Hertha-Krise verschärft sich: 0:1 im Kellerduell

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Gut gespielt und doch verloren: Hertha BSC mit Stürmer Raffael (m.) Unterlag dem 1. FC Köln unglücklich mit 0:1.

Berlin - Der Absturz der Krisen-Hertha in der Fußball-Bundesliga setzt sich ungebremst fort. Drei Tage nach dem Holland-Hoch von Heerenveen unterlagen die schwer angeschlagenen Berliner im Keller-Duell gegen den 1. FC Köln mit 0:1 (0:0).

Damit sind die Berliner seit 92 Tagen und elf Spielen in der Liga ohne Sieg. Milivoje Novakovic besiegelte mit seinem Tor in der 79. Minute am Sonntag die erneute Niederlage der Hertha, die mit vier Punkten fast schon aussichtslos am Tabellenende bleibt. Die Berliner erarbeiteten sich vor 48 623 Zuschauern im Olympiastadion gegen die Mauerkünstler aus dem Rheinland zwar klare Spiel- und Chancenvorteile, trafen aber das Tor nicht. Erfolgreicher waren die Kölner, die sich mit nun zwölf Punkten auf dem 13. Platz verbesserten und mit deutlich mehr Hoffnung in die Länderspielpause gehen können.

Der 12. Spieltag in Bildern

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Bayer Leverkusen putzte am Freitag bereits Eintracht Frankfurt mit 4:0 weg © Getty
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Einer der Auffälligsten war dabei Toni Kroos, Torschütze zum 3:0 - und das bereits in der 11. Minute © Getty
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Fast immer auffällig: Stefan Kießling, dem der erste Treffer des Abends gelang © Getty
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Nach dem flotten Tor-Dreier war die Partie gelaufen © Getty
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Am Samstag traf wieder einmal Daniel van Buyten, der Mann für die schwierigen Momente beim FC Bayern © Getty
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Doch so richtig überzeugten Miro Klose (am Boden) und Co. erneut nicht © Getty
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Schalke glich noch in der ersten Halbzeit aus, danach konnte Bayern den Siegtreffer nicht mehr erzwingen © Getty
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Grafite war beim 2:1 des VfL Wolfsburg gegen Hoffenheim zurück aus dem Heimaturlaub und in Spiellaune © Getty
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Der Brasilianer schoss in der 57. Minute den Siegtreffer © Getty
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Dabei war Hoffenheim durch Vedad Ibisevic (l.) schon in Führung gelegen © Getty
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Carlos Eduardo steht die Frustration ins Gesicht geschrieben © Getty
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Richtig verblüffend: Der starke Aufsteiger FSV Mainz 05 steht auch nach dem 1:0 gegen den auswärts weiterhin sieglosen 1. FC Nürnberg ohne Heim-Niederlage da © Getty
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Elkin Soto (l.) traf zum ersten Mal in dieser Saison © Getty
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Schon erstaunlich, was der Aufsteiger (hier Aristide Bancé) aus sich herausholt © Getty
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Für die Mainzer (hier: Tim Hoogland) ist es schon der sechste Sieg in dieser Saison © Getty
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Javier Pinola und der Club hingegen straucheln. Nürnberg belegt weiter einen Abstiegsrang © Getty
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Markus Babbels Zukunft beim VfB Stuttgart hängt weiter in der Schwebe © Getty
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Der VfB brachte bei Borussia Mönchengladbach nicht mehr als ein 0:0 hin © Getty
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So richtig war damit keiner zufrieden © Getty
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Und auch Markus Babbel scheint nicht so recht zu wissen, ob er nun lachen oder weinen soll © Getty
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Dafür wusste Stefan Reisinger ganz genau, wie ihm zu Mute ist © Getty
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Der Stürmer schoss den SC Freiburg in letzter Minute zum 2:1 gegen den VfL Bochum © Getty
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Diese Bilder waren für Bochum umso bitterer, da sie teils drückend überlegen waren © Getty
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Freiburg widmete den Sieg seinem verstorbenen Präsidenten Achim Stocker © Getty
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Heiko Herrlichs Heim-Debüt ist somit in letzter Minute gründlich in die Hose gegangen... © Getty
Hannover 96 - Hamburger SV: Der HSV musste zum Nordderby nach Hannover reisen. Die Hanseaten gingen durch Marcel Jansen in Führung. © dpa
Doch Hannover kam zurück. Didier Ya Konan (r) köpft das Tor zum 1:1 Ausgleich. © dpa
Doch noch vor der Halbzeit ging der Hamburger SV wieder in Führung. Elia war der Torschütze zum 1:2-Halbzeitstand. © dpa
In der zweiten Hälfte kämpfte sich Hannover zurück ins Spiel und kam kurz vor Schluss durch einen Foulelfmeter zum Ausdgleich durch Jiri Stajner. © dpa
Bitter für den HSV: Sie hätten früher das 3.1 machen müssen und kassierten durch einen strittigen Elfmeter noch den Ausgleich. Der HSV hat nun drei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Leverkusen. © dpa
Hertha BSC - 1. FC Köln: Die Hertha wollte dem Sieg in der Europa League in Heerenveen einen weiteren zu Hause gegen den FC aus Köln folgen lassen, um sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. © dpa
In einem hart umkämpften Spiel nahmen die Berliner das Heft in die Hand und drückten auf die Führung. © dpa
Doch in Führung ging der FC. Novakovic traf nach einem Freistoß durch Lukas Podolski. © dpa
Die Hertha stolperte ebenso wie dieser Flitzer. © dpa
Wieder verloren, weiterhin Tabellenletzter der Bundesliga und nur 4 Punkte aus den ersten 12 Spielen geholt. In Berlin brennt der Baum. © dpa
Werder Bremen - Borussia Dortmund: Bremen wollte mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund Anschluss halten an Spitzenreiter Leverkusen. Und nach etwas mehr als einer halben Stunde schien dies auch zu klappen. © dpa
Nationalspieler Mesut Özil (36.) brachte die Gastgeber vor 34 906 Zuschauern nach toller Vorarbeit von Aaron Hunt mit seinem fünften Saisontor in Führung. © dpa
Özil zeigte wieder einmal ein starke Leistung, doch der BVB kam zurück ins Spiel. © dpa
Kurz nach einem zu Unrecht nicht anerkannten Treffer traf Lucas Barrios doch zum Ausgleich für die Borussia. Dabei blieb es auch. © dpa
Das Unentschieden hilft beiden Teams nicht weiter. Bremen verliert den Anschluss an den Spitzenreiter, Dortmund bleibt weiter im Mittelfeld der Liga. © dpa

