Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

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Hier ist Hope vor Enttäuschung ganz Solo

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Einsam und enttäuscht: US-Keeperin Hope Solo.

Frankfurt - Die japanischen Fußballerinnen tanzten ausgelassen über den Rasen, die US-Girls starrten fassungslos ins Leere: Japan hat am Sonntag nach einem mitreißenden WM-Finale erstmals den Frauenfußball-Thron erklommen.

 “Ich möchte jetzt ein Glas gutes deutsches Bier trinken. Am liebsten würde ich die ganze Nacht feiern, aber wir müssen morgen Mittag schon zurück ins unsere Heimat“, sagte Trainer Norio Sasaki nach dem überraschenden 3:1 im Elfmeterkrimi gegen den zweimaligen Weltmeister USA.

Weltmeister! Japan siegt nach Elfmeterschießen

Nach 120 Minuten hatte es vor 48 817 begeisterten Zuschauern in der Frankfurter WM-Arena 2:2 gestanden. Die eingewechselte Alex Morgan (69. Minute) und US-Star Abby Wambach (104.) brachten die über weite Strecken dominierenden Amerikanerinnen zweimal in Führung, Aya Miyama (81.) und Homare Sawa (117.) konnten in der dramatischen Partie jeweils ausgleichen. In der 120. Minute sah Azusa Iwashimizu wegen einer Notbremse die Rote Karte von der souverän leitenden Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

Japan ist Frauen-Fußballweltmeister! Die Bilder zum Finale

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Im Elfmeterschießen versagten gleich drei US-Girls die Nerven und die japanische Torfrau Ayumi Kaihori wurde zur Heldin. Sie parierte die Strafstöße von Shannon Boxx und Tobin Heath, zudem verschoss Carli Lloyd. “Im Elfmeterschießen entscheiden Kleinigkeiten. Mal gewinnst du, mal verliert du“, sagte die schwedische US-Trainerin Pia Sundhage, deren Team zahlreiche gute Chancen ausließ. “Natürlich sind jetzt alle enttäuscht, aber in ein paar Tagen können wir uns über die Silbermedaille freuen. Es war dennoch ein phänomenales Turnier.“

Während den USA auch die Unterstützung des daheim mitfiebernden Präsidenten Barack Obama am Ende nichts nutzte, und sie ihren dritten Titel nach 1991 und 1999 verpassten, gewann Japan als erste asiatischen Mannschaft den WM-Pokal. Im Viertelfinale hatte das Team um die als beste Spielerin des Turniers und beste Torschützin (fünf Tore) ausgezeichnete Sawa die deutsche Elf ausgeschaltet. “Wir haben bis zuletzt an uns geglaubt und sind total glücklich. Jetzt sind wir die Nummer 1 in der Welt“, sagte die 32-Jährige. Ihr Trainer dachte nach dem Triumph gleich an die Landsleute in der Heimat. “Sie haben uns Kraft und Mut gegeben mit ihrer Unterstützung. Es war eine tolle WM, die wir in Deutschland erleben durften.“

So sexy war die WM

So sexy war die Frauen-WM

Um 23.40 Uhr überreichte WM-OK-Chefin Steffi Jones dem siegreichen Team die WM-Trophäe. Zuvor hatte Angela Merkel, die am Sonntag ihren 57. Geburtstag feierte, auf der Tribüne mitgefiebert. Bei der Siegerehrung klatschte die Bundeskanzlerin begeistert Beifall, während die deutschen Spielerinnen dem ausgelassenen Treiben im goldenen Konfettiregen eher wehmütig zuschauten.

dpa

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