezeichnung zurück.

Hamburger SV: Die erfolgreichsten Trainer des Vereins

In seiner mehr als 100-jährigen Vereinsgeschichte beschäftigte der Hamburger SV bisher mehr als 44 verschiedene Trainer. Verglichen mit anderen Vereinen ist diese Zahl relativ gering. Das liegt auch daran, dass viele Trainer mehrmals zum Hamburger Club zurückkehrten. Die erfolgreichsten Trainer des HSV seit Gründung der Bundesliga waren:

TrainerAmtszeitErfolge
Martin Wilke (*15.11.1926)1962 – 1964DFB Pokal 1963
Klaus-Dieter Ochs (*31.10.1939, †2015)1970 – 1973Ligapokal 1973
Kuno Klötzer (*19.04.1922, †2011)1973 – 1977DFB Pokal 1976 Europa-Pokal 1977
Branko Zebec (*17.05.1929, †1988)1978 – 1980Deutscher Meister 1979
Ernst Happel (*29.11.1925, †1992)1981 – 1987Deutscher Meister 1982 & 1983, Europa-Pokal, 1983 DFB Pokal 1987
Kurt Jara (*14.10.1950)2001 – 2003DFB Ligapokal 2003
Thomas Doll (*09.04.1966)2004 – 2007UI-Cup 2005
Huub Stevens (*29.11.1953)2007 – 2008UI-Cup 2007

Derzeitiger Trainer des Hamburger SV ist seit Juli 2020 Daniel Thioune (*21.07.1974). Sein aktueller Vertrag läuft bis Ende Juni 2022. Zuvor konnte Thioune vor allem beim VfL Osnabrück Erfahrung als Spieler und Trainer sammeln.

Hamburger SV: Vereinsfarben, Trikots und Maskottchen der Elf

Die Vereinsfarben des Hamburger SV waren ursprünglich Rot und Weiß. Damit ehrte die Mannschaft das Hamburger Stadt- und Staatswappen: Eine weiße Burg auf rotem Schild. Das Vereinswappen besteht allerdings aus einer weißen Raute mit schwarzem Streifen auf blauem Grund. Die sogenannte Rautenperle wurde bei Gründung gewählt, um auch die Vereinsfarben des Gründungsmitglieds SC Germania weiterzuführen. Mittlerweile führt der HSV vor allem Rot, Weiß und Blau als Vereinsfarben. Diese spiegeln sich auch in der Gestaltung der Trikots der Hamburger wider.

Seit 2003 hat der Hamburger SV außerdem ein Maskottchen in Form eines Dinosauriers. Es spielt darauf an, dass der HSV aufgrund seiner langjährigen Zugehörigkeit zur Bundesliga auch als „Dino“ bekannt ist. Die Trikotnummer 87 bezieht sich auf das Gründungsjahr des Hamburger Vereins. Sein Name Hermann ist eine Hommage an den ehemaligen Masseur Hermann Rieger (*02.10.1941, †2014), der insgesamt 26 Jahre für den HSV arbeitete.

Hamburger SV: Die erfolgreichsten Spieler und Top-Transfers

In den letzten 20 Jahren stiegen die Summen, die Vereine in der Fußballbundesliga zum Einkauf neuer Spieler zahlen, stetig in die Höhe. Dementsprechend hat auch der Hamburger SV in dieser Zeit viele Millionenablösen gezahlt. Zu den teuersten Investitionen gehörten dabei:

NameSaisonPositionAlter VereinAblösesumme
Filip Kostic (*01.11.1992)2016/17Linkes MittelfeldVfB Stuttgart14 Mio. €
Rafael van der Vaart (*11.02.1983)2012/13Offensives MittelfeldTottenham Hotspur13 Mio. €
Vincent Kompany (*10.04.1986)2006/07InnenverteidigungRSC Anderlecht 10,5 Mio. €
Marcus Berg (*17.08.1986)2009/10MittelsturmFC Groningen10 Mio. €
Walace Souza Silva (*04.04.1995)2016/17Defensives MittelfeldGrêmio Porto Alegre9,2 Mio. €

Mittelfeldspieler Thomas Doll (*09.04.1966) schafft es zwar nicht einmal unter die Top 10 der teuersten Verkäufe des Hamburger SV. Als er 1992 für 7,5 Millionen Euro zu Lazio Rom wechselte, war dies einer der teuersten Transfers der ganzen Saison. Die absoluten Top-Verkäufe des HSV waren jedoch folgende:

NameSaisonPositionNeuer VereinAblösesumme
Nigel de Jong (*30.11.1984)2008/09Defensives MittelfeldManchester City18 Mio. €
Rafael van der Vaart2008/09Offensives MittelfeldReal Madrid15 Mio. €
Hakan Calhanoglu (*08.02.1994)2014/15Offensives MittelfeldBayer Leverkusen14,5 Mio. €
Khalid Boulahrouz (*28.12.1981)2006/07InnenverteidigungFC Chelsea13,2 Mio. €
Douglas Santos (*22.03.1Douglas Santos (*22.03.1994)994)2019/20Linke VerteidigungZenit St. Petersburg13 Mio. €

Aktuelle Transfergerüchte des Hamburger SV ranken sich um Jae-sung Lee (*10.08.1992) von Holstein Kiel. Auch ein Wechsel von Mittelstürmer Bobby Wood (*15.11.1992) zum Karlsruher SC wird derzeit diskutiert.

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