Sängerin 

Helene Fischer: So cool kommentiert sie die Pfiffe beim DFB-Pokal-Finale

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Helene Fischer bei ihrem Auftritt im DFB-Pokal-Finale.

Helene Fischer wurde beim DFB-Pokal-Finale in Berlin ausgepfiffen. So cool reagiert die Schlagerkönigin auf das Pfeifkonzert bei ihrem Halbzeit-Auftritt.

Berlin - In Berlin hatte Helene Fischer schon mal einen großen Auftritt, was Fußball angeht: Am 15. Juli 2014 sang sie beim Empfang unserer Weltmeister am Brandenburger Tor eine ganz spezielle Version von „Atemlos“. Damals trug sie ein DFB-Trikot (mit „Fischer“ beflockt) und klatsche mit Mario Götze und anderen Spielern zum „High Five“ ab. Am Samstag erlebte sie beim DFB-Pokal-Finale im Berliner Olympiastadion ein lautes, acht Minuten langes Pfeifkonzert. In der Halbzeitpause performte Helene Fischer ein laut DFB-Pressemitteilung „eigens für das Pokalendspiel erstelltes Medley“. Das war dann nicht ganz so innovativ, wie die Ankündigung vermuten ließ. Zu hören gab es zunächst ihren Klassiker „Atemlos“ und anschließend „Herzbeben“ aus dem aktuellen Album.

Von zahlreichen Fans - vor allem von Anhängern der Frankfurter Eintracht - wurde Helene Fischer im Berliner Olympiastadion lautstark ausgepfiffen. Reporter, die für unsere Redaktion beim DFB-Pokal-Finale im Stadion sind, berichten, bezeichnen die Pfiffe „lautstark“ und „ziemlich laut“. Offenbar drehten die übertragenden Sender ARD und Sky die Musik bei der TV-Übertragung lauter, so dass die Zuschauer die Pfiffe und Buhrufe nicht so intensiv wahrnahmen wie die Zuschauer im Olympiastadion. Von den Pfiffen war in der ARD nur kurz vor und nach dem Auftritt etwas zu hören. Im Gegensatz zum öffentlich-rechtlichen Sender, der den kompletten Auftritt zeigte, stieg Sky mitten während der Fischer-Show aus und brachte Werbung. Helene Fischer beendete ihren Auftritt trotz des acht Minuten langen Pfeifkonzerts höflich mit den Worten: "Dankeschön Berlin."

Wie die Facebook-Seite „Traditionsvereine“ am Samstag berichtete, planten Frankfurt-Fans schon vor Helene Fischer Auftritt in der Halbzeitpause des DFB-Pokal-Finales ein Pfeifkonzert. Sollten die Fans die Sängerin übertonen, so hätten mehrere Frankfurter Kneipen angekündigt, Freibier auszuschenken. Auf der Seite war zu lesen: „Dass Schlagerstar Helene Fischer, bekennende Dortmunder Anhängerin, heute in der Halbzeitpause des DFB Pokals singen wird, macht viele Frankfurter Fans ‘atemlos‘ und stößt auf Unverständnis. Die Szene der Eintracht hat angekündigt, den Auftritt von Helene Fischer mit einem gellenden Pfeifkonzert mit 25.000 Stimmen zu stören. Sollte es gelingen, Fischer auch im Fernsehen zu übertönen, haben mehrere Frankfurter Kneipen angekündigt, Freibier auszuschenken.“

