Diskussion um Bundestrainer nimmt Fahrt auf

Frau als Löw-Nachfolger? Reporter-Legende Hartmann gibt Macho-Antwort und wird gefeiert

Die Ära von Joachim Löw als Bundestrainer neigt sich unweigerlich dem Ende zu. Übernimmt gar eine Frau diesen DFB-Posten? Dazu hat Waldemar Hartmann eine ganz klare Meinung.

  • Fußball-Deutschland befindet sich auf der Suche nach einem neuen Bundestrainer - obwohl Joachim Löw noch in Amt und Würden ist.
  • Die Anzahl der verfügbaren Kandidaten ist sehr überschaubar.
  • Reporter-Legende Waldemar Hartmann kann sich eine Option überhaupt nicht vorstellen.

München - Diese Personalie lässt niemanden kalt. Schließlich geht es um das höchste Amt in Fußball-Deutschland. Spätestens seit der 0:6-Offenbarung der DFB-Auswahl in Spanien wird eifrig über die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw diskutiert. Dass der Weltmeister-Coach von 2014 seinen Posten über die EM hinaus behalten darf, glaubt kaum noch jemand. Viele nicht einmal, dass der 60-Jährige bei dem Turnier überhaupt noch auf der Bank sitzen wird.

Löw-Nachfolger beim DFB: Geeignete Kandidaten wie Klopp sind aktuell gebunden

Das große Problem der Löw-Gegner und des DFB: Aktuell ist kaum ein geeigneter Kandidat verfügbar. Jürgen Klopp ist an den FC Liverpool gebunden. Thomas Tuchel steht bei Paris St. Germain unter Vertrag. Welttrainer Hansi Flick hat sich beim FC Bayern einen neuen Vertrag bis 2023 verdient. Und Julian Nagelsmann hat mit RB Leipzig noch viel vor.

Bliebe aktuell eigentlich nur dessen Vorgänger bei den Roten Bullen. Für Ralf Rangnick hatte sich bekanntlich ein Engagement beim AC Mailand zerschlagen. Es darf also weiter fleißig gerätselt werden, wer den dienstältesten Nationaltrainer im Fußball beerben wird. Vielleicht zaubern DFB-Manager Oliver Bierhoff und Verbandsboss Fritz Keller ja auch eine Überraschung aus dem Hut.

Löw-Nachfolger beim DFB: Hartmann muss bei Frage über Bundestrainerin nachhaken

Darauf wollte wohl auch Deutsche-Welle-Moderator Matthias Steinbrecher anspielen, als er Sportreporter-Legende Waldemar Hartmann in einem Interview urplötzlich fragte: „Jetzt habe ich die ganze Zeit nur Männer gehört. Welche Frau könnten Sie sich denn vielleicht als Löws Nachfolgerin vorstellen?“ Damit erwischte er den stets auskunftsfreudigen Franken offenbar auf dem falschen Fuß, denn der stellte völlig perplex die Gegenfrage: „Mhm, äh...als Bundestrainer?“

Auf Steinbrechers Bestätigung hin konnte Hartmann kaum an sich halten und witzelte: „Weiß ja nicht, vielleicht als Werbeperson bei Nivea. Aber als Bundestrainerin ... keine.“ Nach kurzer Pause schob er kopfschüttelnd hinterher: „Da ist die Zeit noch nicht reif.“ Was wiederum Steinbrecher zu überraschen schien, der nachhakte: „Meinen Sie, da ist Deutschland noch nicht so weit, um eine Frau mal die deutsche Nationalelf der Herren trainieren zu lassen?“ Ehrliche Antwort des langjährigen Begleiters der DFB-Auswahl: „Nicht nur Deutschland, ich auch nicht.“

Löw-Nachfolger beim DFB: Hartmann bekommt für Macho-Antwort viel Unterstützung im Internet

Wahrscheinlich war sich Hartmann schon in diesem Moment bewusst, dass er damit eine Diskussion innerhalb der Diskussion losgetreten hatte. Eine Antwort im Macho-Stil wird im Jahr 2020 selbstredend auf die Goldwaage gelegt. Und hochemotional in seine Einzelteile zerlegt. Doch diesmal erhält der wegen seiner zuweilen unüberlegt wirkenden Aussagen viel Angriffsfläche bietende Ex-ARD-Moderator viel Unterstützung im Internet.

Bei Twitter schreibt ein User unter Hinweis auf Hartmanns Patzer als Quiz-Joker in seinem Spezialgebiet Sport: „Bei ‚Wer wird Millionär‘ kann man mal daneben greifen, aber bei den wichtigen Fragen bleibt er stabil.“ Ein anderer fordert gar: „Waldi for president!“ Von einem dritten heißt es: „Danke Waldi für die realistische Einschätzung.“ Dem pflichtet ein weiterer User bei: „Waldi hat vollkommen recht. Ich stimme Waldi vollkommen zu, wo ist denn das Problem? Lächerlich über sowas zu diskutieren.“

Löw-Nachfolger beim DFB: Hartmann wird auf Twitter als „Legend“ und „Hero“ gefeiert

Ähnlich sieht es dieser Twitter-Freund: „Also ich habe herzlich gelacht! Waldi hat ja so recht!“ Natürlich gibt es auch andere Stimmen - so lobt ein User: „Die Frage ist gut gestellt, weil sich Waldi easy als Macho enttarnt. Aber sie ist auch sinnlos, da die einzig denkbare Kandidatin (Martina Voss) schon Bundestrainerin ist und andere (Inka Grings oder Imke Wübbenhorst) im Männerbereich nur Regionalliga-Erfahrung haben.“ Ein anderer erinnert an eine TV-Sternstunde aus dem Jahr 2003 mit dem damaligen DFB-Teamchef Rudi Völler: „Der Fehler ist: Weißbier-Waldi ne Plattform bieten. Im Jahr 2020 hat so ein Stammtisch-Gesabbel keinen Platz mehr.“

Doch die Mehrzahl der Kommentare stimmt mit dem Experten überein. So sendet ein anderer User ein Dankeschön an „Waldi für die coole Antwort“. Für einen weiteren User ist der 72-Jährige spätestens jetzt „Waldi Hartmann, Moderator, Sportreporter, Legend, Hero!“ Das dürfte runtergehen wie Öl. So viel Liebe aus dem Netz dürfte Hartmann gar nicht gewohnt sein. Klare Kante zeigen ist eben längst nicht immer gern gesehen.

Vom DFB wäre das jetzt aber umso wünschenswerter. Schließlich scheint eine Löw-Entlassung vor den nächsten Länderspielen im März immer noch nicht ganz vom Tisch zu sein. Eine unmissverständliche Positionierung pro oder contra Coach lässt auch mehrere Tage nach der Schmach von Sevilla auf sich warten. (mg)

Rubriklistenbild: © Tobias Hase/dpa

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