Der „Mainz-Eklat“ von 2009

Jens Lehmann: Video macht nach Aogo-Skandal die Runde - „Haben Sie mal fünf Euro?“

Jens Lehmann sendete TV-Experte Dennis Aogo eine Nachricht, die hohe Wellen schlägt. Im Internet stoßen deshalb auch ältere Videos auf breites Interesse.

München - Es war ein großer Champions-League-Abend bei Sky, schließlich schrieb Manchester City am Dienstag Geschichte: Die Mannschaft von Pep Guardiola zog erstmals ins Finale der Königsklasse ein. Auffallend dabei: Die messerscharfe Präzision der englischen Konter. Paris Saint-Germain konnte bei so viel Tempo nicht mithalten und wurde letztlich doppelt von Riyad Mahrez, ausgerechnet einem gebürtigen Pariser, bestraft.

Zu diesem Zeitpunkt wusste die Fußball-Welt noch nichts vom Skandal um Jens Lehmann. Wenige Stunden später aber schon, als Dennis Aogo die Unfassbar-Nachricht in seiner Instagram-Story teilte. Dort war ein WhatsApp-Verlauf zu lesen, ältere Nachrichten vom Absender Jens Lehmann wurden geschwärzt. Die neueste vom Dienstagabend nicht: „Ist Dennis eigentlich euer Qotenschwarzer?“ war dort zu lesen. Dabei war „Quote“ auch noch falsch geschrieben. Aogo selbst versah den Screenshot mit: „WOW, dein Ernst ? @jenslehmannofficial Die Nachricht war wohl nicht an mich gedacht !!!“

Jens Lehmann: „Quotenschwarzer“-Nachricht an Dennis Aogo sorgt für Empörung

Am Morgen danach folgte über die sozialen Netzwerke ein Aufschrei der Empörung. Auch Dennis‘ Ehefrau Ina Aogo meldete sich zu Wort. Lehmann selbst schrieb über Twitter: „In einer privaten Nachricht von meinem Handy an Dennis Aogo ist ein Eindruck entstanden für den ich mich im Gespräch mit Dennis entschuldigt habe. Als ehemaliger Nationalspieler ist er sehr fachkundig und hat eine tolle Präsenz und bringt bei Sky Quote.“

Lehmann war bis zum Vormittag des 5. Mai noch Aufsichtsratsmitglied von Hertha BSC. Die Zusammenarbeit wurde dann aber sofort beendet, die Berliner distanzierten sich entschieden vom einstigen deutschen Nationalspieler. Aogo hat seine Entschuldigung inzwischen angenommen.

Jens Lehmann: Ehemaliger Torhüter war schon häufiger Gesprächsthema

Nach dem Aogo-Eklat ploppten in den sozialen Netzwerken und vielen deutschen WhatsApp-Gruppen schnell ältere Videos von Jens Lehmann auf. In einem fragte Sky-Reporter Jens Westen beispielsweise Axel Kruse, ob Lehmann jemand sei, der Menschen begeistern und hinter sich bringen könne. Kruse, seines Zeichens Hertha-Legende, fing im Live-Interview vom 2. Februar 2019 an zu lachen und antwortete. „Was ist das denn für eine Frage? Natürlich nicht.“ Damals war der ehemalige Torhüter gerade als Co-Trainer beim FC Augsburg installiert worden.

Ein anderes Video zeigt Lehmann nach dem sogenannten „Mainz-Eklat“. Im Dezember 2009 hatte der damalige Keeper des VfB Stuttgart beim Gastspiel in Rheinhessen wegen einer Tätlichkeit Rot gesehen. Nach dem Spiel wollte Lehmann das Stadion schnell verlassen - auf dem Gelände fragte ihn dann ein Fan: „Geht‘s einmal normal, Herr Lehmann?“ Die Reaktion des damals 40-Jährigen: Er klaute dem Mann die Brille und gab sie erst nach mehrmaliger Aufforderung zurück. In diesem Zusammenhang berichtete auch das DSF (mittlerweile Sport1) über Jens Lehmann.

Im Video: Jens Lehmann bittet Reporter um fünf Euro

Unvergessen ist dabei ein Video, das aktuell die Runde macht: Lehmann bittet den Reporter Marc Rademacher am Münchner Flughafen um Geld, weil er sich gerne etwas zu essen kaufen möchte. Wann der Journalist die fünf Euro wieder zurück bekomme? „Die gebe ich ihnen gar nicht zurück“, antwortet der Torwart trocken. Rademacher scheint trotzdem einzulenken und möchte Lehmann das Geld schon fast geben. Als er ihm verrät, dass er nur 20 Euro habe und anbietet, mit ihm zusammen in ein Schnell-Restaurant zu gehen, sagt Lehmann eiskalt: „Das geht so nicht, ciao.“ Danach geht er einfach weiter. (akl)

Rubriklistenbild: © Ulrich Hufnagel/imago-images

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