Verspätungen auf der Stammstrecke - aus zwei Gründen

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Magath schreibt exklusiv in der tz

Hart aber Felix: An Lucien Favre liegt es nicht

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Felix Magath schreibt für die tz.

München - Felix Magath nimmt als tz-Kolumnist die Bundesliga unter die Lupe. Dieses Mal widmet er sich dem katastrophalen Saisonstart von Borussia Mönchengladbach.

Was für ein Fehlstart für die Borussia! Fünf Ligaspiele, fünf Niederlagen. Man reibt sich verwundert die Augen, wenn man auf die Tabelle schaut. Was mich entsetzt, sind die teilweise leblosen Auftritte sowie die manchmal amateurhaften Fehler der Mannschaft. Das ist eigentlich nicht zu erklären. Irgendetwas stimmt in dieser Mannschaft nicht.

Für mich gibt es nur einen Weg, um aus der Krise zu kommen. Jeder muss sich selbstkritisch hinterfragen und das eigene Ego hinten anstellen. Es darf keine Ausreden und Alibis geben, vor allem nicht für die Spieler! Der Klub steht an erster Stelle!

Alle, die es gut mit der Borussia meinen, sollten sich dabei auch daran erinnern, dass dieser Trainer in den vergangenen Jahren stets das Maximum aus den Spielern herausgeholt hat. Obwohl er regelmäßig die besten Spieler verloren hat. Reus, Dante, ter Stegen – sie alle verließen die Mannschaft, Lucien Favre – und auch Manager Max Eberl – trafen stets die richtigen Entscheidungen. Es war eine herausragende Leistung, die Verkäufe immer ideal zu kompensieren.

Jetzt hat es erstmals nicht richtig gepasst. Und dennoch dürfen die Abgänge – erst recht nach langer Vorbereitung und mehreren Spieltagen – kein Alibi mehr darstellen: Max Kruse war sicherlich ein Spieler mit Standing, aber auch er hat in der Vorsaison keine 30 Tore geschossen. Christoph Kramer hat im Mittelfeld eine Lücke hinterlassen. Aber Lars Stindl ist in meinen Augen auch kein Fehleinkauf.

Es wäre also ein Fehler, immer nur auf die Veränderungen im Kader hinzuweisen. Die Vereinsführung macht es richtig, indem sie sagt, dass Favre nicht zur Diskussion stehe. Der automatische Reflex, in der ersten Krise sofort nach einem neuen Trainer zu rufen, darf nicht eintreten. An Favre liegt’s nicht! Seine Umstellungen zum Beispiel – sechste Viererkette im sechsten Spiel – sind ja nicht willkürlich, sondern teilweise verletzungsbedingt. Favre hat bewiesen, dass er mit seinen Entscheidungen den Klub in die Bundesligaspitze führen kann – nun seine Entscheidungen, wenn sie nicht gleich in zählbare Erfolge münden, infrage zu stellen, wäre falsch. Und wenn auch die unzufriedenen Spieler spüren, dass ihr Trainer volle Rückendeckung genießt, dann wird sich das Team aus diesem Tal befreien.

von Felix Magath

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