Auftakt im September

Neustart unter Bundestrainer Flick: Erste gravierende Änderung schon fix

Nach der Ära Joachim Löw ist vor der Amtszeit von Hansi Flick. Unter dem neuen Bundestrainer wird sich im DFB-Team einiges ändern - sowohl hinsichtlich des Personals auch der Formation.

München - Offiziell tritt Hansi Flick (56) seinen Dienst als Bundestrainer am 1. August an. Bis zu diesem Zeitpunkt möchte sich Flick öffentlich noch weitestgehend zurückhalten. Tenor: Das EM-Aus der Nationalmannschaft nach der 0:2-Achtelfinal-Pleite gegen England soll von DFB-Seiten erst einmal in Ruhe verdaut werden.

Im Hintergrund bastelt Flick gemeinsam mit Oliver Bierhoff aber schon emsig an einer erfolgreichen DFB-Zukunft. Selbst während des Turniers hielt er regelmäßig SMS- und Telefonkontakt mit dem scheidenden Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Direktor Bierhoff.

DFB-Team unter Flick: Bierhoff erhofft sich „souveräne WM-Qualifikation“

Kein Wunder, nach der nächsten Turnier-Enttäuschung ruhen im Hinblick auf die WM 2022 in Katar alle Hoffnungen auf Hansi Flick, der endlich frischen Wind in die Nationalmannschaft bringen und dadurch wieder für Erfolge sorgen soll.

Aber wird mit Flick jetzt alles besser? „Hansi Flick wird jetzt mit seiner Handschrift einiges einbringen. Unser Anspruch ist es nun, eine souveräne WM-Qualifikation zu spielen und dann nach Katar zu gehen“, gibt Bierhoff die Marschrichtung vor. Flick tritt die Nachfolge von Löw mit klaren taktischen Vorstellungen an.

DFB-Team unter Flick: Kimmich ins Mittelfeld und keine Dreierkette mehr

Eine seiner ersten Amtshandlungen wird es sein, Joshua Kimmich wieder als Mittelfeldchef ins Zentrum des deutschen Spiels zu setzen. Und zwar neben Leon Goretzka. Ein System mit Dreierkette wird es unter ihm ebenfalls nicht geben, der ehemalige Trainer des FC Bayern setzt auf ein 4-2-3-1.

Seine Spielidee besticht durch eine hohe Laufbereitschaft seiner Mannschaft, gepaart mit einem hohen Pressing und aggressivem Gegenpressing. Dafür benötigt Flick aber auch Spieler, die das auf dem Platz umsetzen können. Vor allem für reine Ballbesitzspieler wie Toni Kroos oder Ilkay Gündogan dürfte es daher schwierig werden, sich einen Platz im Flick-System zu erkämpfen.

Scheidender und künftiger Bundestrainer: Joachim Löw (r.) übergibt den Staffelstab an Hansi Flick.

DFB-Team unter Flick: Chance für Reus und Boateng? Müller wahrscheinlich gesetzt

In München war Thomas Müller der verlängerte Arm von Flick, um diese Philosophie auf dem Platz umzusetzen. Daher scheint es unwahrscheinlich, dass er den Offensivspieler aussortiert. Ohnehin spielt das Alter keine Rolle für Flick, für ihn zählt nur die Qualität auf dem Platz. Durchaus möglich, dass er im Hinblick auf die WM in Katar Mats Hummels im DFB-Team behält und aussortierte Routiniers wie Marco Reus oder Jerome Boateng zurückholt.

Darüber hinaus gilt Flick als Talent-Entwickler, was den beiden 18-jährigen Youngstern Jamal Musiala und Florian Wirtz entgegenkommt. „Hansi Flick möchte junge Spieler einbauen. Welche Philosophie er aber haben wird, darüber werden wir im August sprechen“, sagt Bierhoff und fügt an: „Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr U 21-Spieler einbauen können.“

DFB-Team unter Flick: Baku steigt wohl auf und muss sich gegen Henrichs behaupten

U21-Europameister Ridle Baku vom VfL Wolfsburg darf sich künftig Hoffnung auf einen Platz in der A-Nationalmannschaft machen. Als Alternative hat Flick Benjamin Henrichs von RB Leipzig im Sinn, von dem er viel hält und den er zu seiner Zeit in München schon gerne zum FC Bayern geholt hätte. Bierhoff: „Ich muss mit Hansi keinen Kader besprechen, ich muss keine Spieler kaufen. Er hat die freie Auswahl zwischen allen deutschen Spielern.“

In den nächsten Wochen werden Bierhoff und Flick sich bereits Gedanken über die Zusammenstellung des Kaders und des Betreuerstabs machen. Das erste Spiel als Bundestrainer steht am 2. September gegen Liechtenstein an. Dann ist auch klar, wer neben Marcus Sorg zweiter Co-Trainer wird. Heißester Kandidat: Danny Röhl, mit dem Flick bei den Bayern zusammengearbeitet hat. „Hermann Gerland war noch kein Thema, obwohl wir ihn als Fachmann schätzen“, so Bierhoff. (Manuel Bonke, Philipp Kessler)

Rubriklistenbild: © CLEMENS BILAN/afp

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