Hertha-Fiasko dauert an

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Die wenigen Fans im Berliner Olympiastadion taten ihre Meinung über die schwachen Hertha-Leistungen der vergangenen Wochen kund. Allein, es half nichts.

Berlin - Das Trauerspiel geht weiter - eine völlig verunsicherte Berliner Hertha steht nun auch in der Europa League ganz unten.

Das total aus der Spur geratene Bundesliga-Schlusslicht verlor am Donnerstag das dritte Gruppenspiel gegen den 16. der niederländischen Ehrendivision, SC Heerenveen, mit 0:1 (0:1) und bleibt damit auf den letzten Platz der Gruppe D. Der letzte Pflichtspielsieg der desolaten Berliner liegt inzwischen fast zwei Monate zurück. Für eine baldige Besserung gab es auch bei der Niederlage gegen den harmlosen niederländischen Pokalsieger kaum Anzeichen. Und am Sonntag droht in der Liga zu Hause gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg die neunte Pleite nacheinander.

Hernan Losada traf vor der Mini-Kulisse von 13 134 Zuschauern in der 36. Minute für den Gast, der fast die gesamte letzte Viertelstunde nach Rot für den kurz zuvor eingewechselten Daryl Janmaat in Unterzahl bestritten. In der Nachspielzeit verlor Hertha zudem noch Patrick Ebert nach Gelb-Rot wegen einer Unsportlichkeit. Bereits im Rückspiel am 5. November in Heerenveen könnte Berlin bereits in der Gruppenphase der Europa League vor dem Aus stehen. Die Quittung des Publikums für die bisherige Pleiten-Saison erhielt die Hertha bereits vor dem Anpfiff durch das fast leere Olympiastadion. Erinnerungen an längst überwunden geglaubte Zweitliga-Zeiten wurden wach.

Trainer Friedhelm Funkel (“Wir schenken die Europa League nicht ab“) sah die Partie gegen Heerenveen und das Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Meister VfL Wolfsburg als “Paket“, um zu erkennen, wer für den Abstiegskampf “bereit“ ist. Doch bis auf den agilen Patrick Ebert empfahl sich Keiner. Im Vergleich zur 0:3-Pleite in Nürnberg veränderte Funkel die Mannschaft auf vier Positionen. Überraschend stand erstmals das 19 Jahre alte Eigengewächs Sascha Bigalke in der Startelf, Fabian Lustenberger kehrte nach langer Verletzungspause ins zentrale Mittelfeld zurück.

Die Hertha begann engagiert, doch nach der ersten Chance durch Adrian Ramos (4.) kam nicht mehr viel. Keinem Herthaner war das Bemühen abzusprechen, aber als Mannschaft trat die Elf auf dem Platz nicht auf. Der einzig gute Spielzug der biederen Gäste - seit acht europäischen Spielen sieglos - führte zum 0:1. Nemanja Pejcinovic verschätzte sich völlig bei einer Heerenveener Flanke, Losada konnte nach Zuspiel von Gäste-Kapitän Michel Breuer völlig unbedrängt einschieben. Cicero (43./45.+1) hatte kurz vor der Pause gleich zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. Ebert war mit durchdachten Pässen der einzige Berliner Aktivposten.

Bezeichnend für die Hertha-Misere war Angreifer Artur Wichniarek, dem übermotiviert zunehmend weniger gelang und dessen Auswechslung in der Pause von den Berliner Fans mit Applaus begleitet wurde. Ein Pfostenschuss von Michal Papadopulos (55.) hätte fast die Vorentscheidung gebracht. Die Gäste begnügten sich, den Vorsprung zu verwalten. Berlin stemmte sich gegen die Niederlage, doch Möglichkeiten durch Ebert (70.), Lustenberger (76.), Ramos (81.) und Raffael (86.) blieben ungenutzt. Heerenveen brachte den Sieg auch nach Rot für Janmaat wegen groben Foulspiels nach Hause. In der Nachspielzeit sah Herthas Ebert nach einer Unsportlichkeit Gelb-Rot.

dpa

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