Kolumne "Hart aber Felix"

Magath: Bundesliga droht der Ausverkauf

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Für die tz analysiert unser Kolumnist Felix Magath (62) immer montags die Lage im deutschen Fußball.

München - Felix Magath nimmt als tz-Kolumnist die Bundesliga unter die Lupe. Dieses Mal geht es um das Ende der Wintertransferperiode und die Reize, die die englische Premier League auf die Bundesliga-Stars ausstrahlt.

Schluss, aus, nichts geht mehr. Montag Abend schließt das Transferfenster. Dann ist es für die Clubs vorbei mit der Möglichkeit, noch etwas am Kader zu korrigieren. Richtig spektakuläre Wechsel hat es im Winterschlussverkauf nicht gegeben. Der Markt ist relativ ruhig geblieben. Das heißt zum einen, dass es keine spannenden neuen Spieler gibt, auf die sich die Fans in der Rückrunde freuen können. Zum anderen sind der Liga aber auch die Top-Stars erhalten geblieben! Die herausragenden Akteure und ihre Vereine haben den Verlockungen widerstanden - so es sie denn auch tatsächlich gab.

Die Winterpause wird natürlich gern genutzt, um von Berater- und Klubseiten Spieler im Markt zu platzieren. Vielleicht wurden durch die lancierten Zahlen und kolportierten Millionen-Angebote Akteure wie Schalkes Jungstar Leroy Sané interessanter gemacht, um sie im Sommer dann gewinnbringend verkaufen zu können. Denn nach dieser Saison wird es auf dem Transfermarkt rund gehen! Die TV-Gelder in der Premier League werden nochmals erhöht, die Vereine werden vielleicht ihre Strategien ändern. Während bisher oft zu viel Mittelmaß von den englischen Vereinen eingekauft wurde, ist damit zu rechnen, dass im Sommer die Attacke auf die Topstars losgeht.

Pierre-Emerick Aubameyang.

Und da herrscht auf der Insel vor allem Bedarf an Offensivakteuren. Spieler wie Hakan Calhanoglu, Chicharito, Pierre-Emerick Aubameyang oder Granit Xhaka sind sehr interessant für die finanzstarken Klubs. Und die Spieler, da nützen auch die romantisch verklärten Schwärmereien von der Bundesliga nicht, werden über kurz oder lang dem Reiz der Premier League erliegen. Auch wenn die deutsche Liga regelmäßig von ihren Verantwortlichen schön gemalt wird, spielt sie international einfach nicht die Rolle wie die englische Liga. Dort werden höhere Gehälter gezahlt, dort können die Spieler ihre Werbeerlöse vergrößern und ihren Bekanntheitsgrad rund um den Globus erweitern. Denn Premier League-Spiele werden in jedem Winkel der Erde verfolgt. Spannend scheint sich in Zukunft ein weiter Markt aufzubauen: China. Milliardenschwere Vereinsbosse und der fußballverrückte Staatschef Xi Jinping wollen den Fußball von Grund auf modernisieren. Nicht umsonst fanden die teuersten Wintertransfers in und nach China statt.

Während die Major League Soccer in den USA und die Qatar Stars League in der Vergangenheit vor allem auf Spieler setzten, die schon auf der Zielgerade ihrer Karriere waren, greifen die Asiaten nun nach aktuellen Top-Stars und überweisen beispielsweise für einen Ramires vom FC Chelsea mal eben 32 Millionen Euro. Die Bundesliga muss also aufpassen, dass ihr nicht die Aushängeschilder verloren gehen - die Konkurrenz wird größer.

Von Felix Magath

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