Higuita hat's wieder getan

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René Higuita wiederholte am Sonntag sein Kunststück

Medellin - Bei seinem Abschiedsspiel hat der kolumbianische Kult-Keeper René Higuita seine legendäre "Skorpion"-Parade von 1995 wiederholt.

Der 43-Jährige beendete am Sonntag mit einem Abschiedsspiel gegen ehemalige Wegbegleiter in Medellin seine Karriere.

Kahn, Kobra, Közle & Co.: Unvergessene Kult-Kicker

Ohne Typen wäre der Fußball langweilig. Es gibt viele Namen, bei denen es im Kopf echter Fans klingelt und "Weißt Du noch ...?"-Gedanken geweckt werden. Dafür müssen die Männer nicht einmal Weltklasse-Fußballer gewesen sein wie Oliver Kahn (Foto): Manchmal reichte eine Glanzleistung, eine Verfehlung, eine Eigenschaft, um vom Fußballer zum Kult-Kicker zu werden. Wir haben ganz subjektiv die Lieblinge der jüngeren Fußballgeschichte gesammelt. © dpa
Ailton: Kult, weil er erst unterschätzt wurde und sich dann immer weiter überschätzt hat. Der Wander-, Paradies- und seltsame Vogel tingelte nach seinen Karriere-Höhepunkten bei Werder und Schalke durch die Fußballwelt. Die Clubs wurden immer kleiner, das Mundwerk blieb groß. © dpa
Karl Allgöwer: Kult, weil nur wenige Abwehrspieler in der Bundesliga-Geschichte so torgefährlich waren wie der "Karle". Der Libero gehört zu den Kult-Spielern des VfB Stuttgart und absolvierte in den 80er Jahren 338 Bundesliga-Spiele für die Schwaben. Allgöwer erzielte dabei satte 129 Tore. Besonders gefürchtet waren seine wuchtigen Freistöße, weshalb er irgendwann den Spitznamen "Knallgöwer" verpasst bekam. © dpa
Mario Basler: Kult, weil kaum ein anderer Fußballer in der jüngeren Bundesliga-Geschichte so sehr zwischen Genie und Wahnsinn pendelte wie "Super-Mario". Der Hitzkopf eckte auf nahezu all seinen Profi-Stationen an, hatte aber stets einen flotten Spruch auf den Lippen. Beispiele gefällig? "Jede Seite hat zwei Medaillen" oder "Wir haben zwei eigene individuelle Fehler bei den Toren gemacht" oder "Mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache ich spiele." © dpa
Perry Bräutigam: Kult, weil er der ostdeutsche Gegenentwurf war. So sympathisch, diszipliniert und grundehrlich, dass es fast schon wieder revolutionär war. Im Dezember 1990 durfte er im Aufgebot der Nationalmannschaft sogar gesamtdeutsche Länderspiel-Luft schnuppern. © dpa
Ansgar Brinkmann: Kult, weil er 15 Stationen abklapperte und sogar bei der Polizei eine dicke Akte "Ansgar Brinkmann" hinterlegt ist. Darin stehen: Verwicklung in mehrere Prügeleien, die Flucht vor einer Alkoholkontrolle, die Pleite eines Reha-Zentrums. Auch wenn er nie ein Vorbild war: Ein Fan-Liebling war der "weiße Brasilianer" immer. © dpa
Manfred Burgsmüller: Kult, weil er nach seiner Fußball-Karriere mit 52 als ältester Profi-Footballer der Welt (Foto) bekannt wurde. Der Fighter versuchte außerdem publikumswirksam, den SSV Hacheney vor dem Abstieg zu retten und flimmerte in der passenden Doku-Soap "Helden der Kreisklasse" (kabel eins) über die Fernsehschirme. © dpa
Stéphane Chapuisat: Kult, weil "Chappi" der edelste schweizerische Import seit dem Emmentaler ist. Für Borussia Dortmund erzielte er über 100 Treffer. Mit seinem legendären Kung-Fu-Tritt verfehlte Oliver Kahn den Stürmer. © dpa