Helene Fischer ausgepfiffen: So kommentiert sie die Aktion in der ARD

Helene Fischer ging im ARD-Talk „Sportschau Club“ nach dem Spiel auch auf diese Aktion ein. Offensichtlich mühte sich Moderatorin Julia Scharf, den Vorfall herunterzuspielen. So empfing die ARD-Frau die Sängerin nach einer Bussi-Bussi-Begrüßung mit einer Lobeshymne: „Helene, eigentlich kann man Dir erst mal gratulieren, oder? Du bist auf Nummer Eins. Ich glaube, das war der beste Album-Start seit 15 Jahren, den Du da hingelegt hast. Fühlt sich das so ein bisschen an, wie ein Pokalsieg?“ Was Helene Fischer natürlich bejahte. Dann brachte Julia Scharf das Gespräch vorsichtig auf das Pfeifkonzert. „Bei Deinem Halbzeit-Auftritt, da gab‘s vielleicht den einen oder anderen Frankfurter, der nicht so einverstanden war.“ Vielleicht liege es ja daran, dass die Sängerin als Dortmund-Fan bekannt sei, mutmaßte Scharf. Was Helene Fischer aber gleich relativierte. „Ich bin kein ausgewiesener Dortmund-Fan. Ich bin ziemlich neutral. Und ich habe von ganzem Herzen beiden Mannschaften die Daumen gedrückt.“

Dann brachte Helene Fischer die Rede auf das oben erwähnte geplante Pfeifkonzert der Frankfurt-Fans. „Ich habe aber viral mitbekommen, dass da eine Wette am laufen war. „Glückwunsch, Wette gewonnen“, kommentierte die Sängerin das Pfeifkonzert. „Die Wirte müssen jetzt ran. Freibier für alle. Ist Euch gelungen.“ Ex-Fußballprofi Ansgar Brinkmann meinte in der Talkrunde gar, die Pfiffe hätten wohl dem DFB gegolten. 

Nach Fischer-Auftritt: Showeinlagen beim Pokalfinale auf dem Prüfstand

Nach dem umstrittenen Halbzeit-Auftritt von Schlager-Sängerin Helene Fischer beim diesjährigen Endspiel im DFB-Pokal stehen derartige Showeinlagen künftig auf dem Prüfstand. "Wir analysieren nach jedem Pokalfinale die Abläufe, das werden auch in diesem Jahr tun. Danach entscheiden wir, was wir beibehalten oder verändern", teilte der DFB auf SID-Anfrage mit. Fischer war bei ihrem Auftritt vor allem von Frankfurter Fans lautstark ausgepfiffen worden. Die 32-Jährige erklärte das hinterher im Sportschau-Club der ARD mit einer angeblichen Wette aus der Frankfurter Kneipen-Szene. In sozialen Netzwerken wurde Fischers Auftritt jedoch als Synonym für die zunehmende Kommerzialisierung im Profifußball kritisiert.

Bobic kritisiert Helene Fischer

Eintracht Frankfurts Sportdirektor Fredi Bobic kritisierte den auftritt von Helene Fischer scharf. „Das hat beim Pokalfinale nichts zu suchen“, sagte der Eintracht-Sportvorstand. Warum? „Weil wir Fußball spielen und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust darauf.“

Unmittelbar nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund hat Sportvorstand Fredi Bobic von Eintracht Frankfurt dann auch noch den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel kritisiert. Der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) soll sich nach Ansicht der Frankfurter bei einem Empfang im Vorfeld des Endspiels wegen des Anschlags auf den BVB-Bus am 11. April vermeintlich auf die Seite der Dortmunder geschlagen haben.

Helene Fischer beim DFB-Pokal ausgepfiffen: Twitter-Videos zeigen Lautstärke

Bei zahlreichen Twitter-Usern waren die Pfiffe beim DFB-Pokal-Finale für Helene Fischer ein Thema. Ein Video zeigt, wie laut die Pfiffe im Olympiastadion rüberkamen. Es zeigt die Kurve mit den Fans von Eintract Frankfurt, bei denen Helene Fischer als BVB-Fan natürlich einen schweren Stand hat. Das Video zeigt, dass die Pfiffe und Buhrufe für Helene Fischer im Stadion wohl deutlich lauter waren, als die TV-Übertragung es erahnen ließ. Auch ein anderes Video dokumentiert die Lautstärke der Pfiffe.

