HSV-Retter im Interview

Labbadia: "Abstiegskampf ist scheiße"

München - Bruno Labbadia hat den HSV vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga gerettet. Der Coach spricht im Interview über den glücklichen Sieg beim Karlsruher SC.

Herr Labbadia, beschreiben Sie doch bitte Ihre Gefühlslage nach der Rettung des Hamburger SV.

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): Es ist schwer in Wort zu fassen, was das für den Verein, die Mannschaft und mich bedeutet. Ich hatte mir geschworen, niemals zehn Spieltage vor Schluss irgendwo anzufangen. Und beim HSV habe ich es sechs Spieltage vor Schluss gemacht. Was man im Fußball an Intensität erlebt, kann man im normalen Leben niemals erleben. Wir alle werden diesen Tag nie vergessen, weil er unheimlich viel bedeutet.

Bis zur 91. Minute war der HSV in der 2. Liga. Wie viel Glück war dabei?

Labbadia: Bei unserer Mission war uns von Anfang an bewusst, dass wir maximale Arbeit leisten müssen - aber dass wir auch Spielglück brauchen werden. Die Quäntchen Glück hatten wir.

Der Karlsruher SC fühlte sich von Schiedsrichter Manuel Gräfe benachteiligt. Wie haben Sie es gesehen?

Labbadia: Ich hatte nicht das Gefühl, dass er auf der einen Seite anders als auf der anderen gepfiffen hat.

Wie wird es mit HSV weitergehen?

Labbadia: Wir werden in den nächsten Tagen darüber sprechen, was in Zukunft sein sollte. Ich habe den Job angenommen, weil ich glaube, dass der Verein unglaublich viel erreichen kann.

Wie sehr hat Sie der Kampf um den Klassenerhalt mitgenommen?

Labbadia: Abstiegskampf ist scheiße. Es gibt nichts Schlimmeres. Ich bewundere die Trainer, die das öfter mitmachen. Der Druck war sehr groß. Ich habe den Job mit dem Bewusstsein angetreten, dass es nach drei Wochen auch schon vorbei sein kann. Aber wir Trainer haben uns den Job ausgesucht, also müssen wir mit Druck auch zurechtkommen.

Dauerparty beim HSV - KSC "das Herz herausgerissen"

sid

Rubriklistenbild: © AFP

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