Stefan Effenberg: Kult, weil viele erst im Nachhinein begriffen haben, was die Bayern an ihm hatten. Trotz des Stinkefingers: Effenberg war ein echter Leader, einer, der Fans und vor allem auch Mitspieler mitreißen konnte. Und Geschichten wie diese sorgen immer noch für ein Schmunzeln: Effe musste 10.000 Euro zahlen, weil er einen Polizisten als "Arschloch" beschimpft haben soll. Effenberg behauptet allerdings, er habe nur "Einen schönen Abend noch" gesagt. © dpa
Yves Eigenrauch: Kult, weil "Yyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyves" im Herzen jedes Schalke-Fans ein riesiger Platz sicher ist. Im Film "Fußball ist unser Leben" spielte Eigenrauch sich selbst. Die Hamburger Band Tomte widmete ihm mit "Yves wie hältst du das aus" sogar ein Lied und würdigte damit seine Zeit als tapferer Reservist. © dpa
Walter Frosch: Kult, weil der DFB seinetwegen die Gelb-Sperre eingeführt hat. 1976/1977 kassierte er in der zweiten Liga 27 gelbe Karten bei 37 Einsätzen. Deswegen sah sich der DFB zum Handeln gezwungen und führte die Gelbsperre nach damals noch vier Karten ein. Außerdem wurde Frosch als passionierter Kettenraucher bekannt. Er ging mal mit einer Schachtel Marlboro aufs Feld und zündete sich beim Abschiedspiel für Klaus Thomforde sogar auf dem Rasen eine Kippe an. © dpa
Thomas Häßler: Kult, weil man wahre Größe nicht in Zentimetern misst. Vor allem die Löwen-Fans sind ihm ewig dankbar: Der laufende Meter führte das Team in der Saison 1999/2000 auf den 4. Rang der Bundesliga. "Icke" hat Fußballgeschichte geschrieben und versucht heute, mit seinem Plattenlabel MTM auch noch Musikgeschichte zu schreiben. © dpa
René Higuita: Kult, weil er der offensivste Torhüter aller Zeiten ist - in jeder Hinsicht. Eigentlich konzentriert sich diese Zusammenstellung auf Spieler aus der Bundesliga, aber einer wie Higuita darf natürlich nicht fehlen. Legendär seine Sturmläufe übers Feld, die ihm drei Länderspieltore einbrachten. Noch legendärer: Am 6. September 1995 klärte er im Wembley-Stadion einen Ball auf der Torlinie mit beiden Hacken. © AP
Volker Ippig: Kult, weil der ehemalige Torhüter des FC St. Pauli das Image des FC St. Pauli als "der etwas andere Verein" prägte. Ippig hütete in den 80er Jahren 70 Mal das Tor der "Kiezkicker" in der Bundesliga und der 2. Bundesliga, machte aber vor allem neben dem Platz von sich reden. So gehörte Ippig der Kommune in der besetzten Hamburger Hafenstraße an und reiste für einige Zeit nach Nicaragua, um dort Aufbauarbeit zu leisten. © dpa
Valdas Ivanauskas: Kult, weil man sich einen Spitznamen wie "Ivan der Schreckliche" erst mal verdienen muss. Seine erste Station als Spieler war Vėtra Vilnius in Rūdiškės (Versuchen Sie gleich gar nicht, das auszusprechen), seine wichtigste der Hamburger SV. Er war der erste Litauer im deutschen Profifußball, und auch wenn seine Quote mit 13 Treffern bei 91 Bundesligaspielen beim HSV eher dürftig war, liebten ihn die Fans. © dpa
