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Impf-Debatte: Hansi Flick springt Kimmich beherzt zur Seite - „Gehört nicht an den Pranger“

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Von: Marius Epp

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Joshua Kimmich und die Corona-Impfung - die Debatte kommt nicht zur Ruhe. Bundestrainer Hansi Flick verteidigt seinen Schützling nun mit deutlichen Worten.

München - Die Personen des öffentlichen Lebens, die noch nichts zur Nicht-Impfung von Bayern-Star Joshua Kimmich gesagt haben, werden immer weniger. Das Thema polarisiert - auf der einen Seite hagelt es Kritik, auf der anderen Seite bekommt der Fußballer Unterstützung. Jetzt bekennt auch Bundestrainer Hansi Flick Farbe und positioniert sich eindeutig.

„Er gehört nicht an den Pranger“, betont Flick im Interview mit der FAZ. „Was mit ihm in der Diskussion aktuell geschieht, ist falsch und unfair.“ Die letzten Wochen seien „nicht spurlos“ an Kimmich vorbeigegangen.

Hansi Flick verteidigt Joshua Kimmich in der Impf-Diskussion

„Ich hätte mir mehr Sachlichkeit in der Diskussion gewünscht. Auch wenn Jo nicht geimpft ist, ist er kein Corona-Leugner. Er gehört nicht zu Querdenkern und Verschwörungstheoretikern.“

Flick stellt aber auch klar, dass er in der Sache nicht einer Meinung mit dem Mittelfeld-Star ist. „Ich persönlich sehe für mich keinen Punkt, an dem ich Bedenken wegen Langzeitfolgen festmachen könnte..“ Der Bundestrainer macht kein Geheimnis daraus, dass auch er zunächst Zweifel hatte. „Meine Ärzte haben mich dann aufgeklärt und gesagt: ‚Hansi, du musst dich impfen lassen‘“.

Joshua Kimmich: Impf-Offenbarung tritt große Diskussion los

Er kündigt an, das Thema auch nochmal in der Nationalmannschaft aufzugreifen. „Wenn jemand Sorgen hat, werden wir versuchen, sie ihm zu nehmen.“ Am Freitag nominierte Flick seinen Kader für die anstehenden Länderspiele gegen Liechtenstein und Armenien. Für die WM qualifiziert hat sich die DFB-Elf schon.

Die beiden recht bedeutungslosen Spiele tun ihr Übriges, dass Deutschland eben nicht über das Geschehen auf dem grünen Rasen, sondern über Joshua Kimmichs pieksfreien Oberarm redet. Paul Breitner beschuldigte Kimmich der „potenziellen, vorsätzlichen Körperverletzung“, auch ein TV-Kommentator teilte jüngst aus. Lukas Podolski nahm ihn dagegen in Schutz. (epp)

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