Magath schreibt exklusiv in der tz

Hart aber Felix: "Unsere Liga kann nicht mithalten!"

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Felix Magath schreibt für die tz.

München - Felix Magath nimmt als tz-Kolumnist die Bundesliga unter die Lupe. Heute schreibt er über die am Montag Abend endende Transferperiode und den Premier-League-Kaufrausch in der Bundesliga.

Am Montag Abend endet die Transferperiode. Es war eine, die die Bundesliga ordentlich durchgeschüttelt hat. Manchester City schnürt ein 190-Millionen-Euro-Paket für Kevin De Bruyne (Ablöse und Gehalt), Tottenham überweist für Leverkusens Son 30 Millionen, Augsburgs Baba, der Mainzer Okazaki, Hoffenheims Firmino – alle ab auf die Insel. In den letzten zehn Jahren flossen zwischen zehn und 50 Millionen Ablösesumme von der Premier League in die Bundesliga. Jetzt sind es schon über 210 Millionen! Und das ist erst der Anfang.

Die Folgen: Keine Stars, keine Attraktivität? Die Bundesliga droht, dramatisch den Anschluss zu verlieren. Auch wenn die Wahrheit wehtut: Unsere Elite-Liga kann mit England nicht mithalten. Die Premier League hat einen deutlichen Vorsprung, was internationale Vermarktung und klare Strukturen angeht. Wenn wir weiter nur verzweifelt versuchen, den Einnahmen der Engländer nachzurennen, werden wir bald abgeschlagen sein. Das Schlimmste in meinen Augen: Wir behindern eine bessere Entwicklung.

Die Bundesliga ist den Weg der Professionalisierung nicht wirklich konsequent gegangen. Die größte Innovationsbremse ist der strukturelle Stillstand. In Deutschland existiert nach wie vor ein romantisiertes Vereins-Ideal und führt zu einem Festhalten an einer antiquierten 50+1-Regel. In vielen internationalen Ligen sind längst Investoren tätig. Dass damit kein Untergang der eigentlichen Fußball-Kultur einhergeht, zeigt ja gerade England, dessen Tradition, Fair-Play und Fan-Kultur hierzulande oft neidisch betrachtet werden. Die Struktur und Entscheidungswege unserer Bundesliga hemmen auch auf anderen Gebieten die Weiterentwicklung. Sei es bei der notwendigen technischen Unterstützung der Schiedsrichter oder in der TV-Vermarktung. Exklusives Pay-TV muss in Sachen Spitzen-Fußball endlich als selbstverständlich angesehen werden. Einerseits wollen wir international mithalten, die Strukturen sollen sich aber nicht an die Standards in anderen Ländern anpassen!

Dass wir jetzt schon sportlich hinterherlaufen, hat sich in der letzten Europapokal-Saison gezeigt. Die Bayern-Erfolge haben den Blick auf die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga lediglich verzerrt.

von Felix Magath

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