Nach der Niederlage:

Bei der Hertha liegen die Nerven blank

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Hertha BSC Berlin steht mit dem Rücken zur Wand.

Berlin - Die Nerven liegen blank - und dass die desolate Hertha ausgerechnet gegen den deutschen Fußball-Meister Wolfsburg die Wende schafft, glauben nur noch die kühnsten Optimisten.

Selbst die Mehrzahl der treuesten Fans wandten sich nach der erneuten Pleite gegen den SC Heerenveen mit Grausen ab, obwohl sich die Berliner Profis dieses Mal zumindest couragiert gegen die 0:1-Niederlage gestemmt hatten.

Maskottchen in Deutschlands Fußball-Stadien

Sie heizen die Fans an, sie sorgen für gute Laune - oder versuchen es zumindest: die Maskottchen in Deutschlands Fußball-Stadien. Und nicht vergessen: In jedem Maskottchen steckt auch ein Mensch - und schwitzt gewaltig! © Getty
Lohmann (Arminia Bielefeld) © Getty
Berni (FC Bayern München) © dpa
Emma (Borussia Dortmund) © Getty
Fritzle (VfB Stuttgart) © Getty
Hoffi (1899 Hoffenheim) © Getty
Fritzle (VfB Stuttgart) mit HSV-Maskottchen Hermann © Getty
Fritzle (VfB Stuttgart) mit HSV-Maskottchen Hermann © Getty
Fritzle (VfB Stuttgart) mit HSV-Maskottchen Hermann © Getty
Erwin (FC Schalke 04) © Getty
Erwin (FC Schalke 04) © Getty
Erwin (FC Schalke 04) © Getty
Pröppi (Wuppertaler SV) © Getty
Pröppi (Wuppertaler SV) © Getty
Pröppi (Wuppertaler SV) © Getty
Hermann (Hamburger SV) © Getty
Jack (SSV Ulm 1846) © Getty
Wölfi (VfL Wolfsburg) © Getty
Emma (Borussia Dortmund) © Getty
Sechzgerl (TSV 1860 München) © Getty
Sechzgerl (TSV 1860 München) © Getty
Wölfi (VfL Wolfsburg) © Getty
Paule (1. FC Heidenheim) © Getty
Emma (Borussia Dortmund) © Getty
Brian The Lion (Bayer Leverkusen) © Getty
 © Getty
Jünter (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Jünter (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Jünter (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Hoffi (1899 Hoffenheim) © Getty
Hoffi (1899 Hoffenheim) © Getty
Berni (FC Bayern München) © dpa

“Die Mannschaft hat alles versucht, sich das Erfolgserlebnis zu holen“, erklärte Trainer Friedhelm Funkel, musste aber nach dem dritten vergeblichen Anlauf unter seiner Regie auch gestehen: “Das ist natürlich nicht ganz einfach.“ Ex-Trainer Lucien Favre hat ein Gebilde aus verunsicherten Talenten wie Patrick Ebert oder Nemenja Pejcinovic, ratlosen Routiniers wie Arne Friedrich oder Pal Dardai und gehemmten Leistungsträgern wie Cicero, Raffael und Gojko Kacar hinterlassen.

Mannschaft funktioniert nicht

Von einer funktionierenden Mannschaft ist dieses Gebilde so weit entfernt wie Hertha von der Bundesliga-Spitze. Dass dann noch Pech und Dummheit dazu kommen, wenn beispielsweise der Schiedsrichter Hertha in der allerletzten Sekunde einen glasklaren Elfmeter verweigert und sich Patrick Ebert wegen Ballwegschmeißens einen Platzverweis einhandelt, passt genau ins Bild der Krise.

“All das spricht im Moment gegen uns. Was für uns spricht: Die Mannschaft hat kapiert, dass es nur über den Kampf geht. Das müssen wir weiter trainieren, dann wird auch das Erfolgserlebnis kommen“, sagte der als Retter auserkorene Funkel, der unverdrossen an Verbesserungen bastelt.

Die Europa League, in der Berlin in der Gruppe D mit einem Zähler wie in der Bundesliga die Rote Laterne hält, ist dabei nur noch Randerscheinung. “Das ist noch nicht erledigt. Man kann noch das eine oder andere Spiel gewinnen. Aber jetzt zählt die Bundesliga, die ist wesentlich wichtiger“, betonte Funkel.

Hertha beliefert alle Negativ-Serien

Längst sieht sich Hertha mit allen Negativ-Serien der Bundesliga- Geschichte konfrontiert: Eine erneute Niederlage am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg würde die Pleite-Serie auf neun ausweiten. Mit zehn Niederlagen nacheinander hält Tasmania Berlin schon seit 1965/66 den Pleiten-Rekord. Das Gros der Hertha-Freunde hat schon mit den Profis gebrochen, beim dritten Gruppenspiel gegen den 16. der niederländischen Ehrendivision blieben mehr als 60 000 Plätze im Olympiastadion leer.

Und als U 21-Europameister Ebert zu allem Überfluss Gelb-Rot kassierte, kochte die Volksseele über. “Wir haben die Schnauze voll“, dröhnte den Verlierern entgegen. Die Lage ist verfahren, den Knoten zerschlagen kann nur eine Energieleistung, mit der das Glück erzwungen wird. “Wir dürfen nicht aufstecken, dahin zugehen, wo die Tore erzielt werden“, forderte Funkel.

Fünf Spiele - 2:13 Tore

In den vergangenen fünf Pflichtspielen hat es Hertha auf die verheerende Bilanz von 2:13 Toren gebracht. Der als Hoffnungsträger zurückgeholte Artur Wichniarek ist zur tragischen Figur geworden, seine Auswechslung zur Pause wurde von den Fans mit Jubel quittiert. Funkel kündigte für das Wolfsburg-Spiel eine härtere Gangart an: “Ich werde genau hinschauen, wer in der Lage ist gegenzuhalten. Wer körperlich den besten Eindruck macht, wird in der Anfangself stehen.“

dpa

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