Ibrahimovic begeistert in Mailand

Zlatan rückt Messi und Ronaldo auf die Pelle

Der Schwede Zlatan Ibrahimovic begeistert die Fans macht inzwischen den Branchen-Giganten Lionel Messi und Cristiano Ronaldo Konkurrenz. Er könnte sie in der Fan-Gunst sogar überholen. Ein Kommentar.

Zlatan Ibrahimovic im Trikot von Los Angeles Galaxy.
  • Bisher immer etwas hinter Ronaldo und Messi
  • Legendäre Verabschiedung aus Los Angeles
  • Mit Corona infiziert und ein Vorbild

Noch vor einigen Jahren wäre Gedanke sehr abwegig gewesen: Zlatan Ibrahimovic ist der prägendste Fußballer unserer Zeit. Zu überlegen präsentierten sich Cristiano Ronaldo und Lionel Messi in diesem Rennen. Ronaldo, der Model(l)-Athlet, der mit Real Madrid nicht nur die Champions League dominierte, sondern auch mit der portugiesischen Nationalmannschaft Europameister wurde. Und Messi ein Ausnahmekönner, der mit seinem Überfluss an Talent über jeden Zweifel erhaben schien.

Doch Ibrahimovic hat in den letzten Jahren den Abstand zu dem Giganten-Duo verringert. Er liefert genau das, was den Kontrahenten fehlt.

Ibrahimovic: Inszenierung mit Augenzwinkern

Wie kein Zweiter versteht es der Schwede seine Person selbstironisch zu überhöhen. Zum Beispiel bei seinem Abschied aus Los Angeles, als er ausrief: „Ihr wolltet Zlatan. Ihr bekamt Zlatan. Ich kam, sah und eroberte. Gern geschehen. Und nun schaut wieder Baseball.“ Die Kunst des Augenzwinkerns ist Ronaldo nicht vergönnt. Allmachtsfantasien wirken bei ihm erschreckend ernst gemeint.

Im Gegensatz zu Messi hat Ibrahimovic bewiesen, dass er bei unterschiedlichen Clubs funktioniert. Egal für wen der Stürmer auflief, „Ibrakadabra“ versprühte seinen Zauber. Mit einer Ausnahme: Ausgerechnet als Messi-Mitspieler beim FC Barcelona zündete er nicht. Was – je nach Lesart – am Alleinherrscheranspruch des Argentiniers oder an der mangelnden Unterorddnungsbereitschaft des Schwedens lag. Barca ist der einzige sportlich-dunkle Fleck auf der Weste von Ibrahimovic. Selbst mit 39 Jahren lässt er gerade den AC Mailand wieder von Titeln träumen.

Während der Pandemie schien der 116-fache schwedische Nationalspieler, den Bogen zu überspannen. Gerade positiv getestet, sagte er: „Covid hat den Mut, mich herauszufordern. Schlechte Idee ...“, und verharmloste so die Erkrankung. Doch er bekam die Kurve: Frisch aus der Quarantäne warb er für die strikte Einhaltung der Hygieneregeln, teilte ein spektakuläres Video mit seinen 45 Millionen Followern. Nicht ohne sich wieder mit einem Augenzwinkern zu verabschieden: „Fordere das Virus nicht heraus. Du bist kein Zlatan.“ Denn der ist einmalig.

Rubriklistenbild: © dpa / Medianews Group, Pasadena Star-Ne

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