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Bundestrainer im Interview

Löw über Zukunft: Werden uns nach der WM beraten

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Joachim Löw hat beim DFB noch einen bis 2016 laufenden Vertrag.

St. Martin - Am Mittwoch startete die Nationalmannschaft in Südtirol in die Vorbereitung auf die WM in. Im Interview spricht Bundestrainer Joachim Löw (54) über die Vorbereitung und seine persönliche Zukunft

Frage:  „Herr Löw, die Vorbereitung ist diesmal sehr auf das Wesentliche konzentriert. War das ein klares Zeichen von Ihnen?“

Joachim Löw (Bundestrainer): „In den Regenerations-Trainingslagern mit den Familien, die wir in den vergangenen Jahren abgehalten haben, stand der Fußball ja auch jeweils im Mittelpunkt, auch seinerzeit hatte das Rahmenprogramm nicht die oberste Priorität. Wir haben auch dort immer zweimal am Tag hart gearbeitet. Nun wollten wir einfach mal einen anderen Weg gehen und den Spielern nach der Bundesliga eine Woche und nach dem Pokalfinale wenigstens ein paar Tage frei geben. So konnte jeder für sich selbst mal ein paar Tage ausspannen und sich auf das Trainingslager vorbereiten. Wir wollten unbedingt alle zusammen starten, nachdem die Spieler in den letzten Jahren immer in zwei oder drei Gruppen eingetroffen sind.“

Frage: „Worauf liegt der taktische Fokus in der Vorbereitung? Darauf, ein System wie zum Beispiel das mit einem Stoßstürmer oder einer klassischen Neun zu perfektionieren? Oder darauf, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein?“

Löw: „Auf der Flexibilität und Variabilität. Man braucht immer auch eine Wenn-Dann-Strategie während der Spiele. Außerdem müssen wir uns bis zum Turnierstart beim Umschalten nach Ballgewinn verbessern. Das haben wir in den letzten beiden Jahren nicht mehr so konsequent gemacht wie bei der WM in Südafrika und unmittelbar danach.“

"Brasilien ist das Fußballland schlechthin"

Frage: „Spüren Sie vor Ihrem nun vierten Turnier als Hauptverantwortlicher eine andere Anspannung als vor den vorherigen?"

Joachim Löw: "Eine größere Anspannung nicht, aber durchaus eine noch größere Vorfreude als vor der WM 2010 oder der EM 2012. Brasilien wird etwas Einmaliges sein. Es ist das Fußball-Land schlechthin, rund 200 Millionen Einwohner, und man hat das Gefühl, jeder einzelne ist fußballbegeistert. Ich denke, es wird eine gigantische WM werden.“

Frage: „Spüren Sie auch einen besonderen Druck? Schließlich erwartet die Fußball-Nation nach drei relativ knapp gescheiterten Anläufen nun den Titel.“

Löw: „Ich registriere das natürlich. Die Fans haben eine große Sehnsucht nach dem Titel. Und der Titelgewinn ist ja auch unser Ziel. Wir gehören immer zu den Top-Favoriten, aber ich weiß auch aus Erfahrung, dass es kein Selbstläufer ist, dass alles passen muss bei so einem Turnier. Da spielen unheimlich viele Faktoren eine Rolle, die sich erst im Laufe des Turniers ergeben: Verletzungen, Sperren in K.o.-Spielen oder auch das Glück, das man zum Beispiel auch in einem Elfmeterschießen braucht. Insgesamt verspüre ich keinen größeren Druck als 2010 oder auch 2006.“

Löw schließt nichts aus

Frage: „Ihr Vertrag ist längst bis 2016 verlängert. Gibt es für Sie ein irgendwie denkbares Szenario, bei dem Sie diesen nicht erfüllen?“

Löw: „Über mögliche Szenarien mache ich mir aktuell überhaupt keine Gedanken. Bei der Vertragsverlängerung war mir aber wichtig, dass der DFB und die Verantwortlichen mit Präsident Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock an der Spitze auch voll und ganz hinter unserem Konzept stehen. Ich spüre hier die volle Rückendeckung, deshalb gehe ich im Moment davon aus, dass wir - wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen -, bis 2016 beim DFB sind und unsere Mission weitergeht.“

Frage: „Einen Rücktritt im Falle eines enttäuschenden Abschneidens schließen Sie also nicht aus?“