Oliver Kahn: Kult, weil ... da fragen Sie noch? Ein Weltklasse-Torhüter, ein Weltklasse-Typ mit Ecken und Kanten. Und außerdem der einzige Titan der Welt. Legendär seine Gefühlsausbrüche, legendär seine fairen Gesten wie gegenüber Jens Lehmann vor dem WM-Elferschießen gegen Argentinien. Ohne ihn wurde die aktive Fußballwelt um ein Prachtexemplar ärmer. Danke, Olli! © dpa
Karl-Heinz Körbel: Kult, weil sich Beliebtheit auch in Zahlen ausdrückt. Mit 602 Bundesligaeinsätzen ist "Charly" nach wie vor Rekordhalter und gab in jedem einzelnen Spiel alles. Im übrigen ist sein Name Pflichtwissen für jedes Fußball-Quiz. © dpa
Peter Közle: Kult, weil der Stürmer (l.) wohl der einzige Oberbayer ist, der im Ruhrpott gleich zwei Bundesliga-Vereine aufmischte. Der gebürtige Trostberger (an der Alz), in den 90er Jahren noch mit gewaltiger Haarpracht, erzielte zwischen 1993 und 1998 für den MSV Duisburg und den VfL Bochum Tore am laufenden Band. Nach seiner aktiven Karriere arbeitete Közle unter anderem als Experte für den TV-Sender Premiere. © dpa
Thorsten Legat: Kult, weil der Eisenfuß nicht nur für schlimme Verfehlungen, sondern auch auf dem Platz für eine kompromisslose Gangart bekannt war. Auf der Contra-Seite: Legat kritzelte das Wort "Negersaft" auf die Trinkflasche seines Mitspielers Pablo Thiam und wurde gefeuert. Außerdem schlug er einen Mann krankenhausreif und zückte in einer Fast-Food-Filiale ein Samurai-Schwert. Auf der Pro-Seite: Legat bereut seine Entgleisungen inzwischen und war der erste echte Wadenbeißer seit Berti Vogts. © dpa
Pierre Littbarski: Kult, weil "Littis" O-Beine wohl für immer unerreicht bleiben werden. Trotz seiner beiden "Säbel" avancierte Littbarski zum absoluten Kult-Kicker beim 1. FC Köln. Mit der Nationalmannschaft wurde der Mann mit der Nummer 7 1990 Weltmeister. Neben seinen O-Beinen war auch das Goldkettchen das Markenzeichen des gebürtigen Berliners. Der 1,68 Meter "kleine" Litti erzielte 1985 das Tor des Jahres und ließ seine Karriere - passend zur Körpergröße - in Japan ausklingen. © dpa
Lothar Matthäus: Kult, weil der Rekordnationalspieler immer wieder für unfreiwillige Komik sorgte. "Manchmal spreche ich zuviel" ist nur eines seiner berühmten Zitate. Außerdem wollte er "nicht den Sand in den Kopf stecken". Auch heute ist er noch höchst umstritten, nicht zuletzt, weil er sich für jeden frei werdenden Trainerposten ins Gespräch bringt. © dpa
Andreas Möller: Kult, weil ihm nicht nur der Schweiß übers Gesicht floss. Der begnadete Dribbler war als Heulsuse verschrien und der erste Bundesliga-Spieler überhaupt, der wegen einer Schwalbe (Möller: "Schutzschwalbe") gesperrt wurde. Vielleicht auch deswegen wollte er unbedingt ins Ausland, "ob Mailand oder Madrid, Hauptsache Italien". © dpa
Augustine Azuka Okocha: Kult, weil der Mann, den alle nur "Jay-Jay" nannten, die Dribbelkunst erfand. Der KSC und Oliver Kahn bekamen dies am unvergessenen 31. August 1993 zu spüren. Jay-Jay dribbelte durch den KSC-Strafraum, umspielte Oliver Kahn und erzielte das "Tor des Jahres 1993", das für manche das "Tor des Jahrzehnts" war. © dpa
