Bayern-Profi beklagt DFB-Einsatzzeiten

Boateng: "Wer hat vom BVB gespielt? Und wer von uns?"

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Löw setzte in ­Tiflis auf fünf Münchner, aber nur auf zwei ­Dortmunder.

Tiflis - Wird die Belastung unter den Spieler verschiedener Mannschaften in der Nationalelf ungleich verteilt? Das beklagt zumindest Jerome Boateng - und hat nicht unrecht.

Man verstehe sich einfach super, „auf dem Platz, neben dem Platz“, sagte Mario Götze. Das Zusammenspiel mit seinem Freund Marco Reus war eines der größeren Themen nach dem wichtigen 2:0-Sieg in Georgien – auch, weil es schon am nächsten Wochenende kein harmonisches Miteinander mehr ist, sondern ein erbittertes Gegeneinander. Am Samstag muss der FC Bayern beim BVB ran, das gab es vor nicht allzu langer Zeit schon einmal nach einem Länderspiel.

Im November 2013 spielte die DFB-Elf zunächst gegen Italien und dann gegen England, zwei Testspiele, die den Spielern mehr abverlangten, als manch einem bei so einem Freundschaftskick lieb gewesen wäre. Das bedeutete in diesem Fall: Fünf Spieler des BVB mussten ran, auf Seiten des FC Bayern wurden bis auf Jerome Boateng, Götze und damals noch Toni Kroos zahlreiche Leistungsträger geschont. Zu allem Überfluss verletzten sich dann auch noch die Dortmunder Mats Hummels und Marcel Schmelzer schwer, beide fielen für die Partie gegen den Rekordmeister aus. Die Roten gewannen mit 3:0 in Dortmund, das Theater aber war vorher schon riesengroß. Auch Bundestrainer Jogi Löw hatte schon frühzeitig keine besonders gute Figur abgegeben, als er äußerte: „Es darf mir jetzt niemand kommen und sagen, ich solle Spieler schonen. Es wird völlig unerheblich sein, wie lange und wann ein Spieler spielt.“ Und nun?

Der DFB ist nach tz-Informationen dieses Mal noch sensibel mit der Thematik umgegangen. Vor allem für die Partie gegen Australien hatte man vorab genau gerechnet, wer viele Spielanteile bekommen sollte. Gegen Georgien standen freilich zunächst die drei Punkte im Vordergrund, zu wichtig war dieses unangenehme Pflichtspiel in Tiflis.

Bleibt unterm Strich die Frage: Gibt es nun wieder eine Belastungsstörung? Boateng empfand die Spielanteile als nicht ausgeglichen. „Wer hat denn von den Dortmundern gespielt? Und wer von uns? Frage beantwortet!“, sagte er nach der Partie der tz. Er hatte nicht Unrecht: Den fünf FCB-Stars ­Manuel Neuer, Boateng, Bastian Schweinsteiger, Mario Götze und Thomas Müller standen lediglich Marco Reus und Mats Hummels gegenüber, auf der Bank saßen noch Roman Weidenfeller und Ilkay Gündogan. Allerdings: Die Situation ist nicht ganz identisch. Im Gegensatz zu 2013 haben nun beide Mannschaften fünf Tage Zeit zur Regeneration und Vorbereitung. Das hob auch der Abwehrmann der Bayern hervor. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel, ein Spitzenspiel gegen eine sehr starke Mannschaft. Da sind fünf Tage mal ganz gut“, sagte Boateng.

Manuel Neuer hatte erst sieben Tage Pause hinter sich, der Keeper setzte beim Test gegen Australien in Kaiserslautern als Vorsichtsmaßnahme wegen einer Entzündung im Knie aus. „Ich freue mich, wenn es weitergeht“, sagte er auf das Thema angesprochen. Und weiter: „Wir wollen natürlich gewinnen. Es wird aber kein leichtes Spiel. Unabhängig davon, wie Dortmund in der Vergangenheit gespielt hat und wie die Tabellensituation ist, es wird wieder eine Art Finale!“

Vielleicht nicht direkt so eines wie letztes Jahr im DFB-Pokal oder davor in der Champions League. Aber dennoch nichts Alltägliches, vor allem nicht für Mario Götze. „Ich habe eine gewisse Verbindung zu diesem Verein, habe dort lange gespielt, das wird ein besonderes Spiel für mich werden. Aber es ist nicht das erste Mal“, sagte der Dribbelkönig mit einer gewissen Vorfreude. Der gute Draht zu Marco Reus dürfte allerdings erst nach den 90 Minuten wieder glühen.

Michael Knippenkötter

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