Der Grund für das Pfeifkonzert der Eintracht-Fans? Helene Fischer ist bekennender BVB-Fan. In der Vergangenheit trug sie mehrfach einen Fan-Schal oder ein Fan-Shirt der Borussen. 2013 trat sie nach der Niederlage von Borussia Dortmund im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern auf der Party der Borussen in London auf, bei der es wenig zu feiern gab. Viele der rund 30.000 Frankfurter-Fans im Berliner Olympiastadion haben diese BVB-Sympathien auf ihre Weise quittiert. Helene Fischer betonte übrigens im „Sportschau Club“ am Samstag, sie sei gar kein ausgewiesener Dortmund-Fan und „ziemlich neutral“. So habe sie im DFB-Pokalfinale „von ganzem Herzen beiden Mannschaften die Daumen gedrückt“.

Dass Helene Fischer aktuell bei Top-Events wie dem DFB-Pokal-Finale, bei der ESC Party in Hamburg und beim GNTM-Finale zu sehen ist, hat seinen Grund. Vor kurzem brachte sie ihr neues Album namens „Helene Fischer“ heraus. Und da sind solche Auftritte, bei denen immer Millionen TV-Zuschauer garantiert sind, natürlich aus Gründen der Promotion super. Ihr neues Album hat sich zwar binnen weniger Tage schon über 300.000 Mal verkauft. Vor dem Wochenende erlebte Helene Fischer allerdings einen kleinen Chart-Dämpfer: Laut GfK Entertainment, dem Ermittler der Offiziellen Deutschen Charts, verwies der Konzertmitschnitt „Rammstein: Paris“ der Rockband Rammstein „Helene Fischer“ auf Platz zwei. Vielleicht gibt ihr der Auftritt beim DFB-Pokal-Finale wieder einen kleinen Schub nach vorne. Oder eher nicht. Das desaströse Pfeifkonzerts könnte sich auch als ziemlicher Image-Schaden auswirken.

Dass sie sich mit Fußball die Finger verbrennen kann, musste sie bereits vor zwei Jahren bei einem Konzert in München erfahren. Damals bekam sie einen BVB-Schal in die Hand gedrückt. "Du traust dich was", sagte sie zu dem Fan, der ihr den Schal überreicht. Die anderen Fans in München fanden das gar nicht lustig. Sofort begann ein Pfeifkonzert. Etliche Fans stimmten den Schmähgesang "Ladiadiadiadioooo... Bee Vau Bee .. Hu***söhne“ an. Emotional kommentierte Helene Fischer damals "Das geht mir so nah". Worauf die Fans mit „Bayern“-Sprechchören antworteten.

Helene Fischer beim DFB-Pokal-Finale: Pfeifkonzert

Dass es beim DFB-Pokal-Finale in Berlin möglicherweise auch negative Emotionen geben könnte, zeigte sich schon im Vorfeld des Auftrittes. Etliche Fußballfans reagierten ziemlich sauer. „Der Fußball ist so kaputt“, twitterte das Magazin 11Freunde. 

Und auch Jan Böhmermann spottete:

Vor dem DFB-Pokal-Finale: So will Helene Fischer die Stimmung entschärfen

Um die Stimmung vor dem DFB-Pokal-Finale zu entschärfen postete Helene Fischer am Samstag auf Facebook und Instagram ein Foto, auf dem sie ein speziell angefertigtes Trikot trug, das je zur Hälfte aus dem Trikot von Eintracht Frankfurt und von Borussia Dortmund besteht. „Ich drücke Frankfurt und Dortmund die Daumen und erkläre hiermit beide zu den neuen Pokalgewinnern!“ Viele Fans betonten in den Kommentaren, dass Helene Fischer das BVB Trikot auf der linken Seite trägt, also da wo ihr Herz schlägt! Da hat Helenes Management wohl nicht so richtig mitgedacht...

Im TV-Interview vor dem DFB-Pokal-Finale gab sie sich ebenfalls neutral: „Ich freue mich auf ein spannendes Spiel.“ 

Video: So laut wurde Helene Fischer beim DFB-Pokal-Finale ausgepfiffen

fro

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