Ex-Bayern-Trainer legt los

Bundestrainer Hansi Flick geht „All in“ - deutliche Ansage an DFB-Stars um Müller und Hummels

Hansi Flick startet seinen Job als Bundestrainer. Der Ex-Bayern-Coach spricht erstmals über die Zukunft der DFB-Stars um Müller und Hummels.

Frankfurt - In der deutschen Nationalmannschaft beginnt ein neues Zeitalter. Die Ära von Joachim Löw ist vorbei, Hansi Flick soll den DFB als neuer Bundestrainer in eine bessere Zukunft führen. Der Ex-Trainer vom FC Bayern hat ab August offiziell sein Amt angetreten und erstmals über seine Pläne und Ziele gesprochen. Nach dem frühen Aus bei der Europameisterschaft wartet direkt viel Arbeit. Doch mit welchem Spielerpersonal begeht Flick den Neuanfang? Der 56-Jährige lässt mit seinen Andeutungen aufhorchen.

Hans Flick: Neuer Bundestrainer mit deutlicher Ansage an DFB-Stars

„Bundestrainer ist für mich eine Verpflichtung, eine Riesenverantwortung. Ich freue mich wahnsinnig darauf. Ich werde wirklich mein Bestes geben, ‚all in‘ dafür, dass wir wieder begeisternden Fußball spielen“, sagte Flick in einem DFB-Video, das ihn unter anderem mit Schutzhelm auf der Baustelle auf dem mindestens 150 Millionen Euro Campus-Gelände des Verbandes in Frankfurt zeigt. „Wir wollen für Deutschland tollen Fußball spielen, die Leute begeistern mit offensivem Fußball“, kündigte der neue Chef an. Sein Vertrag läuft zunächst bis nach der Heim-EM 2024.

Löws Nachfolger legt aber auch mit klaren Vorgaben an Spieler, Betreuerstab und den Verband los. „Jeder muss an seine Grenze gehen. Wir müssen eine Atmosphäre schaffen, diese Mannschaft zu formen“, sagte Flick. Als erstes sportliches Ziel gab er bis zum Jahresende die direkte Qualifikation für die WM 2022 in Katar aus. „Für alle muss klar sein, dass wir gefordert sind in den sieben Spielen. Wir wollen als Erster die Gruppe überstehen“, erklärte Flick. Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Nordmazedonien im März steht die DFB-Auswahl nach drei Spieltagen mit sechs Punkten auf Rang drei schon unter Druck. Am 2. September wartet Liechtenstein.

Hansi Flick: Klare Botschaft an Müller und Hummels - auch Boateng und Reus dürfen hoffen

Ob die von Löw zurückbeorderten Nationalspieler Thomas Müller und Mats Hummels dann wieder dabei sein werden, wollte Flick noch nicht final verraten. „Klar ist, dass ich mit dem einen oder anderen Spieler gesprochen habe“, sagte er. Und Flick ließ wissen: „Bei mir gibt es kein Alter, wo es heißt, von da an ist er kein Nationalspieler mehr.“ Es zähle alleine Qualität. Somit dürften auch Jerome Boateng und Marco Reus, der auf eine EM-Teilnahme in Absprache mit Löw verzichtet hatte, auf eine DFB-Rückkehr hoffen. Flick schätzt den Ex-FCB-Star und den Dortmunder sehr. Er will und wird aber auch junge Spieler fördern: Bayern-Youngster Jamal Musiala und Leverkusens Florian Wirtz sprach er namentlich an.

Erstmals ausführlich will Flick seine Pläne 23 Tage vor dem ersten Länderspiel skizzieren. Der DFB lud am Sonntag für den 10. August zur offiziellen Vorstellung des Bundestrainers ein, ebenfalls auf dem künftigen Campus in Frankfurt. Flick werde dann „gemeinsam mit seinem Trainerteam“ einen ersten Ausblick auf die nähere Zukunft geben. In den vergangenen Wochen stellte Flick im Hintergrund erste Weichen, etwa mit der Verpflichtung seines Bayern-Vertrauten Danny Röhl als weiterem Assistenzcoach neben Marcus Sorg. Benennen muss er auch noch einen Nachfolger für Torwarttrainer Andreas Köpke, der den DFB nach 17 Jahren gemeinsam mit Löw vorzeitig verlassen hat. (ck/dpa)

Rubriklistenbild: © Andreas Gebert

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