Hoeneß: "Brutal" gegen Fußball-Söldner vorgehen

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Hoeneß will "brutal" gegen zwei Spieler vorgehen.

München - Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat im Kampf gegen Fußball-Söldner zu drastischen Maßnahmen aufgerufen. Er fordert gezielt den Boykott zweier Spieler, um sie auf die Bank zu verbannen.

„Gegen Leute wie Ba muss man brutal hart vorgehen, das ist der bisher perfideste Fall. Auch van Nistelrooys Verhalten beim HSV finde ich schlimm“, sagte der Weltmeister von 1974 der Süddeutschen Zeitung (Samstag-Ausgabe) und ergänzte: „In solchen Fällen müsste man mal sagen: Was verdient ein Ba oder ein Nistelrooy? Das legen wir als Bundesliga zusammen, alle boykottieren diese Spieler - und ab mit ihnen auf die Tribüne.“

Die Vereine müssten sich aber auch selbst an die eigene Nase packen, so Hoeneß: „Es kann nicht sein, dass es ständig heißt: Der und der Spieler kann gehen, trotz gültigen Vertrags. Dann braucht man sich nicht wundern.“ Damit richtete der Präsident auch eine kleine Spitze gegen Trainer Louis van Gaal, der zu Beginn der Saison noch Spieler wie Mario Gomez, Anatoli Timoschtschuk oder Hamit Altintop auf das Abstellgleis befördert hatte.

Die Strafakte des FC Bayern: Wer wofür blechen musste

Philipp Lahm (l.) und Luca Toni werden für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben
Philipp Lahm (l.) und Luca Toni wurden 2009 für ihre Verfehlungen vom FC Bayern zur Kasse geben © dpa
Lahm Toni Geldstrafe
Lahm kritisierte die Bayern-Bosse und deren Transferpolitik vor dem wichtigen Spiel gegen den FC Schalke in einem Interview mit der SZ. © Getty
Lahm Toni Geldstrafe
Prompt verhängte der FC Bayern eine Rekordgeldstrafe für den Nationalspieler. Etwa 50.000 Euro sollen es gewesen sein, die Lahm löhnen musste © 
Lahm Toni Geldstrafe
Luca Toni verließ in der erwähnten Partie gegen den FC Schalke die Allianz Arena, nachdem er von Trainer Louis van Gaal in der Pause ausgewechselt worden war © dpa
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe
Die verfrühte Heimfahrt mit dem Privat-Pkw kostete Toni eine Strafe in unbekannter Höhe © ap
Doch das sind nicht die ersten Fälle, in denen der FC Bayern seine Spieler bestraft hat. Die prominentesten (und bekannten) Fälle: © Getty
Stefan Effenberg ist für sein ungezügeltes Temperament bekannt. 10.000 Mark musste der Heißsporn 1998 jedoch zahlen, weil er angetrunken mit dem Auto unterwegs war. Der Führerschein war vorübergehend futsch © Getty
Mario Basler hat die dickste Akte beim FC Bayern. 1997 warf das „Enfant terrible“ dem damaligen Trainer Giovanni Trapattoni eine angeblich falsche Taktik vor. Seine öffentlichen Aussagen kosteten ihn angeblich 10.000 Mark  © Getty
Im Oktober 1998 war Basler eigentlich krank geschrieben, hatte aber noch genügend Kraft, um bis vier Uhr morgens in einem Münchner Klub zu feiern © Getty
Auch von einer Schlägerei war bei diesem Disco-Besuch die Rede. Wieder zahlte Basler 10.000 Mark © Getty
Im August 1999 feierte Basler den Geburtstag von Mitspieler Didi Hamann bis um drei Uhr in der Früh - also viel länger, als der offizielle Zapfenstreich (elf Uhr) vorgesehen hatte. 20.000 Mark Strafe - damals Vereinsrekord! © Getty
Im Oktober 1999 lieferte sich Basler in einer Regensburger Pizzeria eine Schlägerei. Dem FC Bayern reichte es vorerst © Getty
Basler und Ersatztorwart Sven Scheuer (Foto), der ebenfalls zugelangt haben soll, wurden intern gesperrt © Getty
Was hier so einträchtig und harmonisch aussieht, ging auch mal ganz anders: Zwischen Lothar Matthäus und Bixente Lizarazu kam es 1999 im Training zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der der Franzose dem Lothar eine Watschn verpasste. © Getty
Harald Schmidt spottete damals über Lizarazus Ausrutscher: "Bixente Lizarazu hat Lothar Matthäus eine geknallt. Auf dem Video hört man ein Klatschen, und man weiß nicht: War es die Ohrfeige oder der Applaus von Effenberg?" © Getty
Für das letzte Spiel der Hinrunde 2007 suspendierte Ottmar Hitzfeld (l.) Oliver Kahn, weil dieser die Weihnachtsfeier des FC Bayern zu früh verlassen hatte © Getty
Fast zeitgleich hatte Kahn die Bayern-Mannschaft in einem Interview hart kritisiert. Kahn musste neben seiner Sperre 25.000 Euro Strafe zahlen © Getty
Luca Toni wurde im November 2009 von Trainer Louis van Gaal suspendiert. Toni hatte in einem Interview über van Gaal gesagt: “Seit vier Monaten habe ich Probleme mit ihm. Alles hat seine Grenzen. Unser Verhältnis ist so gut wie am Ende.“ © dpa

