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Kurz vor wegweisender Aufsichtsratssitzung: Milliardär Kühne sorgt mit unmoralischem Angebot an HSV für Unruhe

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Von: Momir Takac

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Klaus-Michael Kühne bietet dem HSV eine stattliche Summe zur Sanierung an. Dafür stellt der Milliardär und Unternehmer aber Bedingungen.

Hamburg – Klaus-Michael Kühne ist so etwas wie die Lebensversicherung des Hamburger SV. Wann immer das Geld knapp war, stand der Milliardär und Unternehmer parat. Nun befindet sich der HSV erneut in einer finanziellen Schieflage – und Kühne will wieder helfen.

Kühne bietet Hamburger SV 120 Millionen Euro – unter seinen Bedingungen

Der 85-Jährige stellt dem taumelnden Zweitligisten eine „finanzielle Unterstützung von 120 Millionen Euro“ in Aussicht, heißt es in einer Mitteilung der Kühne Holding AG. Allerdings nicht ohne Gegenleistung. Der Unternehmer stellt sogar harte Bedingungen. Weiter heißt es in der Mitteilung, dass das Geld nur fließen würde, wenn der Verein einem „Zehn-Punkteprogramm zur Sanierung des Hamburger Traditionsvereins“ zustimmt.

Klaus-Michael Kühne
Der Unternehmer Klaus Michael Kühne winkt. © Axel Heimken/dpa

Und dieser Zehn-Punkte-Plan hat es durchaus in sich. So fordert Kühne etwa einen größeren Anteil an der ausgegliederten Profiabteilung HSV Fußball AG. So viel, dass dem HSV e.V. nur noch das Minimum zur Einhaltung der 50+1-Regel bliebe. Da für solch einen Schritt die Zustimmung von Dreiviertel der Mitglieder nötig ist, soll beim Verein aus der 2. Bundesliga „frühestmöglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen“ werden.

Kühne fordert offenbar Abwahl von Finanzvorstand Wüstefeld

In Punkt neun der Bedingungen fordert Kühne, dass Aufsichtsrat und Vorstand der HSV Fußball AG so besetzt werden, dass der Verein „ordnungsgemäß, kompetent und erfolgsorientiert geführt wird“. Dieser Punkt dürfte sich gegen Finanzvorstand Thomas Wüstefeld richten, mit dem Kühne im Clinch liegt.

Der Medizin-Unternehmer, der Anteile an der Kühne AG besitzt, hatte sich zuletzt von Kühne und seinem Vorgänger Frank Wettsein zu schlecht über die dramatische finanzielle Situation des HSV informiert gefühlt. Berichten des Hamburger Abendblatts zufolge erwägt Wüstefeld sogar eine Klage gegen die Kühne Holding.

HSV: Turbulente Aufsichtsratssitzung steht bevor

Das Angebot des Investors kommt einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung, auf der Wüstefeld sein Sanierungskonzept vorstellen will. Laut dem Hamburger Abendblatt (Freitag) gibt es allerdings einen Abwahlantrag gegen den Unternehmer, dessen Verhältnis zu Sportvorstand Jonas Boldt bereits seit Längerem von Streit geprägt ist.

Kühne will aber auch Geld für einen ganz besonderen Stadionnamen zahlen. Er schlug vor, das Volksparkstadion in „Uwe-Seeler-Stadion“ umzubenennen. „Für die Dauer von 10 Jahren“ sei er bereit, „eine jährliche Vergütung für das Namensrecht von EUR 3-4 Mio. an die HSV Fußball AG zu entrichten, insgesamt also im Zehnjahreszeitraum EUR 30-40 Mio“, hieß es in Kühnes Mitteilung. (mt)

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