Frank Ordenewitz: Kult, weil ihm einer der bekanntesten Aussprüche der Fußball-Welt zu verdanken ist. "Mach et, Otze!" ist zum geflügelten Wort geworden. Am 7. Mai 1991 sollte er sich im DFB-Pokal-Halbfinale auf Anweisung von Trainer Rutemöller nach seiner gelben Karte (die ihn fürs Endspiel gesperrt hätte) einen Platzverweis abholen. Die hätte er auch in einem Ligaspiel absitzen können. Rutemöller damals: "Ich finde, man sollte ihm die Chance nicht nehmen, und da hab ich gesagt: 'Mach et, Otze!'" © dpa
Willy Sagnol: Kult, weil er der Spieler mit den meisten Ypsilons im Namen ist. Die große Karriere des "Willyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyyy" nahm ein tragisches Ende - der Außenverteidiger konnte wegen einer Verletzung nicht weitermachen. © Sampics
Edgar Schmitt: Kult, weil der KSC-Angreifer 30 Jahre alt werden musste, um eine Nacht zu erleben, die sein Leben verändern sollte. Am 2. November 1993 erzielte der damalige Stürmer des KSC beim 7:0-Sieg im Uefa-Pokal gegen Valencia vier Tore. Eine Woche zuvor hatte Schmitt einen schweren Autounfall, bei dem sich sein Wagen vier Mal überschlagen hatte, unverletzt überstanden. Nach diesen beiden einschneidenden Ereignissen erhielt Schmitt zwei Spitznamen: Edgar Looping Schmitt und Euro-Eddy. © dpa
Asgeir Sigurvinsson: Kult, weil man auch mit einem schwer auszusprechenden Vornamen in der Bundesliga Karriere machen kann. Uli Hoeneß lockte den Isländer 1981 zum FC Bayern. Noch ehe er dort richtig angekommen war, wurde ihm ein "deutscher" Spitzname verpasst: Sigi. Nach einem Jahr wechselte Sigi zum VfB, wo er in acht Jahren auf insgesamt 194 Bundesliga-Spiele kam. Ach ja, geboren wurde Sigurvinsson in Vestmannaeyar. Oder sagen wir' s doch einfach so: Er ist ein Vessi. © AP
Uli Stein: Kult, weil er der unverwüstlichste Keeper der jüngeren deutschen Fußballgeschichte ist. Er nannte Teamchef Franz Beckenbauer bei der WM 1986 in Mexiko einen "Suppenkasper" und verdiente sich damit das sofortige Heimflugticket. Im zarten Alter von 49 Jahren feierte Stein 2003 ein Comeback beim Oberligisten VfB Fichte Bielefeld (Foto). © dpa
Thomas Strunz: Kult, weil es, um es mit Giovanni Trappatoni zu halten, über den ehemaligen Bayern-Stars nur eines zu sagen gibt: "Was erlaube Struuuuuuuuuuuunz?" © dpa
Alain Sutter: Kult, weil selten ein Bayern-Spieler wallenderes Haar hatte. Bei Bayern habe er den Spaß am Fußball verloren, so der Schweizer. Auch die Bayern verloren schnell den Spaß an Alain Sutter. Unter Giovanni Trapattoni war er 1994/95 nur Ergänzungsspieler und flüchtete anschließend nach Freiburg. Sutter trägt noch heute wallendes Haupthaar, einen mystischen Bart und lebt auf Mallorca. © dpa
Carlos Valderrama: Kult, weil ihn viele für den besten kolumbianischen Spieler aller Zeiten halten. Und weil wir seine Frisur für die beste Fußballer-Tolle aller Zeiten halten. Deswegen bekommt auch er als "internationaler" Spieler eine Wild Card für diese Zusammenstellung. In seiner Heimatstadt Santa Maria hat man ihm ein Denkmal gebaut - mit gelbem Haar, versteht sich. © AP
Fritz Walter: Kult, weil er der schwäbischste Schwabe der Bundesliga-Geschichte ist. "Fritzle" schoss sich in die Herzen der Fans des VfB Stuttgart. Nach ihm wurde sogar später das Vereinsmaskottchen Fritzle benannt. Im Toreschießen war er eine Granate, im Rechnen eher ein Rohrkrepierer. Walter: "Der Jürgen Klinsmann und ich, wir sind ein gutes Trio. Ich meinte: ein Quartett." © AP
