Gegen Freiburg will Fink wieder stürmen lassen

Ingolstadt, Version A…

Den FC Ingolstadt gibt es in zwei Versionen. Version A: volle Fahrt voraus, keine Rücksicht auf Verluste. Version B: Mörtel anmischen, Maurerkelle raus und eigenes Tor zubetonieren.

Bei der ersten Variante waren zuletzt die Verluste zu groß: insgesamt acht Gegentore gegen den MSV Duisburg und den FC Augsburg. Keeper Michael Lutz fühlte sich schon wie ein „armer Hund“.

Deswegen packte Trainer Thorsten Fink beim 0:0 gegen den SV Wehen Wiesbaden, einen Tag vor seinem 41. Geburtstag, Plan B aus.

Mit Erfolg, denn auf wesentlich mehr als den einen Punkt waren die Schanzer beim Tabellenletzten auch nicht aus. „Die Null war wichtig für den Kopf“, sagte Vratislav Lokvenc, der ausnahmsweise ohne seinen Sturmpartner Ersin Demir auskommen musste. „Zu diesem Zeitpunkt war das richtig“, ist Fink überzeugt. Das sieht auch Michael Wenczel so, den der Coach in Wiesbaden für Sören Dreßler in die Viererkette aufgenommen hat: „Die haben ums Überleben gekämpft und wollten uns mit in den Abstiegsstrudel reißen“, meint Wenczel, der laut Fink wegen seiner Kopfballstärke weitere Chancen bekommen soll: „Wir haben es geschafft, sie auf Abstand zu halten.“

Und nun? Bekommen die FCI-Fans beim Kontrastprogramm gegen den Tabellen-Dritten SC Freiburg (Sonntag, 14 Uhr, Tuja-Stadion) Version A oder B zu sehen?

Die Mischung macht’s, meint Innenverteidiger Mario Neunaber: „Wir können nicht immer zwei Tore schießen, aber drei bekommen. So holt man keine Punkte.“ Sein Vorschlag: „Hinten gut stehen und vorne etwas riskieren: Wenn wir das gut kombinieren, brauchen wir gegen Freiburg keine Angst haben.“ Fink hat sich schon entschieden: Er legt den Hebel wieder auf Angriff um. „Wir werden mit Sicherheit wieder offensiver spielen“, sagt er doppeldeutig.

Freiburg ist für den Aufsteiger der Auftakt eines anspruchsvollen Dreierschlags, denn danach geht es gegen den FSV Mainz (2.) und den 1. FC Nürnberg (11.). „Stark oder schwach – da gebe ich überhaupt nichts drauf“, sagt Fink: „Gegen die vermeintlich Großen spielen wir immer ganz ordentlich. Davor habe ich keine Angst. Wenn die Kämpfer kommen und sich hinten reinstellen, wird es schwieriger.“ Auch Lutz, der in Wiesbaden zum ersten Mal seit seiner C-Jugend-Zeit wieder Kapitän war, ist optimistisch. Vor allem wegen der Siege gegen die SpVgg Greuther Fürth und Hansa Rostock. „Gegen spielerisch starke Mannschaften tun wir uns leichter.“ Zwei Dreier aus den nächsten drei Spielen, so lautet sein Wunsch.

Einen Wunsch hat auch Fink noch offen, denn laut Neunaber gilt der Punkt gegen Wehen noch nicht als Geschenk. „Das macht man immer erst nach dem Geburtstag. Das kommt am Sonntag. Wir werden ihm drei Punkte schnüren.“

Und der Coach hat schon mal vorgerechnet: „Theoretisch können wir mit einem Sieg gegen Freiburg bis auf Rang neun vordringen. Dann sind wir eigentlich mehr vorne dabei. Das geht ruck, zuck!“

Tobias Kimmel

Quelle: tz

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