"Ich lasse mir den Mund von keinem verbieten"

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Jermaine Jones will sich den Mund nicht verbieten lassen.

Berlin - Nationalspieler Jermaine Jones im exklusiven Interview mit der tz.

Frings nicht im Kader, Hitzlsperger außer Form – schlägt am Mittwoch gegen England Ihre Stunde, Herr Jones?

Jermaine Jones:Ich beschäftige mich nicht damit, ob andere Spieler nicht dabei sind oder auf der Bank sitzen. Ich will immer spielen – auch wenn beispielsweise Torsten Frings wieder im Kader ist.

Wie sehen Sie Ihre Stellung in der Mannschaft?

Jones: Ich bin diesmal mit 27 der Drittälteste im Kader – eigentlich kaum zu glauben. Ich denke, wir sind alle auf Augenhöhe. Wenn der Bundestrainer betont, dass er den Konkurrenzkampf forcieren will, ist das gut für mich und die Mannschaft.

Frings fehlt in Berlin. Können Sie am Ende der Profiteur des Streits werden?

Jones: Es hat wieder alles bei Null begonnen. Nach der EM wurde, wie immer nach Turnieren, der Zweikampf auf jeder Position neu eröffnet, keiner kann sich seines Platzes sicher sein. So soll es sein, so ist es überall: Auch ein Michael Ballack muss bei Chelsea um seinen Platz kämpfen. Nur 100 Prozent zählen.

Die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld ist groß. Sehen Sie sich auf einer Stufe mit Frings, Rolfes und Hitzlsperger?

Jones: Natürlich muss man sich als junger Spieler zunächst immer hinten anstellen, das war ja bei Ballack und Frings nicht anders. Ich sehe es schon so, dass wir vier jetzt auf Augenhöhe sind. Schließlich spielen wir alle bei Topvereinen in der Bundesliga. Da muss sich keiner verstecken.

Wie haben Sie das Theater um Ballack, Frings und Ihren Vereinskollegen Kevin Kuranyi miterlebt?

Jones: Zu Kevin möchte ich nichts mehr sagen. Ansonsten ist jeder bei uns alt genug, seine Meinung zu vertreten. Viele unserer Spieler sind Familienväter und sollten daher am besten wissen, dass klärende Gespräche nur unter vier Augen geführt werden können. Das Problem war, dass zu vieles in die Öffentlichkeit gedrungen ist. Das sieht kein Arbeitgeber gerne.

Empfinden Sie es nun selbst so, dass Sie sich mit Äußerungen beim DFB-Team zurückhalten müssen?

Jones: Nein, ich lasse mir den Mund nicht verbieten. Wenn ich Probleme habe, gehe ich aber direkt auf die Person zu. Das sollte künftig jeder so handhaben.

Bei Ihrem Verein Schalke 04 haben Sie öffentlich die Fans kritisiert…

Jones: Das war ein Sonderfall, da musste irgendwann einer etwas sagen. Aber hier sehe ich nichts, was man öffentlich anprangern müsste.

Bei Schalke läuft es nicht rund. Wie schlimm ist die Krise?

Jones: Die Krise wird von außen gemacht. Wir haben eine intakte Truppe…

…die gegen Bayern aber erschreckend uninspiriert angriff. Was hat die Klinsi-Elf, was Schalke fehlt?

Jones: Einen Ribéry.

Sonst nichts?

Jones: Nein, sonst waren wir beim 1:2 doch klar die bessere Mannschaft, aber eben nicht eiskalt.

Interview: Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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