Am Rande des Länderspiels

Hoeneß‘ Revolutionsplan: Zwei Bayern-Ikonen sollen beim DFB einsteigen - Gespräche offenbar schon geführt

Uli Hoeneß (l.) steht neben Florian König an einem Stehtisch vor einem Bildschirm.
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Meinungsfreudig wie eh und je: Uli Hoeneß (l.) startete als RTL-Experte direkt von 0 auf 100.

Uli Hoeneß ist nun also unter die TV-Experten gegangen. Bei seinem ersten Auftritt in dieser Rolle bereitet er auch einen kühnen Revolutionsplan für den DFB vor.

Duisburg - Wie sehr der Deutsche Fußball Bund in seiner Spitze gespalten ist, konnte die tz im Vorfeld des Länderspiels zwischen Deutschland und Island aus nächster Nähe erfahren. Unter den Beobachtern des Abschlusstrainings am Mittwoch war nämlich auch das DFB-Präsidium.

Mit zwei schwarzen Mini-Vans wurden Präsident Fritz Keller, Generalsekretär Friedrich Curtius und die Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters am Duisburger Stadion vorgefahren. Als die Türen aufgingen, stieg Keller alleine aus seinem Shuttle - während Curtius, Koch und Peters eine Fahrgemeinschaft gebildet hatten. Der Machtkampf zwischen Keller und Curtius tobt während der ersten Länderspiele im Jahr 2021 weiter.

Hoeneß giftet gegen DFB: „Es geht nur noch um Posten-Schacherei“

Eine nicht ganz unwichtige Person der jüngeren deutschen Fußball-Geschichte hat jetzt die Nase voll von diesen verbandsinternen Grabenkämpfen: Bayern-Patron Uli Hoeneß. Der setzte in seiner Funktion als RTL-Experte nach dem 3:0-Sieg der Nationalmannschaft in der WM-Quali gegen Island zum Rundumschlag gegen Mitglieder des DFB-Präsidiums an.

„Die streiten ja wie die Besenbinder! Es geht ja gar nicht mehr um Fußball, sondern nur noch um Posten-Schacherei! Um Aufwandsentschädigungen! Um Machtspiele! So kann es nicht weitergehen“, schimpfte Hoeneß und zählte namentlich Curtius, Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge an.

Video: Hoeneß hat einen klaren Favoriten für die Löw-Nachfolge

Hoeneß giftet gegen DFB: „Generalsekretär ist völlig überfordert“

Wenn es nach dem Münchner Ehrenpräsident geht, müsse der DFB seine Führungsstruktur überdenken. Es könne nicht sein, dass das, was sich da im Moment abspielt, so weitergehe: „Das Verhältnis zwischen dem Generalsekretär und dem Präsidenten ist problematisch. Ich bin überzeugt, dass hier personelle Konsequenzen getroffen werden müssen. Der Generalsekretär ist völlig überfordert.“ Koch sehe sich als besseren Präsidenten, und Osnabrügge sei zwar Arbeitsrechtler, könne aber nicht verhindern, dass „die Steuerfahndung beim DFB ein- und ausgeht wie ein Briefträger“.

Diese „drei ewig Unzufriedenen“ würden versuchen, „das Geschäft zu machen, und der Leidtragende ist Fritz Keller“. Doch der ist in Hoeneß’ Augen qua Präsidentenamt der Chef im Verband, „er bekommt aber nur Knüppel zwischen die Beine geworfen“.

Hoeneß giftet gegen DFB: Zwei Bayern-Ikonen sollen Positionen im Verband einnehmen

Dazu muss man wissen: Fritz Keller wurde in enger Abstimmung mit den Bundesliga-Klubvertretern gewählt. Und da der Einfluss des FC Bayern auch auf Verbandsebene nicht zu unterschätzen ist, plant Hoeneß schon mal den neuen DFB: ohne Curtius, Koch, Peters, Osnabrügge, aber mit Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus und dem scheidenden Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

In den Hoeneß’schen Planspielen soll Matthäus das Bundestrainer-Amt übernehmen („Von den Fähigkeiten ist er geeignet“) und Rummenigge als Chef-Netzwerker für den DFB in den internationalen Gremien fungieren. Im UEFA-Exekutivkomitee ist der deutsche Verband derzeit durch Koch vertreten, für den FIFA-Rat kandidiert Peters, der laut Hoeneß bei „Schalke nicht gerade gute Arbeit geleistet hat“.

Wenn Rummenigge beide Ämter übernehmen würde, „hätte die deutsche Fußballwelt den besten Vertreter, den man haben kann. Der hat ein Netzwerk, der ist anerkannt, der ist akzeptiert. Das wäre mal ein Anfang.“ Hoeneß hat Rummenigge vor zwei Wochen seine Gedankenspiele verraten. Das Bauchgefühl des Bauchmenschen: „Ich glaube, er würde sich da schon geehrt fühlen.“ (bok)

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