Nach der EM beerbt er Löw

Hansi Flick wird Bundestrainer: Gehalts-Details durchgesickert - Datum für FCB-Rückkehr steht auch schon

Es war keine große Überraschung mehr: Hansi Flick geht vom FC Bayern zum DFB. Sein Gehalt liegt beim Verband etwas niedriger als beim Rekordmeister.

München - Das erste Paparazzo-Bild machte am Dienstagmorgen gegen 8.30 Uhr die Runde: Aufgenommen durch Scheiben der Frankfurter DFB-Zentrale, waren darauf Oliver Bierhoff und Hansi Flick im Treppenhaus an der Otto-Fleck-Schneise zu sehen. Knapp drei Stunden nach diesem „Abschuss“ teilte der Verband offiziell mit: Hansi Flick wird neuer Bundestrainer.

Überraschend kam diese Meldung freilich nicht. Es hatte sich in den vergangenen Wochen und Monaten angedeutet, dass Flick seine Cheftrainer-Tätigkeit beim FC Bayern aufgeben und nach der anstehenden Europameisterschaft Nachfolger von Joachim Löw werden möchte. Flick erhält als Bundestrainer einen Dreijahresvertrag und soll die Nationalmannschaft bis einschließlich der Heim-EM 2024 betreuen.

Hansi Flick: Er verdient wohl zwei Millionen Euro weniger als beim FC Bayern

„Es ging jetzt doch alles auch für mich überraschend schnell mit der Unterschrift, aber ich bin sehr glücklich, ab dem Herbst als Bundestrainer tätig sein zu dürfen“, ließ sich Flick in der DFB-Mitteilung zitieren. Seine Vorfreude sei riesig, „denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland. So haben wir allen Grund, die kommenden Turniere, zum Beispiel die Heim-EM 2024, mit Optimismus anzugehen“.

Für seinen Bundestrainer-Traum macht Flick finanzielle Abstriche. Beim DFB soll er „nur“ um die sechs Millionen Euro pro Jahr verdienen, beim deutschen Rekordmeister lag sein Gehalt geschätzt bei acht Millionen. Allerdings: Als Bundestrainer winken ihm lukrative Werbeverträge mit DFB-Sponsoren im siebenstelligen Bereich.

Wichtiger als der finanzielle Aspekt ist für Flick ohnehin die sportliche Perspektive – und die ist beim DFB definitiv nach seinem Geschmack. Ein Reibungspunkt zu seiner Bayern-Zeit war häufig die Kader-Zusammenstellung, für die in München federführend Sportvorstand Hasan Salihamidzic verantwortlich war. Beim DFB ist die Zusammenstellung der A-Nationalmannschaft bekanntlich Hoheitsgebiet des Bundestrainers.

Flick ist künftig also nicht nur Übungsleiter, sondern in gewisser Weise hinter den Kulissen auch als Sportdirektor im Verband tätig. Er soll seine Vorstellungen und Ideen über die Nationalmannschaft hinaus in der Akademie und den weiteren Nationalmannschaften miteinfließen lassen. Dieses umfangreiche Verantwortunsgebiet war ein Grund, weshalb Flick lukrative Angebote von Real, Barcelona oder Tottenham ausschlug.

Bundes-Hansi: Erster Einsatz am 2. September gegen Liechtenstein

Nicht umsonst beschreibt Bierhoff das Aufgabenprofil von Flick folgendermaßen: „Hansi wird sich als oberster sportlicher Kopf des Verbandes neben der sportlichen Leitung der A-Nationalmannschaft im Rahmen vieler weiterer Projekte und Initiativen unserer Direktionen, die alle Nationalmannschaften, die Trainerausbildung und die DFB-Akademie einschließen, einbringen.“ Für Bierhoff war es wichtig, die Trainerfrage noch vor dem EM-Start zu klären.

Seinen ersten Einsatz als Bundes-Hansi hat Flick am 2. September. Dann steht das Auswärtsspiel in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein an. Bis dahin dürfte auch geklärt sein, wie sich der neue Trainerstab zusammensetzt. Erst einmal geht es für den künftigen Bundestrainer aber mit seiner Familie in den Urlaub, ehe Flick am 15. Juni wieder in der Münchner Allianz Arena aufschlagen wird – diesmal allerdings als Tribünen-Gast und nicht auf der Trainerbank. Das erste EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Frankreich wird er sich vor Ort anschauen. Im August will sich Flick laut eigener Aussage dann erstmals ausführlich zu seiner neuen Aufgabe äußern. Manuel Bonke, Philipp Kessler

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