Ex-Nationalkeeper nörgelt

Lehmann über Neuer: "Das muss er noch üben"

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Fehler, oder nicht? Manuel Neuer (m.) beim 0:1.

Warschau - Jens Lehmann hat in seiner Funktion als RTL-Experte Kritik an Nationaltorhüter Manuel Neuer geübt. Auslöser war der Gegentreffer zum 0:1 in Polen. Von einem Abwehrkollegen erhält der Keeper aber Unterstützung.

Auf der Tribüne war das Urteil relativ schnell gefällt. Wozu gibt es auch Fußball-Floskeln, wenn man sie nicht anwendet? In diesem Fall, der 51. Minute des Spiels zwischen Polen und Deutschland, passte diese eine Uralt-Regel doch wie gemalt: Wenn der Torwart aus seinem Tor kommt, muss er den Ball auch haben! Ganz einfach. Oder nicht?

Schon während der letzten Spielminuten stand auf der Internetseite einer großen deutschen Zeitung etwas von „Patzer von Neuer!“. Ihm wurde dieses 0:1 eindeutig angekreidet, der Torwart des FC Bayern faustete ein Luftloch in den Rücken von Arkadiusz Milik, der die Kugel über den segelnden Keeper ins lange Ecke setzte. Mats Hummels hatte die Schlagzeile zeitnah nach Schlusspfiff aufblitzen sehen und schüttelte nur mit dem Kopf. „Ich bin da komplett anderer Meinung“, sagte der Dortmunder deutlich. „Ich sage, es ist kein Patzer. Denn wenn er nicht rauskommt, ist der Ball trotzdem drin!“

Ein starker Beistand von einem Abwehrmann für seinen Torwart, von einem Dortmunder für einen Bayernspieler. Der hatte es ganz ähnlich versucht zu erklären. Neuer zum 0:1: „Da komme ich zu spät. Aber auch wenn ich auf der Linie bleibe, geht der Ball rein. Er war einfach gut geköpft, der Mann kommt alleine hoch zum Kopfball. Dementsprechend ist der Ball reingegangen.“ Der Torwart lobte vor allem das gute Timing bei der Flanke von Piszczek und dem Kopfball des Stürmers. Dass letztlich so über ihn geurteilt wurde, nervte ihn augenscheinlich. „Wenn ich auf der Linie bleibe, dann sagt keiner, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich habe natürlich mitbekommen, dass er zum Ball geht, dass er frei zum Kopfball kommt. Ich war mutig und bin Richtung Ball gegangen, bin dann zu spät gekommen!“

Eine Erklärung für alle, die vorschnell waren mit ihrer Beurteilung und die gerne auf Floskeln vertrauen. Erstaunlich aber war, dass Neuer auch von einem kritisiert wurde, der es eigentlich besser wissen sollte – und der mit Patzer-Phrasen vorsichtig umgehen müsste: Ex-Torwart Jens Lehmann.

Der ehemalige Nationalkeeper sorgte im Analyse-Studio von RTL für Aufregung, als er Neuer sogar Nachhilfe geben wollte.

„Neuer war mutig. Manchmal irritiert man den Spieler, wenn man ihm entgegenspringt. Aber seine Startposition ist nicht gut bei Flanken, die vom Tor weg gehen. Das macht er häufig so, da muss er ein bisschen üben.“

Neuer muss noch etwas üben? Vielleicht ist es das, was Jens Lehmann mit einer Aussage vor ein paar Wochen meinte. Damals sagte der Experte: „Manuel ist der Beste der Welt, auch wenn es noch Kleinigkeiten gibt, wo er sich verbessern kann.“

Dass Lehmann diese Kleinigkeiten noch einmal in Ruhe mit dem Nationalkeeper durchgeht, scheint allerdings eher unwahrscheinlich…

Michael Knippenkötter

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