Start für das "Hawk Eye"

Was Sie jetzt zur Tortechnik wissen müssen

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Drin oder nicht drin? Das kann künftig das "Hawk Eye" entscheiden.

München - In der Ersten Liga kommt von der nächsten Saison an die Torlinientechnologie zum Einsatz.

Bei der DFL-Mitgliederversammlung sprach sich Donnerstag in Frankfurt nach Angaben von Ligapräsident Reinhard Rauball eine ausreichende Mehrheit von 15 Erstligisten für das Hawk-Eye-(Falkenauge-)System aus, drei Klubs votierten dagegen. „Ich glaube, dass es für den deutschen Fußball ein Schritt nach vorne ist“, sagte Rauball.

Den Antrag zur erneuten Abstimmung hatte der FC Bayern gestellt. Anstoß war die Diskussion um ein nicht gegebenes Tor des Dortmunders Mats Hummels im DFB-Pokalfinale gegen die Bayern. Bei der ersten Abstimmung am 24. März hatten sich 24 der 36 Profivereine gegen die Satzungsänderung gewehrt – auch aus finanziellen Gründen. Diesmal stimmten die Zweitligisten nicht mit ab, die Entscheidung gilt allein für das Oberhaus und ab dem Viertelfinale im DFB-Pokal. Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen:

Ab wann wird das System verwendet? Ab Sommer 2015.

Was kostet es? Rund 135 000 Euro pro Saison und Verein. Der Vertrag läuft über drei Jahre.

Wer stimmte dagegen? Das wurde nicht offiziell bekannt gegeben. Es sind vermutlich Wolfsburg, Hertha und Augsburg.

Wo im Fußball werden noch technische Tor-Hilfsmittel verwendet? Das Hawk-Eye-System, das auf Hochgeschwindigkeits-Kameras basiert, wird seit dem vergangenen Jahr in der englischen Premier League eingesetzt. Zuvor standen außerdem die Systeme GoalControl und GoalRef zur Auswahl. Der Weltverband hatte sich vor dem Confederations Cup 2013 in Brasilien für GoalControl entschieden und setzte das System nach dem erfolgreichen Test auch bei der WM im Sommer ein. Das Eigentor von Torhüter Noel Valladares beim 0:3 von Honduras gegen Frankreich ging als erster Treffer nach Technik-Beweis in die WM-Geschichte ein. Auch bei der Klub-WM in Marokko vom 10. bis 20. Dezember setzt die FIFA auf Goal Control.

Welche Tor-Fehlentscheidungen hätten durch Hawk Eye in den vergangenen zehn Erstliga-Jahren verhindert werden können? Vier: Thomas Helmers Phantomtor für die Bayern 1994 zum 1:0 gegen Nürnberg. Es gab ein Wiederholungsspiel, das der Club mit 0:5 verlor. Stefan Kießlings Tor durchs Außennetz für Leverkusen am 18. Oktober 2013 in Hoffenheim (Endstand 2:1 für Bayer). Der Antrag auf Wiederholungsspiel wurde abgelehnt. Josip Simunic’ nicht gegebenes Tor für Hoffenheim 2009 gegen die Bayern. Endstand 1:1. Kevin Vollands nicht gegebenes Tor 2013 für Hoffenheim gegen Nürnberg. Endstand: 2:2.

Wodurch wird garantiert, dass nicht geschummelt werden kann? Fernsehzuschauer wie Stadionbesucher werden live sehen können, wie das System arbeitet.

Was sagt man beim FC Bayern? Karl Hopfner: „Das Ganze wurde sehr professionell von der Geschäftsführung der DFL vorbereitet. Ich glaube, das hat ein Umdenken bewirkt. Bei der ersten Abstimmung war das mit den Kosten nicht so konkret.“

Darf 1860 das System in der Allianz Arena nutzen? Vermutlich nicht – eine Liga, ein Recht.

bb

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