Uwe Wassmer: Kult, weil er drei Treffer in einem Spiel gegen den FC Bayern erzielte. Dafür lieben ihn die Bayern-Hasser und hassen ihn die Bayern-Lieberden. Der 27. November 1993 war der große Tag des damaligen Freiburgers. © dpa
Jürgen Wegmann: Kult, weil Wegmann laut eigener Aussage als Stürmer "giftiger als die giftigste Kobra" war. Sein Spruch "Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech hinzu" wurde ebenso berühmt wie sein kassierter Faustschlag von Uli Stein. Nachdem er eine Zeit lang von Hartz IV lebte, fand er einen Job im Fanshop des FC Bayern in Oberhausen. © dpa
Marc Wilmots: Kult, weil die Bezeichnung "Kampfschwein" (Wilmots' Spitzname: Willi, das Kampfschwein)von großem Einsatz zeugt. Er war einer der großen Euro-Fighter, die Schalke 1996/1997 zum UEFA-Pokal-Gewinn führten. Nach seiner aktiven Karriere versuchte er sich als Politiker und war von 2003 bis 2005 Mitglied im belgischen Senat. © AP
Wolfram Wuttke: Kult, weil der kleine Dribbler eines der größten deutschen Talente der vergangenen Jahrzehnte war - und es doch nicht so richtig nach oben schaffte. "Seine charakterlichen Defizite standen ihm aber für eine größere Karriere im Weg", analysierte Experte Günter Netzer später. Wuttke hatte während seiner Karriere Probleme mit nahezu all seinen Trainern. So bezeichnete er Jupp Heynckes beispielsweise als "Osram", womit sich der Kicker über die Gesichtsfarbe seines Gladbach-Trainers lustig machen wollte. © AP
Wynton Rufer: Kult, weil er neue Maßstäbe im Elfmeterschießen setzte. Wie er den Keeper verladen konnte, beeinflusste kommende Fußballer-Generationen. Natürlich war "Kiwi" bei Werder und dem FCK auch wegen seiner fußballerischen Klasse ein Fan-Liebling. © dpa
Axel Kruse: Kult, weil sich der Hitzkopf laut eigener Aussage während seiner Karriere in jedem Spiel "den A*** aufgerissen" hat. Passend dazu meinte er nach einem 13-Sekunden-Einsatz auf die Frage, ob sich sein Einsatz gelohnt habe: “Für mich war es wichtig zu sehen, dass ich konditionell mithalten konnte…“ Nach seiner Fußball-Karriere machte er Karriere im American Football. Kruse: „Beim Football muss man nicht ins Tor schießen, sondern oben drüber. Das konnte ich immer ganz gut…“ © dpa
Franco Foda: Kult, weil er einmal ein ganzes Stadion zum Lachen brachte. Am 12. Dezember 1987 wurde Foda während der Südamerika-Reise der Nationalmannschaft in Brasilien eingewechselt. Als der Stadionsprecher den Wechsel ansagte, brachen die 20.000 Zuschauer in lautes Gelächter aus. Der Grund: Franco Foda heißt auf Portugiesisch in etwa soviel wie "gratis schnackseln". Randnotiz: Das Spiel in Brasilia war Fodas "erstes Mal"... Gemeint ist sein erstes von insgesamt zwei Länderspielen. © dpa
Hans Sarpei: Der Publikumsliebling wurde dank Facebook zum Kult-Kicker. Dort tauschten die Fans Sprüche in Chuck-Norris-Manier aus. Sarpei kann aus einem Wasserhahn auf Ex trinken, heißt es. © dpa

Der "Offensiv-Keeper" hatte in 69 Länderspielen drei Treffer erzielt. Nicht nur deswegen ist der Lockenkopf den Fans als Kult-Torhüter in Erinnerung: Im Gedächtnis blieb auch Higuitas legendäre "Skorpion"-Parade.

