DFB-Stürmer

Jetzt soll's für Werner auch im Löw-Team richtig rappeln

Timo Werner beim Training der deutschen Fußball-Nationalmanschaft in Stuttgart. Foto: Christian Charisius/dpa
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Timo Werner beim Training der deutschen Fußball-Nationalmanschaft in Stuttgart. Foto: Christian Charisius/dpa

Für den Schwaben Timo Werner ist es ein Neustart auf mehreren Ebenen. Beim FC Chelsea will der Stürmer schnell seine Qualitäten durchsetzen, im DFB-Team soll es durch seine Tore richtig rappeln. Dafür will der Ex-Leipziger robuster werden.

Stuttgart (dpa) - Natürlich genießt Timo Werner die Rückkehr in die schwäbische Heimat, wo er groß geworden ist und als Fußballer ausgebildet wurde.

Doch beim 24 Jahre alten Stürmer stehen derzeit nicht die Erinnerungen, sondern die neuen Herausforderungen ganz oben auf der persönlichen Prioritätenliste. Werner will seinem neuen Club FC Chelsea in England zu neuem Titelglanz verhelfen - und auch bei Joachim Löw zu einer verlässlichen Tormaschine werden.

Seine persönlichen Ziele decken sich mit dem des Bundestrainers, verriet der gebürtige Stuttgarter: "Ich möchte auch hier zeigen, dass ich Tore machen kann, wie ich es in Leipzig geschafft habe." Werner hatte sich als bester deutscher Torjäger der vergangenen Saison mit 28 Treffern von RB verabschiedet, die Sachsen strichen rund 53 Millionen Euro ein. Insgesamt waren Werner in der Bundesliga 91 Tore gelungen.

Im DFB-Team lief es zuletzt "nicht so rund", bekannte Werner und will in der EM-Saison nun auch wieder für Deutschland "regelmäßig Tore machen". Bei elf in 29 Partien steht er bisher im Adler-Trikot. Bei seinem ersten Länderspiel im heimischen Stuttgarter Stadion im September 2017 trug Werner zwei Tore zum 6:0-Fest gegen Norwegen bei. "Wenn ich es nur annähernd so wiederholen würde, hätten die anderen sicher nichts dagegen", meinte der Ex-VfB-Spieler. Und auch wenn am Donnerstag mit Spanien in der Nations League ein stärkerer Gegner wartet, "da kommen natürlich Erinnerungen hoch".

Um als Nationalspieler noch besser zu werden, soll auch der Schritt in die Premiere League helfen. Der Wechsel habe nichts damit zu tun, dass ihm in der Bundesliga oder bei RB Leipzig etwas gefehlt habe, betonte Werner im DFB-Kreis und berichtete über seine ersten England-Erfahrungen. "Die Verteidiger sind doch nochmal sehr robuster. Das Spiel ist viel körperlicher, da muss ich mich weiterentwickeln und das annehmen. Sonst ist man fehl am Platz."

Nach seinem ersten Tor im Testspiel mit Chelsea habe Werner die Qualitäten gezeigt, "von denen ich genau weiß, dass er sie hat", sagte Trainer Frank Lampard: Fokussiert, clever und mit einem großen Arbeitspensum. Werners Visionen mit den "Blues", an die er sich fünf Jahre gebunden hat, sind klar: "Das ist ein riesen Club, der Titel gewinnen kann und möchte mit den Neuverpflichtungen. Es ist mein Ziel, viel zu gewinnen, möglichst schnell."

Schon jetzt fühle er sich sehr wohl in England. Bei Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger, der schon seit 2017 beim FC Chelsea spielt, könne er mal nachfragen, "wenn man das eine oder andere Wort nicht versteht". Und durch die Corona-Pandemie erlebe er "ein anderes London", berichtete Werner. Gerade was die ausbleibenden Touristen und den reduzierten Verkehr in der riesen Stadt betrifft, sei das für ihn als Metropolen-Neuling aber auch teilweise hilfreich. Wichtiger aber sei ohnehin die sportliche Akklimatisierung.

Seinen Ex-Club RB hat Werner bei der Champions-League-Endrunde natürlich beobachtet. "Das war klasse, wie sie sich präsentiert haben", sagte er. Und dass man im Halbfinale ausscheidet, sei ja "kein Verbrechen". Selbst hatte Werner darauf verzichtet, vor dem Wechsel zu Chelsea mit Leipzig noch die Königsklasse zu Ende zu spielen.

© dpa-infocom, dpa:200901-99-390557/3

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