Zé Roberto vor der Flucht?

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Zé Roberto zeigt beim HSV nur noch selten sein Können.

Hamburg - In der Hinrunde blühte Zé Roberto beim Hamburger SV regelrecht auf. Mittlerweile ist vom Glanz des Brasilianers nur noch selten etwas zu sehen. Es wird sogar gemunkelt, der 35-Jährige bereite seinen Abschied vor.

Eigentlich spricht Zé Roberto ganz gut deutsch. In diesen unruhigen Zeiten beim Hamburger SV, in denen jedes Wörtchen auf die Goldwaage gelegt wird, bedient er sich allerdings eines portugiesischen Dolmetschers. Zé selbst redet nicht viel - lediglich zum jeweiligen Spielgeschehen gibt es ein paar Sätze von dem Vier- Millionen-Euro-Stareinkauf des Sommers 2009. Wohin es ihn möglicherweise im Sommer 2010 verschlagen wird und ob das lukrative Angebot von Red Bull New York nicht doch eine Überlegung wert ist - dazu schweigt der Brasilianer beharrlich.

Natürlich hat er die traumhafte Offerte des ehemaligen HSV- Sportchefs Dietmar Beiersdorfer, der ihn vor seinem Abschied noch an die Elbe holte, sofort dementiert. “Ein Wechsel ist kein Thema“, sagte der 35 Jahre alte Fußballer umgehend. Er habe noch große Ziele mit dem HSV, zudem sei seine Familie gerade erst von München in den Norden nachgezogen. Doch so ganz kann man nicht glauben, dass ihn dieser maßgeschneiderte Dreijahresvertrag des US-Clubs mit einem Jahresverdienst von 3,65 Millionen Euro netto gar nicht beschäftigt. Immerhin wäre das eine Verdoppelung seiner HSV-Bezüge. Und er könnte nach Beendigung seiner Karriere auf dem Rasen als Red-Bull- Botschafter bei der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in seiner brasilianischen Heimat arbeiten.

Der Arbeitsvertrag des Hamburger Führungsspielers läuft zwar noch bis 2011. Doch beobachtet man ihn als Nebenmann von Kapitän David Jarolim vor der Abwehr über 90 Spielminuten, scheint ihm die Lust auf eine Erfüllung seines Engagements im kühlen Norden komplett verloren gegangen zu sein. Die nimmermüde Energie des steten Antreibers seiner Vorderleute flackert nach nur zehn Monaten beim Bundesliga-Siebten nur noch sporadisch auf. Hängt es nur damit zusammen, dass er stinkig ist auf Trainer Bruno Labbadia, der ihm nach seiner Knöchel-Operation die Regenerationsphase in der Heimat untersagte und im Januar schleunigst in kalte Gefilde zurückbeorderte? Der ehemalige Bayern- Akteur entschuldigte sich medienwirksam für sein Zuspätkommen, das so eigentlich gar nicht zu dem durchtrainierten Techniker passte.

Doch warm geworden ist er danach nicht mehr mit seinem jungen Coach. Er empfindet es als Beleidigung, sich von dem nur neun Jahre älteren Chef haargenau erklären lassen zu müssen, wie lange er Fahrradfahren oder laufen sollte, um in den anstrengenden Europa- League-Wochen vollständig zu regenerieren. Labbadia hat für Zé Robertos Leistungsabfall eine andere Erklärung: “Dass er nicht mehr diese Lockerheit hat, ist nachzuvollziehen und für mich keine Überraschung. Er hat nicht diese Substanz und Form - er war drei Monate verletzt.“ Es ehrt Labbadia, dass er sich vor seinen wichtigen Eckpfeiler stellt, der ihn - wie einige andere im Team - in der Endphase der Saison ziemlich alleingelassen hat.

dpa

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