Der Skorpion-Kick im Video:

Video

Es war 1995 im altehrwürdigen Wembley-Stadion, als der Ball aufs Tor des Lockenkopfes flog. Statt stehen zu bleiben und die Hände nach oben zu nehmen, sprang Higuita kopfüber nach vorn und kickte die Kugel mit den Sohlen von der Linie. Doch nicht immer glückten die ebenso spektakulären wie riskanten Aktionen. Als er bei der WM 1990 einen seiner Ausflüge aus dem kolumbianischen Kasten machte, luchste ihm Kameruns Roger Milla den Ball ab und traf ins Tor. “Es gibt Gutes und Schlechtes, Gewinner und Verlierer, Dünne und Dicke, Große und Kleine. Das muss man so akzeptieren“, befand Higuita einmal.

Am Sonntag wiederholte er das legendäre "Skorpion"-Kunststück. Ein großartiger Abschied!

Unvergessene Torwart-Legenden

Unvergessene Torwart Legenden
Er spielte nur für zwei Vereine, erreichte aber Großes: Vítor Baía. Mit dem FC Porto und dem FC Barcelona holte er 11 Meistertitel, 7 Pokalsiege, je einmal die Champions League, UEFA-Pokal, UEFA Supercup und den Weltpokal. Nebenbei spielte er noch 80x für Portugal. 1993 wurde er zum weltbesten Torhüter gewählt. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Kult in Frankreich, aber immer wieder für Aussetzer gut: Fabien Barthez zählte zu den besten Torhütern der Welt. Teamkollege Laurent Blanc küsste vor jedem gemeinsamen Spiel seine Glatze. Er spielte für den FC Toulouse, Olympique Marseille, den AS Monaco, Manchester United, Olympique Marseille und dem FC Nantes. Barthez absolvierte 87 Länderspiele für Frankreich. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Gianluigi Buffon, der Olli Kahn Italiens. Aus einer Sportlerfamilie stammend begann er seine Karriere beim AC Parma, wechselte dann für die Rekordablöse von 54,1 Millionen Euro zu Juventus Turin. Der 1978 geborene viermalige Welttorhüter des Jahres bestritt über 135 Länderspiele und steht wohl auch bei der WM 2014 im Tor des Weltmeisters von 2006 stehen. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Spaniens Kapitän Iker Casillas ist der Garant für Erfolg. Casillas wuchs in der Madrider Vorstadt Móstoles auf. Als Achtjähriger begann er in der Jugend von Real Madrid und debütierte am 12. September 1999 in der Primera División. Seither ist er der Garant für Erfolge, gekrönt durch die beiden EM-Titel 2008 und 2012 und den WM-Titel 2010. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Ein besonderer Fall ist der Mexikaner Jorge Campos in vielerlei Hinsicht. Nicht nur durch seine farbenfrohen Trikots, die er teilweise selbst entwarf, sondern auch wegen seiner für Torhüter extrem geringen Größe von 1,75 m war Campos bekannt. Bemerkenswert auch: Zeitweise spielte der 129-malige Nationalspieler im Sturm und erzielte 38 Tore. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Großer Torwart, große Verletzung, großes Comeback: Das ist Petr Cech. In einem Ligaspiel im Oktober 2006 zog er sich bei einem Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler Stephen Hunt einen Schädelbasisbruch zu. Es wird Jahre dauern, bis der Schädelknochen vollständig verheilt ist. Čech spielt daher mit einem 80 Gramm schweren Helm aus Kunststoff, ähnlich einem Rugby-Helm, den er auch nach seiner Genesung anbehalten möchte. Der Helm wurde speziell für ihn in Neuseeland gefertigt. Cech ist Stammtorhüter des FC Chelsea und wurde 2005 zum Welttorhüter des Jahres gewählt. