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Lukas Podolski verteidigt Joshua Kimmich: „Nicht gerecht, ihn an den Pranger zu stellen“

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Von: Josef Forster

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Lukas Podolski
Lukas Podolski kann die Diskussionen um Joshua Kimmichs Impfstatus nicht nachvollziehen (Archivbild) © Andrzej Grygiel/dpa

Lukas Podolski schaltet sich in die Impfdebatte um Nationalspieler und Bayern-Star Joshua Kimmich ein. Er kann die Diskussionen um Kimmichs Impfstatus nicht nachvollziehen.

München - Die Debatte um Joshua Kimmichs Impfstatus zieht weiter ihre Kreise. Nachdem die bislang verweigerte Corona-Impfung des Nationalspielers höchste Politik-Kreise erreichte, äußerte sich auch Ex-Nationalspieler und Weltmeister Lukas Podolski gegenüber der Bild-Zeitung zu Kimmichs Impfstatus - und springt dem Bayern-Star bei. Kimmich werde in der Öffentlichkeit quasi „als Schwerverbrecher“ hingestellt, so Podolski. „Ich finde das ein bisschen übertrieben, die ganze Diskussion. Und es wird auch dem Joshua nicht gerecht, ihn an den Pranger zu stellen für so etwas.“ Der Ex-Nationalspieler erkrankte vor Kurzem selbst an Corona - ungeimpft, wie Podolski im Bild-Interview bekannte.

Lukas Podolski nimmt Joshua Kimmich in Schutz: „Wie ein Schwerverbrecher“

Bevor sich Lukas Podolski zu Joshua Kimmichs Impfstatus äußerte, mischten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundestagspräsidentin Bärbel Bas in die Diskussion ein. Auch für einen Fußballprofi wie Kimmich gebe es keine Impfpflicht, sagte die Kanzlerin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die offizielle Begründung Kimmichs, sich aufgrund „persönlicher Bedenken“ hinsichtlich „fehlender Langzeitstudien“ noch nicht gegen das Coronavirus impfen zu lassen, kann Merkel jedoch nicht nachvollziehen. Es gebe „auf seine Fragen und Zweifel sehr gute Sachargumente, die allgemein verfügbar sind“.

Kimmichs bislang verweigerte Corona-Impfung: Merkel und Bas äußern sich zu Nationspieler

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas lud den Nationalspieler sogar zu einem Gespräch über Corona und die Impfstoffe ein. „Ich treffe mich gerne mit Joshua Kimmich auf einen Kaffee. Denn ich bin ihm sogar dankbar, dass er die Debatte über Langzeitfolgen der Impfungen vor dem Winter noch einmal angestoßen hat“, so Bas. Für Lukas Podolski sind die Diskussionen unverständlich. Der Ex-Bundesliga-Profi wetterte: „Man zwingt einen ja fast schon, sich da was reinspritzen zu lassen, das ist ja das Absurde. Der Druck wird ja jeden Tag erhöht.“ Lukas Podolskis Solidarität zu Joshua Kimmich steht im Gegenteil zu den Aussagen Paul Breitners. Die Bayern-Legende hat für Kimmichs Verhalten „null Verständnis“.

Paul Breitner nimmt Kimmich für bislang verweigerte Corona-Impfung in die Mangel

Im „Sonntagsstammtisch“ des BR kritisierte Paul Breitner den Mittelfeldstrategen des FC Bayern scharf. „Ich brauche mit niemandem darüber zu diskutieren, ob er sich impfen lassen soll oder nicht. Für mich gibt es nur die Richtung, sich impfen zu lassen. Und da geht es nicht um eine Vorbildfunktion, sondern es geht um den Einzelnen. Wenn er sich dagegen entscheidet, dann habe ich null Verständnis dafür.“ Breitner würde in seiner Mannschaft keine ungeimpften Spieler einsetzen, da er sich um die Gesundheit der Mitspieler sorge. „Er meinte damit und hätte vielleicht auch sagen können: Sich nicht impfen zu lassen, ist potenzielle, vorsätzliche Körperverletzung“, so Breitner.

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