Hoeneß erhöhte zugleich den Druck auf Trainer und Mannschaft. „Jetzt haben wir fast unsere Top-Elf, und es gibt keine WM mehr als Ausrede. Eines muss allen klar sein: Am 1. Januar hat beim FC Bayern die Wahrheit dieser Saison begonnen“, sagte der 59-Jährige. Umso bitterer sei der Rückrundenauftakt in Wolfsburg gewesen. „Die Stimmung im Trainingslager soll ja super gewesen sein, Robben und Ribery waren wieder gesund und alle begeistert. Dann spielen wir in Wolfsburg, gegen eine durchschnittliche Elf - und wieder nur 1:1.“

Er tue sich schwer damit, so Hoeneß, am 18. Spieltag keine Chance mehr auf die Meisterschaft zu haben. Das habe er in den letzten 30 Jahren fast nie erlebt. Dabei sei die Münchner Mannschaft besser als Dortmund besetzt. „Ich bin hundert Prozent sicher, dass wir die in ein paar Wochen in München schlagen. Im Eins-gegen-eins hat Dortmund doch nie die bessere Mannschaft. Die bessere haben wir, mit Abstand!“

Alle Weltfußballer seit 1982

2013: Cristiano Ronaldo (Portugal) © AFP
2012 Lionel Messi (Argentinien)
2012 Lionel Messi (Argentinien) © AP
2011 Lionel Messi (Argentinien)
2011 Lionel Messi (Argentinien) © dpa
2010 Lionel Messi (Argentinien)
2010 Lionel Messi (Argentinien) © Getty
2009 Lionel Messi (Argentinien) © Getty
2008 Cristiano Ronaldo (Portugal) © Getty
2007 Kaka (Brasilien) © Getty
2006 Fabio Cannavaro (Italien) © Getty
2005 Ronaldinho (Brasilien) © Getty
2004 Ronaldinho (Brasilien) © Getty
2003 Ronaldo (Brasilien) © Getty
2002 Zinedine Zidane (Frankreich) © Getty
2001 Luis Figo (Portugal) © Getty
2000 Zinedine Zidane (Frankreich) © Getty
1999 Rivaldo (Brasilien) © Getty
1998 Zinedine Zidane (Frankreich) © Getty
1997 Ronaldo (Brasilien) © Getty
1996 Ronaldo (Braslien) © Getty
1995 George Weah (Liberia) © Getty
1994 Romario (Brasilien) © Getty
1993 Roberto Baggio (Italien) © Getty
1992 Marco van Basten (Niederlande) © Getty
1991 Lothar Matthäus (Deutschland) © Getty
1990 Lothar Matthäus (Deutschland) © Getty
1989 Ruud Gullit (Niederlande) © Getty
1988 Marco van Basten (Niederlande) © Getty
1987 Ruud Gullit (Niederlande) © Getty
1986 Michel Platini (Frankreich) © Getty
1985 Michel Platini (Frankreich) © Getty
1984 Diego Maradona (Argentinien) © Getty
1983 Zico (Brasilien) © Getty
1982 Paolo Rossi (Italien) © Getty

Eine Trainerdiskussion wollte Hoeneß freilich nicht anstellen. Unruhig werde es erst, wenn die Champions-League-Qualifikation in Gefahr sei. „Das war ja auch bei Klinsmann so“, ergänzte Hoeneß. In der Frage um eine mögliche Verpflichtung von Nationaltorhüter Manuel Neuer bekräftigte Hoeneß seine Meinung, dass der beste Torhüter beim besten Klub spielen müsse. Die Entscheidung, Thomas Kraft anstelle von Jörg Butt ins Tor zu stellen, habe den Präsidenten überrascht.

sid

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