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HSV: Neuanfang mit Veh und Reinhardt

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Armin Veh trinkt in Zukunft Hamburger Wasser © Getty

Hamburg - Ein Meister-Trainer und ein HSV-Urgestein sollen den Hamburger Bundesliga-Dino wieder auf Kurs bringen.

Nach dem gescheiterten Experiment mit Bruno Labbadia soll der eloquente und erfahrene Armin Veh den ins Schlingern geratenen Hamburger SV in ruhige Fahrwasser führen. Der Bundesliga-Dino überraschte am späten Pfingstmontag mit der Verpflichtung des 49 Jahre alten Fußball-Lehrers und Ex-Profi Bastian Reinhardt als neuem Sportdirektor. Beide erhalten einen Zwei-Jahres- Vertrag und sollen endlich Ruhe in den Verein bringen, der nach dem verpassten Europa-League-Finale in seinem Stadion und nur Platz sieben in der Bundesliga Tendenzen zur Selbstzerfleischung gezeigt hat.

Ungewöhnlich zügig und lautlos einigten sich die Verantwortlichen auf Veh und Reinhardt. Der Aufsichtsrat entschied sich nach der Absage des Niederländers Nico Hoogma schnell für den 34 Jahre alten Innenverteidiger, der sich vor dem zwölfköpfigen Gremium gut präsentiert haben soll. Damit geht die elfmonatige Suche nach einem Nachfolger für Dietmar Beiersdorfer zu Ende, der wegen Differenzen mit dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann das Weite gesucht hatte.

Nach fast einem Dutzend Kandidaten ist Reinhardt, der sich nach zwei Mittelfußbrüchen zuletzt als Praktikant in der Presseabteilung des Vereins weiterbildete und durchaus Kritik in seinen Internet-Blog veröffentlichte, eine absolute Verlegenheitslösung. Ein Gegengewicht zum zuletzt wegen seiner Allmacht kritisierten Hoffmann wird der Mecklenburger im vierköpfigen Vorstand nicht sein. Offiziell ist Reinhardt sogar dem im Sommer vom DFB kommenden Urs Siegenthaler vorgesetzt - intern soll er aber signalisiert haben, sich mit Schweizer Chefscout gut arrangieren zu können.

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In Veh holt der HSV nach dem Desaster mit Labbadia und dem kurzen Intermezzo von Ricardo Moniz, der nun nach Salzburg zu Beiersdorfer und Red Bull wechselt, einen ruhigen Experten mit langjähriger Erfahrung im harten Fußball-Geschäft. Der gebürtige Bayer, dem als Spieler die ganz große Karriere versagt blieb, ist vor schwierigen Aufgaben nie zurückgeschreckt. Er führte seinen Heimatverein FC Augsburg in die Regionalliga, stieg mit Fürth und Reutlingen in die 2. Liga auf und ließ den FC Hansa Rostock begeisternden Erstliga- Fußball spielen, ehe er im Oktober 2003 an der Ostseeküste das Handtuch warf. Ein Fehler, den er nie wieder machen würde, bekannte der gelernte Immobilienkaufmann später mit Reue.

Aber Veh kam zurück - mit einiger Verspätung zwar, dafür umso nachhaltiger. Als Höhepunkt seiner Vita steht der Meistertitel 2007 mit dem VfB Stuttgart und die Wahl zum Trainer des Jahres. Der Ruhm währte aber nur kurz: Der VfB trennte sich im Herbst 2008 von seinem Meistercoach. Seine nächste Aufgabe war die Nachfolge des allmächtigen Felix Magath beim VfL Wolfsburg, doch die Fußstapfen waren zu groß. Am 25. Januar 2010 musste der konsequente Anhänger des Offensivfußballs und Kurzpassspiels gehen.

dpa

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