Hertha-Profi schüttet sein Herz aus

Jerome Boateng verurteilt: Halbbruder Prince bricht Kontakt ab - „Habe nichts mehr mit ihm zu tun“

Kevin-Prince Boateng sitzt auf einem Ball und wirkt geschafft
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Wieder in seiner Hood: Kevin-Prince Boateng lebt und kickt wieder in Berlin.

Kevin-Prince und Jerome Boateng wollten ihre Karriere eigentlich gemeinsam bei Hertha BSC beenden. Nun sprechen die beiden Halbbrüder offenbar nicht einmal mehr miteinander.

München - Es sind klare Worte, die keinen Interpretationspielraum zulassen. Und verdeutlichen, wie sehr Kevin-Prince Boateng umtreibt, was seinem Halbbruder Jerome vorgeworfen wird. „Ich habe mich schon vor längerer Zeit von Jerome distanziert“, verrät der Profi von Hertha BSC in der Bild und erklärt: „Ich schätze und respektiere das deutsche Gesetz. Ich verachte Gewalt gegen Frauen.“

Deswegen dürfte auch der 34-Jährige erschüttert gewesen sein, dass sich der Weltmeister von 2014 in München vor Gericht verantworten musste, weil er seine damalige Freundin während eines Karibikurlaubs vor drei Jahren vorsätzlich verletzt und beleidigt haben soll. Obwohl der langjährige Abwehrchef des FC Bayern die Taten bestritt, wurde er wegen vorsätzlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Beleidigung zu einer Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro verurteilt. Zur Erklärung der hohen Summe: Es handelt sich dabei um 60 Tagessätze zu je 30.000 Euro, der Betrag ist abhängig von seinem Einkommen.

Begrüßung unter Brüdern: Kevin-Prince Boateng (l.) und Jerome Boateng trafen bei der WM 2014 auf dem Feld aufeinander.

Jerome Boateng: Halbbruder Prince hat den Kontakt abgebrochen

Zwar ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und das Team des gerade erst zu Olympique Lyon gewechselten Nationalspielers denkt über eine Revision nach, doch für „KPB“ ist das Tischtuch zerschnitten: „Ich identifiziere mich nicht mit den Taten meines Bruders und deswegen habe ich nichts mehr mit ihm zu tun.“

Dabei hätte es offenbar durchaus dazu kommen können, dass beide Boatengs in dieser Saison gemeinsam für Hertha BSC aufgelaufen wären. Doch im Gegensatz zum einstigen ghanaischen Nationalspieler war Jerome allem Anschein nach von den Verantwortlichen nicht für eine Rückkehr in die Geburtsstadt zu überzeugen. Dabei hatten beide ursprünglich geplant, ihre Karriere gemeinsam bei der „Alten Dame“ zu beenden.

Video: Jerome Boateng zu Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro verurteilt

Jerome Boateng: Prince kritisierte Nicht-Berücksichtigung bei EM

Noch vor wenigen Wochen hatte sich Prince - wie er mittlerweile meistens gerufen wird - in einem Bild-Interview für den Jüngeren stark gemacht. „Es ist natürlich sehr überraschend, da Jerome der konstanteste Innenverteidiger der ganzen Saison war - und für mich auch der beste“, kritisierte er die Nicht-Berücksichtigung des 76-maligen Nationalspielers bei der EM, gab aber auch zu: „Die Alternativen sind ja nun auch nicht so schlecht.“

Während Jerome bei dem paneuropäischen Turnier nicht gefragt war, nutzte Prince seine Funktion als ARD-Experte erfolgreich, um sein in der Öffentlichkeit doch recht ramponiertes Image aufzupolieren. Wegen seiner direkten Art war er schon früh in seiner Karriere als „Enfant Terrible“ unter den Boatengs abgestempelt worden, während Jerome abseits des Platzes eher schüchtern wirkte.

Jerome Boateng: Laut Insider eher „Bad Boy“ als „netter und süßer Junge“

Dazu kamen die ständigen Vereinswechsel, womit Prince quasi als Wandervogel galt, der immer auf dem Sprung ist. Mittlerweile hat er seine 15. Profistation erreicht - es soll seine letzte sein. Eine Feel-good-Story bei dem Klub, bei dem ihm einst die entscheidenden Schritte in den bezahlten Fußball gelangen. Es könnte also eine wirklich runde Sache werden.

Dass das öffentliche Bild Prince Unrecht tat, soll ein Insider der Bild so verdeutlicht haben: „Es ist doch so: Jerome galt immer als der nette und süße Junge, während Kevin als Bad Boy dargestellt wurde. Dabei ist es genau umgekehrt.“ Zudem habe es sich keinesfalls um eine Kurzschlussreaktion gehandelt: „Kevin hat schon vor Monaten den Kontakt zu Jerome abgebrochen, aber bisher geschwiegen.“ Das wollte er nun offenbar nicht mehr. (mg)

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