Trauer um Ex-Les Bleus-Star

Drama bei OP: Ehemaliger Fußball-Star nach 39 Jahren im Koma verstorben

Der Franzose Jean-Pierre Adams (l.) im Zweikampf mit dem deutschen Nationalspieler Helmut Kremers (r.).
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Jean-Pierre Adams lief 22 Mal für die französische Nationalmannschaft auf.

Ganze 39 Jahre lang lag ein ehemaliger Nationalspieler Frankreichs im Koma. Seit dem gab es keine Möglichkeit, ihn aus diesem Zustand zu erwecken. Nun ist die Leidenszeit des Mannes vorbei.

Nimes - Eine Meldung, die die Welt Sports inne halten und zurückblicken lässt. Jean-Pierre Adams ist verstorben. Ein Name, der vielen Fußballfans heute kein Begriff mehr sein wird. Doch seine Geschichte ist so einzigartig wie traurig zugleich. 1982 fällt der damals 34-jährige Profi ins Koma. Die Ärzte können ihn aus seiner Bewusstlosigkeit nicht mehr erwecken. Seine Frau kümmert sich all die Jahre rührend um ihren Mann und hofft auf eine Zukunft zu zweit.

Dieser Wunsch nach einem normalen Leben ist nun endgültig vorbei. Eine lange Leidenszeit geht zu Ende. Nach 39 Jahren im Koma ist der ehemalige französische Nationalspieler im Universitätsklinikum von Nimes verstorben. Er erlag schließlich den Folgen seines Zustandes. Das vermeldete der Ex-Klub des Innenverteidigers Olympique Nimes am Montagmorgen auf dem eigenen Twitter-Kanal. Die Anteilnahme ist groß. Doch was war damals passiert?

Frankreich: Jean-Pierre Adams ist verstorben - Ursache für Koma ist bekannt

Ein Jahr nach seinem Karriereende laborierte Adams an einer Bänderverletzung im Knie. Für die Genesung war lediglich eine routinemäßige Operation von Nöten. Der ehemalige Akteur von Paris Saint-Germain* entschloss sich für eine Behandlung im Edouard-Herriot-Krankenhaus in Lyon. Bis zur Knie-OP kam es nie, denn schon zuvor passierte ein folgenschwerer Fehler.

Vor der Operation sollte der zuständige Anästhesist den Franzosen narkotisieren. Der Arzt verabreichte Adams allerdings eine Überdosis des Betäubungsmittels, wodurch er einen Bronchospasmus erlitt. Dabei verengen sich die Bronchien und erschweren das Atmen. Seinem Gehirn wurde der Sauerstoff entzogen. Die Ärzte konnte diesen Fehler nicht mehr rückgängig machen. Seit diesem Tag befand sich der damals 34-Jährige in einem Zustand des Wachkomas. Hier muss der Patient zwar weder künstlich beatmet, noch ernährt werden, jedoch ist er zu einer Interaktion mit der Außenwelt nicht im Stande. Der Beginn einer langen Leidenszeit, die erst jetzt zu Ende ging.

Trauer um Jean-Pierre Adams - Das waren die Highlights seiner Karriere

Adams galt in seiner Karriere als vorbildlicher Profi. In seiner Anfangszeit agierte er noch in der Stürmerposition. Später wechselte der Franzose in die Rolle des Innenverteidigers und konnte sich hier durch starke Leistungen auch für Nationalmannschaft empfehlen. Insgesamt trug er in 22 Partien das Trikot von Les Bleus. Auch wenn Adams mit weniger als 1,80 Metern Körpergröße nicht das Gardemaß für einen zentralen Verteidiger mitbrachte, überzeugte er durch eine robuste Spielweise sowie ein souveränes Auftreten.

Seine erfolgreichste Zeit erlebte Adams bei Olympique Nimes Anfang der 70er Jahre. Bei den Südfranzosen war er Teil der erfolgreichsten Mannschaft der Klub-Geschichte. In der Spielzeit 71/72 beendete das Team die Saison als Vizemeister. Bis heute das beste Endresultat des Vereins in der höchsten Spielklasse* Frankreichs. Der Abwehrspieler trug vier Tore zu diesem Triumph bei. Seine Gier nach Toren war trotz der defensiveren Positionierung ungebrochen. In der Folgesaison stieß der Verein bis ins Pokal-Halbfinale vor und gewann mit einem spektakulären 7:2-Finalsieg über Girondins Bordeaux den Alpenpokal. (men) *tz.de ist ein Angebot von IPPPEN.MEDIA

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