Als neuer TV-Experte mit klaren Worten

Kommentar zu Hoeneß‘ Attacke auf den DFB: Uli landet Volltreffer

Portraitbild von Jonas Austermann.
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Kommentar zur DFB-Attacke von Uli Hoeneß: tz-Sportredakteur Jonas Austermann unterstützt viele Sätze des Bayern-Patrons.

Seinen ersten Auftritt als Experte bei RTL nutzte Uli Hoeneß zu einer Attacke auf den DFB. Mit vielen Sätzen lag er goldrichtig, doch manchmal schoss der Patron des FC Bayern auch über das Ziel hinaus.

München - Ruhestand hin oder her - die Abteilung Attacke beherrscht Uli Hoeneß noch immer wie kaum ein Zweiter. Bei seinem Debüt als RTL-Experte am Donnerstag fasste der langjährige Bayern-Präsident die Nationalmannschaft zwar etwas zu sanft an, in der Nachspielzeit aber legte Hoeneß mächtig los. Der Wurstfabrikant drehte den DFB so richtig durch den Fleischwolf.

Die aktuelle Gemengelage beim deutschen Verband nannte Hoeneß „ein Trauerspiel“ und stellte fest: „So kann es nicht weitergehen.“ Und damit liegt der 69-Jährige völlig richtig. Mit dem Dienstantritt von Fritz Keller als neuem DFB-Präsidenten sollte in der Frankfurter Fußballzentrale alles besser werden - davon ist nichts zu sehen.

Hoeneß reitet Attacke gegen DFB: Unterstützung für neuen Präsidenten Keller

Kellers Rechte wurden pünktlich zu seiner Wahl beschnitten. Seit Monaten liefert er sich einen unschönen Machtkampf mit Generalsekretär Friedrich Curtius. Hoeneß machte keinen Hehl daraus, dass er auf der Seite des DFB-Präsidenten steht. Die beiden schätzen sich. Keller würden „nur Knüppel zwischen die Beine geworfen“, polterte Hoeneß.

Dabei war eine dauerhafte Uneinigkeit doch die Konstante beim FC Bayern, als Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge den Klub führten. Im Gegensatz zu den DFB-Führungskräften ging es den beiden Alphatieren aber um die Sache und ihren Verein - meistens jedenfalls.

Video: Hoeneß hat eine klare Meinung zur Löw-Nachfolge

Hoeneß reitet Attacke gegen DFB: Manchmal zu sehr durch die rote Brille

Insgesamt war Hoeneß’ erster TV-Auftritt etwas zu sehr rotgefärbt. Der Ehrenpräsident des FC Bayern schwärmte etwa eine Spur zu viel von Joshua Kimmich und Leon Goretzka, da verwunderte es nicht, dass er in Rummenigge auch gleich noch den Heiland des DFB ausgemacht hatte. Aber auch wenn man die rote Brille absetzt, ist der Gedanke charmant. Kein deutscher Fußballfunktionär ist europa- oder weltweit so anerkannt und vernetzt wie der Münchner Vorstandschef. Wenn einer den deutschen Ruf in UEFA- und FIFA-Gremien aufpolieren kann, dann er.

Hoeneß traf also oft ins Schwarze, nur seine Empfehlung, Lothar Matthäus zum Löw-Nachfolger zu machen, ging zu weit. Zur Erinnerung: Einst hatte Hoeneß diesem Mann nicht mal den Posten als Greenkeeper zugetraut - und jetzt soll ausgerechnet der Bundestrainer werden? (Jonas Austermann)

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