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Guter Torwart, guter Freistoß-Schütze: Der Paraguayer José Luis Chilavert, der dreimalige Welttorhüter des Jahres (1995, 1997, 1998), erzielte in seiner Karriere über 60 Tore per Freistoß und Elfmeter. In 74 Länderspielen traf er achtmal. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Oliver Kahn: Der wohl beste Torhüter aller Zeiten, vor dem wirklich jeder Stürmer Respekt hatte. Seine Erfolge sprechen für sich: Mehrfacher Deutscher Meister und Pokalsieger, Champions League und Weltpokalsieger, Vize-Weltmeister, dreimaliger Welttorhüter und fünfmaliger Torwart des Jahres in Europa. Der Titan spielte für den Karlsruher SC und den FC Bayern. Ein Angebot Manchester Uniteds schlug er jedoch aus. Menschliche Größe zeigte er bei der WM 2006, als er trotz Degradierung seinem Kontrahenten Jens Lehmann unterstützte. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Angelo Peruzzi hatte viel Pech in seiner Karriere, doch war stets auf ihn Verlass. Bei der EURO 96 noch Stammtorwart der Italiener, verpasste er die WM 98 verletzungsbedingt und verlor seinen Stammplatz an Gianluigi Buffon. Von 1999 bis 2004 spielte nicht mehr für die Squadra Azzurra, da er nicht als Nummer drei hinter Buffon und Toldo im Team sein wollte. Bei der WM 2006 war er als zweiter Mann wieder dabei - und wurde Weltmeister. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
61 Spiele für Belgien, sechs Jahre Bayern-Torwart und 1987 Weltbester Torhüter - das ist Jean-Marie Pfaff. Nach seiner Teilnahme an der Fußball-WM 1982 wechselte er vom belgischen Club SK Beveren zum FC Bayern. Gleich in seinem ersten Bundesligaspiel sorgte er mit einem kuriosen Tor für eine Anekdote. Gegen Werder Bremen ließ er einen Einwurf des Bremer Stürmers Uwe Reinders durch die Hände ins Tor gleiten. Dennoch spielte er sechs erfolgreiche Jahre in München und wurde dreimal Deutscher Meister und zweimal DFB-Pokalsieger (1984 und 1986). © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Kult nicht nur in Giesing: Petar Radenkovic war der wohl verrückteste und beste Keeper des TSV 1860. Mit ihm feierten die Löwen ihre bisher größten Erfolge: 1964 DFB-Pokalsieger, 1965 Endspielteilnahme am Europapokal der Pokalsieger und 1966 Deutscher Meister. Nach dem Abstieg des TSV 1860 München aus der Bundesliga beendete Radenković 1970 nach 215 Bundesligaspielen seine Fußballkarriere. Radenković war seiner Zeit weit voraus: Er nahm bereits Mitte der 1960er Jahre Schallplatten auf („Bin i Radi, bin i König“) und begeisterte das Publikum mit den damals noch völlig unüblichen weiten Ausflügen aus dem Strafraum. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
In seinen 392 Spielen für Manchester United blieb der Däne Peter Schmeichel 177 mal ohne Gegentor - überragend! 1999 holte er mit ManU in Barcelona gegen die Bayern die Champions League und absolvierte zwischen 1987 und 2001 129 Länderspiele. Dabei erzielte er soga ein Tor - per Elfmeter. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Er heißt Harald Anton Schumacher - doch jeder kennt ihn nur als Toni. Mit dem DFB-Team wurde er 1980 Europameister. Bei den Weltmeisterschaften 1982 und 1986 wurde er Vize-Weltmeister. 1986 wurde er zum besten Torhüter des Turniers gewählt. In negativer Erinnerung bleibt sein Zusammenprall 1982 im WM-Halbfinalspiel Deutschland-Frankreich mit dem angreifenden Patrick Battiston, der schwer verletzt vom Platz getragen werden musste. Battiston verlor zwei Zähne und erlitt einen Wirbelbruch. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