Löw: „Ohne Spekulationen anzuheizen: Ich weiß natürlich, dass ein Nationaltrainer immer an dem gemessen wird, was bei einem Turnier passiert. Von 2006 aus betrachtet bin ich einer der ganz wenigen, der noch im Amt übrig geblieben ist. Alle anderen Verbände haben seitdem den Trainer gewechselt, den Schnitt gibt es immer nach einem Turnier. Nach der WM wird sich unser Team der sportlichen Leitung sicher mit den Verantwortlichen zusammensetzen und das Turnier in Ruhe analysieren. Aber nochmals: ich gehe aktuell davon aus, dass ich bis 2016 dabei bleibe.“

WM 2014: In diesen Stadien wird gespielt

WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro, das offiziell Estádio Jornalista Mário Filho heißt, wurde für die WM 1950 gebaut. Es wurde für die WM 2014 komplett erneuert und bietet Platz für 73.531 Zuschauer. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio do Maracanã in Rio de Janeiro hat für die WM 2014 ein neues Dach bekommen. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte wurde im Dezember 1965 eingeweiht und für die WM 2014 komplett umgebaut. © dpa
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Das Estádio Mineirao in Belo Horizonte fasst über 62.000 Zuschauer. © dpa
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Das fast gänzlich erneuerte Estádio Nacional in Brasília ist das zweitgrößte Stadion der WM 2014. © dpa
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Die Arena Pantanal in Cuiabá wurde eigens für die WM 2014 konstruiert und hat ein Fassungsvermögen von 42.968 Zuschauern. © dpa
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Die Arena da Baixada in Curitiba gilt seit der Neueinweihung 1999 als eines der modernsten und technisch fortschrittlichsten Stadien Brasiliens. Derzeit ist das Gebäude wieder im Umbau, die Zuschauerkapazität wird auf 40.000 erhöht. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio Castelão in Fortaleza wurde 1973 erbaut und nun komplett umgebaut. Jetzt bietet es Platz für fast 65.000 Zuschauer. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Im Estádio Castelão in Fortaleza sind sämtliche Sitze durch eine Überdachung geschützt. © dpa
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Dach und Fassade der Arena Amazônia in Manaus sind einem für die Region typischen Strohkorb nachempfunden. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
In der Arena Amazônia in Manaus wird Regenwasser zur späteren Verwendung in den Toiletten oder zur Bewässerung des Rasens aufgefangen. © dpa
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Das Estádio das Dunas in Natal musste groß und modern werden, um sich als einer der zwölf Spielorte für die WM 2014 in Brasilien durchzusetzen. Dafür wurde das alte Stadion abgerissen. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Die Wellenform der Konstruktion des Estádio das Dunas in Natal soll an Sanddünen erinnern. © dpa
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Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre steht am Ufer des Rio Guaíba. Fünf Spiele der WM 2014 in Brasilien sollen hier stattfinden, unter anderem ein Viertelfinale. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Das Estádio Beira-Rio in Porto Alegre ist auch ein beliebtes Postkartenmotiv. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Die Arena Pernambuco in Recife wird über eine öffentlich-private Partnerschaft finanziert. Sie bietet Platz für insgesamt 42.849 Zuschauer. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Die Arena Pernambuco in Recife befindet sich im Vorort São Lourenço da Mata. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Die Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia, der ersten Hauptstadt Brasiliens, bietet Platz für 48.747 Zuschauer. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Für den Neubau der Arena Fonte Nova in Salvador de Bahia musste das alte Estádio Fonte Nova (offiziell Estádio Octávio Mangabeira) weichen. © dpa
WM 2014, Stadien, Austragungsorte
Die Arena de São Paulo in São Paulo wird gerade gebaut. Sie wurde für das Eröffnungsspiel der WM 2014 in Brasilien ausgewählt. © dpa

Frage: „Ist es ausgeschlossen, dass Sie Ihre Mission im Falle eines Titelgewinns für beendet sehen?“

Löw: „Darüber denke ich nicht nach, ich bin voll konzentriert auf die WM. Wenn der Titel erreicht sein sollte, wäre das ein tolles Gefühl. Es könnte schon gut sein, dass dies auch zusätzliche Motivation für die kommenden Jahre wäre. So wie bei Vicente del Bosque, der nach der WM auch die EM gewinnen wollte.“

Frage: „Haben Sie denn, unabhängig davon, wie lange Sie im Endeffekt beim DFB sein werden, noch persönliche Ziele und Träume? Zum Beispiel Trainer in der Premier League zu werden oder von Bayern München?“

Löw: „So konkret nicht. Ich habe eine wunderschöne, wichtige Aufgabe, die mir nach wie vor wahnsinnig viel Spaß macht. Ich will aber auch nicht ausschließen, dass ich irgendwann noch einmal für einen Verein arbeite. Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder die Möglichkeit gehabt. Das kam bisher für mich nie infrage.

sid

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