„Fußballgott“ geht Reporter an

Jürgen Kohler stärkt Löw den Rücken - und verwundert im Live-TV plötzlich mit Hammer-Aussage

Hat DFB-Trainer Joachim Löw etwa zu wenig Auswahl an geeigneten Nationalspielern? Ex-Weltmeister Jürgen Kohler entsetzt die „Doppelpass“-Runde mit einer gewagten Behauptung.

  • Beim Sport1-„Doppelpass“ analysiert die Expertenrunde die deutsche Nationalmannschaft und Joachim Löw.
  • Ex-Weltmeister Jürgen Kohler verteidigt den in der Kritik stehenden Bundestrainer - erntet jedoch Unverständnis.
  • „Wir haben doch diese Leute nicht“ - Hat Löw etwa zu wenig Auswahl an Spielern mit internationalem Format?

München - Jürgen Kohler genießt unter älteren Fußballfans in Deutschland Kultstatus. Als „Fußballgott“ gewann der frühere Verteidiger in Diensten des FC Bayern und Borussia Dortmund mehrere internationale Titel: 1990 die WM in Italien unter Teamchef Franz Beckenbauer, sechs Jahre später die EM 1996 in England. Ein Jahr später konnte er mit dem BVB die Champions League gewinnen.

Kein Wunder, dass die Meinung des Ex-Nationalspielers Gewicht hat, wenn die Misere der deutschen Nationalmannschaft aufgearbeitet wird. So war der 55-Jährige zu Gast beim Kultstammtisch „Doppelpass“ bei Sport1. Dort sprang er dem in der Kritik stehenden Bundestrainer Joachim Löw zur Seite und lieferte sich ein Wortgefecht mit Reporter Christian Falk. Es ging um das Niveau der zur Verfügung stehenden Nationalspieler und die Frage, ob die erfahrenen 2014er-Weltmeister Mats Hummels, Jerome Boateng und Thomas Müller zurückkehren sollten.

Nationalmannschaft: Joachim Löw mit zu wenig Auswahl? Weltmeister entsetzt „Dopa“-Runde

„Jetzt muss ich den Jogi nochmal in Schutz nehmen: Vielleicht macht er sich im stillen Kämmerlein Gedanken, ob er Hummels, Boateng und Müller mit zur EM nehmen soll. Vielleicht ja auch nur einen von denen, um die jungen Spieler ein bisschen zu führen“, ließ Kohler verlauten. Er ist der Meinung, dass Löw sich „keine Spieler backen kann und diese Verfehlungen andere zu verantworten haben“. Was der frühere DFB-Star meint: Es fehle in Deutschland an geeigneten Spielern für das DFB-Team.

„Wir haben doch diese Leute nicht“, polterte Kohler und sorgte damit für Entsetzen in der TV-Runde. Entstanden die Probleme rund um die Schmach in Spanien also, weil Jogi Löw zu wenig Kapazitäten hat? Laut Kohler gibt es heutzutage genau einen Weltklassespieler in Deutschland: „Manuel Neuer, und das ist die Wahrheit“, verlieh der Ex-Verteidiger seiner These Nachdruck*.

DFB-Team: Wie viele Weltklassespieler hat die deutsche Nationalmannschaft?

Journalist Christian Falk widersprach und erwähnte einen Mann, der mit Real Madrid dreimal in Folge die „Königsklasse“ gewinnen konnte: Toni Kroos. Auch Ilkay Gündogan, der bei ManCity unter einem Trainer spiele (Pep Guardiola, d. Red.), „der auch ein bisschen Ahnung vom Fußball hat“, wurde erwähnt.

Timo Werner habe zudem am Wochenende für den FC Chelsea geglänzt und auch bei den FC-Bayern-Stürmern Leroy Sané und Serge Gnabry sei „die Qualität da“. In der Abwehr sei die Qualität jedoch nicht so hoch, schilderte Falk. Diesen Strohhalm ergriff Kohler prompt und ergänzte, er habe auch die Abwehr gemeint. Dazu warf er eine Frage in den Raum des TV-Studios: „Top internationale Klasse heute - Nenn mir mal welchen Abwehrspieler wir da haben?“

Hält diese Behauptung der Wahrheit stand? Immerhin ist der FC Bayern mit Defensivspezialisten wie Niklas Süle und Joshua Kimmich CL-Sieger geworden. Darüber hinaus befinden sich weitere Protagonisten von namhaften europäischen Klubs in den Reihen der DFB-Auswahlspieler, zum Beispiel von Finalist Paris St. Germain oder Halbfinalist RB Leipzig. Besitzen Profis wie Thilo Kehrer, Marcel Halstenberg oder Lukas Klostermann nicht auch internationale Klasse?

Jürgen Kohler im Doppelpass: DFB-Team und Borussia Dortmund mit gleichem Problem?

Wie üblich, setzt nach dem „Dopa“ eine Debatte über die Sinnhaftigkeit der Bemerkungen ein - diesmal rückt besonders Jürgen Kohler, neben dem auch noch Mario Basler eingeladen war, in den Fokus. Einige Follower äußern sich kritisch zu den Argumenten des früheren Profis:

Ähnliche Probleme wie das DFB-Team besitzt nach der Ansicht von Kohler übrigens Borussia Dortmund: „Sie spielen sensationell nach vorne, das sucht in der Bundesliga seinesgleichen. Die Problematik ist hinten“, sagte der langjährige BVB-Profi über seinen Ex-Klub. (PF) *mannheim24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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