David Seaman gilt als einer der besten Torhüter Englands aller Zeiten - was allerdings nicht viel bedeutet. Zweifelhafte Berühmtheit erlangte Seaman durch unglückliche Gegentore und ungeschicktes Abwehrverhalten. Unvergessen bleibt Ronaldinhos Tor im Viertelfinale der WM 2002 gegen Brasilien (2:1), als er den viel zu weit vor seinem Tor stehenden David Seaman mit einem direkten Freistoß aus großer Distanz zum 2:1-Endstand überlistete © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Die „Katze von Anzing“, so der Spitzname Sepp Maiers, spielte ausschließlich für den FC Bayern, wurde mehrmals Deutscher Meister und war mitverantwortlich für den WM-Titel 1974 in München. Dreimal wurde Sepp Maier zu Deutschlands Fußballer des Jahres gewählt (1975, 1977, 1978). 1978 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Er wurde als „Deutschlands Torhüter des Jahrhunderts“ ausgezeichnet. Nach einem von ihm verschuldeten Autounfall am 14. Juli 1979, bei dem er schwer verletzt wurde, beendete er seine Karriere auf Rat seiner Ärzte. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Claudio Taffarel war einer der wenigen brasilianischen Torhüter mit Weltformat. 1987 bis 1998 bestritt Taffarel 101 Länderspiele für die Selecao und wurde 1994 Weltmeister. Nach dem verlorenen WM-Finale 98 beendete er seine Karriere in der Nationalmannschaft, gewann aber mit Galatasaray 2000 den UEFA-Cup. Er beendete seine Karriere beim AC Parma 2003. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
„Turek, du bist ein Teufelskerl! Turek, du bist ein Fußballgott!“, so hörten es die Fans in der unvergesslichen Hörfunkreportage Herbert Zimmermanns vom WM-Finale von 1954. Er bestritt nur 20 Länderspiele, hatte aber großen Anteil am „Wunder von Bern“. Nach seiner Torwartkarriere arbeitete Turek als Angestellter bei der Düsseldorfer Rheinbahn AG. 1973 erkrankte er an einer rätselhaften Lähmung der Beine, gegen die er mit eisernem Willen ankämpfte. Er starb 1984 im Alter von 65 Jahren nach einer Herzkrankheit und einem Schlaganfall. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Einen Rekord, wohl für die Ewigkeit, stellte Edwin van der Sar im Sommer 2008 auf. Nach 13 Jahren (1995 mit Ajax Amsterdam) gewann er mit Manchester United zum zweiten mal die Champions League. Von Ajax ging es erst zu Juventus Turin, dann nach England zum FC Fulham, bis 2011 stand er bei ManU unter Vertrag und beendete anschließend seine Karriere. Van der Sar ist mit 130 Einsätzen Rekordnationalspieler der niederländischen Nationalmannschaft. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Italiens Torwart-Legende Dino Zoff. Für die Squadra Azzurra bestritt er 112 Länderspiele. Im Jahr 1982 krönte er seine 22-jährige Profilaufbahn als 40-Jähriger mit dem Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien. Zoff ist bis heute der älteste Fußballspieler, der Weltmeister wurde. Bereits 1968 gewann Zoff die Europameisterschaft im eigenen Land. © dpa
Unvergessene Torwart Legenden
Andoni Zubizarreta Urreta  ist Rekordnationalspieler Spaniens (126 Einsätze) und zusätzlich mit seinen 622 Einsätzen Rekordspieler der spanischen Liga. Wegen seines Arbeitseifers und seiner starken Führungspersönlichkeit wurde er auch El Centurión (dt. Der Centurio) genannt. © dpa
Rogerio Ceni ist der erste Profi-Torhüter weltweit, dem in Pflichtspielen 100 Tore gelangen. Besonders gefürchtet ist der Keeper des FC Sao Paolo für seine Freistöße. © dpa

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