"Ich habe jetzt das Recht, weniger zu tun"

+
Toor! Franz Beckenbauer jubelt, nachdem er sich vor der Sendung am Montagabend noch ein bisschen am Kickerkasten aufgewärmt hat

München - Der Bayerische Rundfunk hat anlässlich des 65. Geburtstags von Franz Beckenbauer zu einer Sondersendung geladen. Ausgewählte Promis hatten mit dem Fußball-Kaiser jede Menge Gaudi.

Das Bayerische Fernsehen hatte geladen und jede Menge an Prominenz und alter Weggefährten war gekommen. An den Stadtrand von Dachau, ins fiktive Fernseh-Dorf Lansing, wo die Erfolgsserie „Dahoam ist Dahoam“ gedreht wird. Der Hauptdarsteller Montagabend im „Brunnerwirt“, dem Dorfwirtshaus: Franz Beckenbauer, der „Kaiser“, die „Lichtgestalt“, der beste Bayern-Spieler aller Zeiten, der am kommenden Samstag seinen 65. Geburtstag feiert. Günter Netzer war da, Paul Breitner, Andreas Brehme, der ehemalige Bayern-Trainer Dettmar Cramer, Maria Riesch, Fernsehlegenden wie Dieter Kürten, Waldi Hartmann und Gerd Rubenbauer. Sie alle erwiesen dem „Kaiser“ die Ehre.

Und der Flachs blühte natürlich. Als Beckenbauer die Wirtsstube betrat und Netzer erblickte, sagte er: „Ah, der Overath ist ja auch da.“ Netzer gab ihm kontra, als Ausschnitte aus dem Spielfilm „Libero“ gezeigt wurden, der 1973 mit Beckenbauer in der Hauptrolle gedreht wurde: „Franz, das ist einer der schlimmsten Filme, die ich kenne, einfach ganz furchtbar.“ Beckenbauer erwiderte mit einem Grinsen: „Dabei hat doch der Film so eine hintergründige Handlung gehabt.“

Dann aber hob Netzer auch zu einem ganz großen Lobeslied auf den Franz an: „Er ist einfach das größte Glück für den deutschen Fußball. Es gab keinen Besseren als ihn und es wird auch nie mehr ein Besserer nachkommen.“

Moderator Markus Othmer fragte die Gäste natürlich auch nach alten Anekdoten, die sie mit dem Franz erlebt hatten. Dettmar Cramer erinnerte sich, dass er als Trainer der Jugend-Nationalmannschaft mit dem 17-jährigen Bayern-Talent im Trainingslager auf einem Zimmer im Doppelbett liegen musste. Als Wachhund sozusagen, denn der junge Franz war gerade das erste Mal Vater geworden…

Andi Brehme erinnerte sich an die WM 1990 in Italien, als ihm der Trainer Beckenbauer während des Viertelfinlspiels gegen die Tschechen befahl, „ja nicht mehr den Klinsmann anzuspielen“. Grund: „Wenn der den Ball hatte und drei Tschechen sah, ist er todsicher immer in die reingerannt.“

Günter Netzer erzählte, dass sich Beckenbauer als Spieler des Hamburger SV mal einen Adduktorenabriss beim Elfmeter geholt hat und sechs Wochen pausieren musste. Das Gelächter war groß.

Es gab viel zu erzählen, und das baldige Geburtstagskind kündigte an: „Mein Aufwand wird geringer werden. Ich habe das Recht, weniger zu tun. Nicht, dass meine Kinder auf einmal wieder groß sind , und ich frage: Wo kommen die denn auf einmal her…?“

tz

Auch interessant

Meistgelesen

Fußball heute live: Diese Spiele laufen im TV und im Live-Stream
Fußball heute live: Diese Spiele laufen im TV und im Live-Stream
Klinsmann wollte BVB-Star zur Hertha locken - Preetz: „Ruf die Jungs doch mal an!“
Klinsmann wollte BVB-Star zur Hertha locken - Preetz: „Ruf die Jungs doch mal an!“
Champions-League-Spiel schuld an Corona-Krise in Italien?
Champions-League-Spiel schuld an Corona-Krise in Italien?
Die Bundesliga als zerbrechliches Hochglanzprodukt
Die Bundesliga als zerbrechliches Hochglanzprodukt

Kommentare