Jetzt alle miteinander: Huh!

Isländische Nationalmannschaft: Rekorde, Erfolge, Trainer – alle Infos

Team Island singt die Nationalhymne
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Die isländische Nationalmannschaft singt die Nationalhymne

Die isländische Nationalmannschaft hatte 2016 niemand auf dem Plan. Mit jungen Talenten und viel Kampfgeist gelang es dem Team aus dem hohen Norden, bis ins Viertelfinale vorzudringen.

Reykjavik – Island und Fußball? Lange Zeit klang dies kaum weniger absurd als Jamaika und Bobfahren. Doch in den letzten Jahren hat die isländische Nationalmannschaft eine enorme Entwicklung durchlaufen. Schuld daran sind – so banal es klingt – Fußbodenheizungen.

Die isländische Nationalmannschaft und ihre Geschichte

In den ersten Jahrzehnten war die isländische Nationalmannschaft international chancenlos. Zweimal nahm der isländische Fußballverband an einer WM-Qualifikation teil, zweimal scheiterte er krachend: 1958 gab es 0 Punkte und 26 Gegentore, 1974 dann 0 Punkte und 29 Gegentore, aber auch zwei Treffer. Den ersten Erfolg gab es schließlich am 11. Juni 1977 mit einem 1:0-Sieg gegen Nordirland im Nationalstadion von Reykjavik.

Der isländische Fußball hat natürlich ein großes Problem: Die gesamte Insel zählt gerade 334.319 Einwohner, von denen die Hälfte weiblich ist und direkt ausscheidet. Dass sich das Team, das von den Isländern liebevoll Strákanir okkar (Unsere Jungs) genannt wird, dennoch in den letzten Jahren rasant entwickeln konnte, hat einen einfachen Grund: neue Sportplätze und Fußballstadien, die mit der geothermischen Energie isländischer Vulkane beheizt werden. Dadurch wurde es erstmals überhaupt möglich, ganzjährig auf der Insel Fußball zu spielen und entsprechend besser zu trainieren. Dies und intensive Nachwuchsförderung machten sich bezahlt: Immer mehr isländischen Spielern gelang es, einen Platz in internationalen Topmannschaften zu ergattern.

Isländische Nationalmannschaft: Erfolge und Rekorde

Die größten Erfolge für die isländische Nationalmannschaft waren die Teilnahme an der Fußball-EM 2016 und der Fußball-WM 2018. Dabei brachen die Wikinger gleich zwei Rekorde: Island war das kleinste Land (nach Bevölkerungszahlen), das sich je für eine WM qualifizierte, und noch nie gingen (ebenfalls auf die Bevölkerungszahl bezogen) so viele Fans für ihr Team auf Reisen.

Sensationell war vor allem das Erreichen des Viertelfinales der EM nach einem Achtelfinalsieg über die haushoch favorisierten Engländer. Dem isländischen Underdog und seinen begeisterungsfähigen Fans mit ihrem Wikinger-Klatschen und den markanten „Huh!“-Rufen flogen die Herzen Europas zu. Dennoch war im Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich Schluss. Bei der WM 2018 scheiterten die Isländer in der Vorrunde. Die Qualifikation für die EM 2021 wurde nach einer Niederlage in den Play-offs gegen Ungarn nur ganz knapp verpasst.

Isländische Nationalmannschaft: Länderspielbilanz

Die Länderspielbilanz von Island nimmt sich bescheiden aus: In 448 Länderspielen gab es 133 Siege, 84 Unentschieden und 231 Niederlagen. Fünfmal traf die isländische Nationalmannschaft auf Deutschland: Dabei verloren sie vier Spiele und erreichten ein Unentschieden.

Isländische Nationalmannschaft: Aktuelle Spieler und Trainer

Nach der verpassten EM-Qualifikation trat der Schwede Erik Hamrén als Coach der isländischen Nationalmannschaft zurück. Den Trainerstuhl übernahm Arnar Viðarsson, der als Spieler zuletzt für Cercle Brugge in Belgien gespielt hatte und dort zuletzt auch als Trainer aktiv war.

Der aktuelle Kader (Stand März 2021):

Tor

  • 1 Hannes Þór Halldórsson, Valur Reykjavik
  • 12 Ögmundur Kristinsson, Olympiakos Piräus
  • 3 Rúnar Alex Rúnarsson, FC Arsenal

Verteidigung

  • 15 Alfons Sampsted, FC Bodö/Glint
  • 23 Ari Freyr Skúlason, KV Ostende
  • 18 Hörður Björgvin Magnússon, ZSKA Moskau
  • 19 Hjörtur Hermannsson, Bröndby IF
  • 3 Hólmar Örn Eyjólfsson, Rosenborg Trondheim
  • 14 Kári Árnason, Vikingur Reykjavik
  • 6 Ragnar Sigurðsson, Ruch Lwiw
  • 5 Sverrir Ingi Ingason, PAOK Thessaloniki

Mittelfeld

  • 21 Arnór Ingvi Traustason, New England Revolution
  • 10 Arnór Sigurðsson, ZSKA Moskau
  • 17 Aron Gunnarsson, Al-Arabi
  • 8 Birkir Bjarnason, Brescia Calcio
  • 7 Jóhann Berg Guðmundsson, FC Burney
  • 16 Rúnar Már Sigurjonsson, CFR Cluj
  • 4 Victor Pálsson, Darmstadt 98

Sturm

  • 20 Albert Guðmundsson, AZ Alkmaar
  • 11 Hólmbert Aron Friðjónsson, Brescia Calcio
  • 22 Jón Daði Böðvarsson, FC Milwall
  • 9 Kolbeinn Sigþórsson, IFK Göteborg

Zahlreiche weitere Spieler standen in den letzten zwölf Monaten in der Auswahl der isländischen Nationalmannschaft, darunter auch Torjäger Alfreð Finnbogason vom FC Augsburg. Nicht mehr dabei ist, zum Leidwesen vieler Damen, Mittelfeldspieler Rúrik Gíslason, der heute eher mit seinem Instagram-Account und seiner Teilnahme bei „Let‘s Dance“ auf RTL von sich reden macht.

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