Hertha-Trainer Friedhelm Funkel hatte sein Team nach dem als Hoffnungsmacher gedeuteten 3:2 in der Europa League in Heerenveen wenig verändert, blieb aber auch im fünften Bundesliga-Spiel als vermeintlicher Hertha-Retter ohne Sieg. Artur Wichniarek und Waleri Domowtschijski bildeten die Doppelspitze. Im Mittelfeld durfte allerdings Lukasz Piszczek statt Cicero ran. Patrick Ebert musste nach seiner UEFA-Sperre überraschend zunächst weiter draußenbleiben. Bei Köln fehlte Petit (Sperre). Podolski durfte wieder offensiver neben Novakovic agieren, betätigte sich aber oft als Pendler zwischen Angriff und Mittelfeld und versuchte mit mäßigem Erfolg, das Spiel schnell zu machen.

Beide Mannschaften begannen die wegweisende Partie eher konfus denn mit klarer Linie. Und der erste Aufreger passte in dieses Bild. Nach einem Freistoß von Podolski rammte Hertha-Kapitän Arne Friedrich seinen eigenen Torwart Jaroslav Drobny (6. Minute) förmlich um - der Keeper schimpfte wie ein Rohrspatz. In der Offensive war ein Raffael-Schüsschen (16.) die erste zarte Annäherung in Richtung FC-Tor. Auf der anderen Seite war ein Novakovic-Versuch (23.) für Drobny keine ernste Gefahr.

Die Kölner beschränkten sich auf eine ordentliche Defensive. Die Hertha war immerhin bemüht, mehr Vorwärtsdrang zu präsentieren. Die Verantwortung wurde aber immer wieder weiter geschoben. Nur Raffael hatte Ideen - jedoch auch grandioses Pech. In der 41. Minute traf er innerhalb weniger Sekunden zuerst den rechten und dann den linken Pfosten. Beim nächsten Hertha-Spiel in Stuttgart wird der Brasilianer nach seiner 5. Gelben Karte fehlen.

Hertha legte in der zweiten Halbzeit noch mal zu. Es fehlte aber an kollektiven Offensivaktionen, um den ersehnten Befreiungsschlag zu setzen. Die Harmlosigkeit wurde von den Kölnern gnadenlos bestraft. Als alle Zeichen auf eine Nullnummer deuteten, schlug Novakovic nach einem Podolski-Freistoß per Kopfball zu und versetzte die zuvor so biederen Kölner mit dem zweiten Torversuch überhaupt in einen Freudentaumel.

Von Jens Mende, dpa

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